NRW: Kreisliga-Krawalle zwischen Türken und Kurden – Spielabbruch!

In NRW wurde ein Kreisliga-Spiel zwischen einer türkischen und einer kurdischen Mannschaft abgebrochen. (Archivbild)
In NRW wurde ein Kreisliga-Spiel zwischen einer türkischen und einer kurdischen Mannschaft abgebrochen. (Archivbild)
Foto: imago/Rene Schulz

Neuss. Dieses Kreisliga-Spiel in Neuss (NRW) hatte schon im Vorfeld großes Konfliktpotenzial, und die schlimmen Befürchtungen sollten sich bewahrheiten.

Am Donnerstag musste die Partie zwischen dem türkischen Verein SG Erfttal und dem kurdischen SV Mesopotamia in der Kreisliga C in Neuss (NRW) abgebrochen werden, nachdem es zu Auseinandersetzungen gekommen war.

NRW: Kreisliga-Spiel abgebrochen

Die Polizei hatte bereits vor der Partie sicherheitshalber ein großes Aufgebot ins Erfttal geschickt. Schließlich waren mehrere hundert Zuschauer vor Ort. Zunächst erlebten die Beamten eine verhältnismäßig friedliche erste Halbzeit. Die aktuellen politischen Spannungen machten sich lediglich in manchen Fangesängen bemerkbar.

Nach dem Treffer zum 3:0 zeigte der Torschütze von Erfttal dann jedoch den viel diskutierten Militärgruß, wie ein Sprecher der SG Erfttal im Gespräch mit DER WESTEN bestätigte. Daraufhin verließen die Gegner sofort das Spielfeld.

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Es blieb wohl „nur“ bei Beleidigungen

Zuschauer strömten aufs Spielfeld. Mit einer Polizeikette trennten die Beamten die beiden Gruppen voneinander. Dadurch blieb es bei den Auseinandersetzungen nach ersten Erkenntnissen „nur“ bei einem verbalen Schlagabtausch.

Die SG Erfttal mutmaßt, dass der in der Partie deutlich unterlegene KSV Mesopotamia die provokante Geste beim Torjubel nur als Vorwand nutzte, um ein quasi sicher verlorenes Spiel abzubrechen. Von den Vorfällen rund ums Spiel will der Verein sich klar distanzieren.

„Wir wollen Fußball spielen. Wir wollen keine Politik auf dem Platz“, teilte der Sprecher DER WESTEN mit: „Die 22 Spieler auf dem Platz wurden Opfer der anwesenden Gruppierungen. Was können wir als Verein machen, wenn 700 Zuschauer sich non stop verbal austauschen?“

Der Gastverein war für eine Stellungnahme bisher nicht erreichbar.

Der umstrittene Salut-Jubel

Türkische Nationalspieler hatten zuletzt mit dem Militärgruß gejubelt, was in der Fußballwelt scharf kritisiert wurde. Mit dem Salutieren solidarisierten die Spieler sich mit den türkischen Soldaten, die bei der Militäroffensive in Nordsyrien im Einsatz sind.

 
 

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