Warum Kult-Trainer Peter Neururer Christian Streich für besser als Pep Guardiola hält

Peter Neururer.
Peter Neururer.
Foto: firo

Seitdem Peter Neururer Ende 2014 aus dem Trainergeschäft gestiegen ist, ist er zu einer Kult-Figur geworden. Er arbeitet als Experte für den Fernsehsender Sport 1 und gibt auch außerhalb seines Dienstes regelmäßig Kommentare zum Geschehen auf und neben dem Fußballplatz ab.

Gegenüber dem "Kicker" äußerte sich Neuruer zu seiner Vergangenheit, in der er viele Vorstellungsgespräche bei Vereinen aus den Profiligen hatte. Der 62-Jährige erinnert sich dabei an das Gespräch beim 1. FC Saarbrücken, als ihm „zwei hochintelektuelle Menschen" gegenüber saßen, „die allerdings keine Ahnung vom Fußball hatten", erzählt Neururer.

Er sprang auf den Zug auf und führte mit dem Vereinsvorstand ein Fachgespräch. „Ich habe über die psychovegetative Funktionslage eines Bundesligaprofis und die Auswirkungen auf das Leistungsvermögen gesprochen", sagt Neururer, dem dadurch der Job sicher war.

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Fachgespräch beim 1. FC Köln

Besonders professionell habe er das Vorstellungsgespräch beim 1. FC Köln empfunden. „Die wollten exakt wissen, wie ich den Klassenerhalt schaffen, inwiefern ich die Spieler und Gegner kenne und was ich verändern will. Gespräche auf diesem Niveau habe ich seither nie wieder geführt", gibt der Ex-Trainer zu, der trotz allem nicht als großer Lehrmeister vor den Spielern auftreten möchte.

„Für Menschlichkeit brauche ich keine Powepoint-Präsentation. Die Kunst ist es, sich auf dem Niveau der Spieler zu bewegen. Man muss auf den dümmsten eingehen können, genauso auf den intelligentesten. Und die richtige Ansprache findet man auf keiner Powerpoint-Präsentation."

Dennoch könne Neururer nicht sagen, wer für ihn ein guter Trainer ist und wer nicht. Dafür müsse man den Erfolg definieren. Er nennt ein Beispiel: „Ein Trainer ist mit Freiburg (Christian Streich, Anm. d. Red.) abgestiegen, wieder aufgestiegen und hat es in die Europa League geschafft. Würde dieser Coach auch mit Bayern Meister werden? Ich glaube: Ja! Die frage ist: Würde Pep Guardiola auch das Gleiche mit Freiburg schaffen? Ich glaube: Nein!"

(hs)

 
 

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