Wird der MSV Duisburg doch noch Rüttgers’ Klub?

Dirk Retzlaff

Duisburg. Am Mittwoch erklärte Andreas Rüttgers, Repräsentant des MSV-Sponsors Schauinslandreisen, im Internet-Forum der Fans seinen Verzicht auf die Kandidatur zum Vorstandsvorsitzenden des MSV Duisburg. Einen Tag später trat Hans-Werner Tomalak als Aufsichtsrat und Aufsichtsratsvorsitzender zurück. Auch wenn der Sparkassenchef einen Zusammenhang dieser Ereignisse im Gespräch mit der Sportredaktion vehement verneinte – durch die Abfolge der Ereignisse ist eine komplett neue Situation eingetreten, die nun eine wiederum überraschende Variante nach sich ziehen kann: die Kandidatur von Andreas Rüttgers.

In der vergangenen Woche hatte es ein Gespräch zwischen Rüttgers und Tomalak gegeben. Offenbar ging es um die Besetzung des neuen Vorstandes. Rüttgers dazu im Internet-Forum: „Es ging vor allem darum, dass man mein Vorstandsteam so nicht akzeptieren wollte und mir stattdessen Namen vorgelegt hat, die ich so nicht akzeptieren konnte, da ich damit anderen gegenüber hätte wortbrüchig werden müssen.“

Rüttgers wollte sein Vorstandsteam mit einem ehemaligen Spieler und einer „MSV-Legende“ – im Gespräch ist Ferry Schmidt – sowie einer Person aus der Fanszene und einem aktuellen Aufsichtsratsmitglied besetzen.

Höherer Fehlbetrag

Nach dem Rücktritt von Tomalak halten Insider eine erneute Kehrtwende für möglich. „Der Weg für Schauinsland-Reisen ist jetzt frei“, so ein Funktionsträger des MSV Duisburg. In Zusammenhang mit der Rüttgers-Kandidatur war zuletzt ein stärkeres Engagement des Duisburger Reiseveranstalters im Gespräch gewesen.

Eine kurzfristige Lösung kann dem MSV nur guttun – bis zum 13. Januar muss der MSV die Auflagen der Nachlizenzierung erfüllen. War zuletzt noch von einem Betrag zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro die Rede gewesen, soll der Fehlbetrag tatsächlich deutlich höher – über zwei Millionen Euro – sein. Zuletzt hatten die Arena-Gesellschafter eine Reduzierung der Stadionmiete in Aussicht gestellt.