Duisburg

Wer trainiert den MSV: Runjaic, Atalan - oder doch Gruev?

Ist seine Zeit beim MSV Duisburg abgelaufen? Trainer Ilia Gruev steht in der Kritik.
Ist seine Zeit beim MSV Duisburg abgelaufen? Trainer Ilia Gruev steht in der Kritik.
Foto: Getty Images

Duisburg. Ilia Gruev leitete am Sonntag das Training der Reservisten des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg. Der 48-Jährige ist beim Tabellenletzten auch nach der 1:3 (1:2)-Heimniederlage gegen den SSV Jahn Regensburg weiterhin im Amt. Noch. Heute oder morgen wollen die Verantwortlichen des MSV entscheiden, ob der gebürtige Bulgare weiter die sportliche Verantwortung tragen darf. Heute ist in Duisburg trainingsfrei. Erst morgen geht es weiter. Es ist noch offen, mit welchem Trainer.

MSV-Aufsichtsratschef Jürgen Marbach (60) erklärte unmittelbar nach dem Spiel, dass es keinen Automatismus gebe: „Die Niederlage bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir den Trainer wechseln.“ Der Funktionär sagte auch: „Nur 50 Prozent der Trainerwechsel bringen auch den Erfolg.“

Trotz der Horrorbilanz (acht Spiele, zwei Punkte, vier Heimniederlagen) tun sich die Duisburger Verantwortlichen schwer, die Reißleine zu ziehen. MSV-Präsident Ingo Wald (60) war am Wochenende nicht davon überzeugt, dass ein Trainerwechsel auch die richtige Entscheidung sein muss. „Die Mannschaft steht hinter dem Trainer. Das Regensburg-Spiel hat gezeigt, dass sie für ihn spielt. Ich habe nicht das Gefühl, dass zwingend ein Impuls gesetzt werden muss, weil der Trainer die Mannschaft nicht erreicht“, nannte Wald seine Argumente, um mit Gruev weitermachen zu können.

Ilia Gruev selbst sieht sich weiter in der Lage, das Ruder herumreißen zu können: „Wir haben in Duisburg ein starkes Wir-Gefühl“, sagt der Trainer, der auch betont: „Aufgeben in einer schwierigen Situation ist für mich keine Option.“

Gruev verlor allerdings am Samstag die Rückendeckung vieler Fans, indem er den besten Spieler seiner Mannschaft, Torschütze Joe Gyau, auswechselte. Gruev begründete das später mit fehlender Match-Fitness des US-Amerikaners. Mit dieser Auswechslung kippe die Stimmung in der Duisburger Arena. „Gruev-raus“-Rufe schallten durch das Stadion.

Auch wenn noch keine Entscheidung gefallen ist, glühen in Duisburg die Drähte zu potenziellen Nachfolgekandidaten des Trainers. Bernd Hollerbach (früher Würzburger Kickers) saß am Samstag auf der Tribüne, gilt allerdings nicht als möglicher Kandidat.

Es besteht zwar ein Kontakt zu Duisburgs ehemaligem Trainer Kosta Runjaic, der noch bis Juni 2019 beim polnischen Erstligisten Pogon Stettin unter Vertrag steht, das Traineramt haben die Duisburger Verantwortlichen dem 47-Jährigen bislang aber noch nicht angetragen. Zudem besteht bei Pogon Stettin kein Interesse, den Trainer ziehen zu lassen.

Ein heißer Kandidat ist hingegen Ismail Atalan, der in der vergangenen Saison lediglich für kurze Zeit beim Liga-Konkurrenten VfL Bochum tätig war, zuvor aber beim Drittligisten Sportfreunde Lotte erfolgreiche Arbeit abgeliefert hatte. Der auch ins Gespräch gekommene gebürtige Hattinger Uwe Neuhaus, den Dynamo Dresden kürzlich entlassen hatte, steht dem Vernehmen nach für den Job beim MSV nicht zur Verfügung.

 
 

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