Warum Spitzenreiter MSV Duisburg mit dem Feuer spielt - ein Kommentar

Mit dem MSV seit vier Spielen sieglos: Trainer Ilia Gruev.
Mit dem MSV seit vier Spielen sieglos: Trainer Ilia Gruev.
Foto: firo
  • Der MSV Duisburg ist weiterhin Tabellenführer der 3. Liga
  • Sportlich läuft es derzeit aber nicht rund. Der Trainer bleibt seiner Linie treu
  • Ein Kommentar

Kiel. as Hauptargument des MSV Duisburg ist überzeugend. Die Zebras sind Tabellenführer der 3. Liga. Und das seit dem neunten Spieltag. Ununterbrochen.

Ein Formtief oder gar eine Krise wollten sich Spieler und Verantwortliche nach der 0:2-Niederlage am Dienstagabend in Kiel deshalb auch nicht andichten lassen. Zumal MSV-Trainer Ilia Gruev im Anschluss an die Pleite bei den Norddeutschen von einer "sehr guten Leistung" sprach.

Zufrieden kann der MSV Duisburg mit den letzten Spielen nicht sein

Nach der zweiten Niederlage in Folge und dem vierten torlosen Spiel nacheinander sind diese Worte nicht klug gewählt. Sie bestärken jene Kritiker, die dem Bulgaren Schönfärberei unterstellen.

Es wäre stattdessen an der Zeit gewesen, seine Mannschaft, aber auch sich selbst, in die Pflicht zu nehmen. Denn zufrieden kann der MSV mit dem Verlauf der letzten Spiele nicht sein. Die Fans sind es jedenfalls nicht.

Der MSV Duisburg braucht mehr Torgefahr

Schon beim 0:1 gegen Wehen Wiesbaden gab es Pfiffe. Die erhoffte Wiedergutmachung in Kiel blieb aus. Zum zehnten Mal in dieser Saison gelang es Duisburg nicht, ein Tor zu erzielen.

Eine katastrophaler Wert für eine Spitzenmannschaft. Zu statisch, zu berechenbar, zu ungefährlich treten die Zebras vor allem gegen defensiv ausgerichtete Gegner auf. Das hat freilich auch der Trainer zu verantworten. Gruev muss einen besseren Job machen. Er muss einen Weg finden, der dem MSV mehr Torgefahr verleiht.

Dem MSV Duisburg fehlt es an Qualität in der Offensive

Er alleine trägt jedoch keinesfalls die Hauptschuld für die Flaute. Duisburg fehlt ein Offensivspieler, der enge Duelle mit seiner individuellen Klasse entscheiden kann. Kingsley Onuegbu (6 Tore), Stanislav Iljutcenko (3 Tore) und Simon Brandstetter (2 Tore) konnten diese Qualität bisher nicht nachweisen.

Auf dieser Position besteht mit Blick auf das nächste Transferfenster akuter Handlungsbedarf. Erst recht, falls es mit der fest anvisierten Rückkehr in die 2. Liga klappt.

Der MSV Duisburg profitiert von der Schwäche der Konkurrenz

Von der Tabellenführung darf sich die sportliche Leitung momentan nicht blenden lassen. Dass der MSV überhaupt noch den Platz an der Sonne für sich beanspruchen kann, ist der Schwäche der Konkurrenz geschuldet. Keiner Mannschaft gelingt es, konstant zu punkten.

Der Aufstieg in die 2. Bundesliga wird in einem Schneckenrennen entschieden. So ist es erst möglich, dass die Zebras mit einem mäßigen Schnitt von 1,74 Punkten pro Spiel das Feld anführen. Seit der Einführung der 3. Liga in der Saison 2008/09 war kein Aufsteiger schlechter. Der SV Sandhausen hatte in der Spielzeit 2011/12 in der Endabrechnung den gleichen Schnitt.

Einen weiteren Patzer kann Duisburg sich nicht erlauben

Ob die Zebras diesen überhaupt halten können, ist nach den Leistungen der letzten Spiele ohnehin fraglich. Ihren komfortablen Vorsprung haben die Meidericher fast komplett eingebüßt. Der MSV Duisburg spielt mit dem Feuer.

Auf die Schwäche der Kontrahenten kann sich niemand nicht mehr verlassen. Ein weiterer Patzer und die Tabellenführung könnte futsch sein. Das Hauptargument, das für die Mannschaft und den Trainer spricht, würde es somit nicht mehr geben.

Der MSV Duisburg braucht Klartext

Bevor es überhaupt so weit kommt, muss Klartext gesprochen werden. In den kommenden Spielen bedarf es wieder einer Leistungssteigerung, um ein nervenaufreibendes Saisonfinish zu vermeiden.

Denn dass für den MSV unter allen Aufstiegskandidaten mit Abstand am meisten auf dem Spiel steht, steht außer Frage. Eine weitere Saison in der 3. Liga kann sich der finanziell nicht auf Rosen gebettete Verein wohl kaum erlauben.

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