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Stadionsponsor bleibt dem MSV Duisburg treu

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Die Arena des MSV Duisburg. Foto: imago
Der Stadionsponsor bleibt dem MSV Duisburg bis Sommer 2016 erhalten. Schauinsland-Reisen packt sogar einen Aufschlag von 19,02 Prozent auf seine Sponsoringsumme drauf. Die Vorgänge beim Relegationsspiel in Düsseldorf machen die Verantwortlichen nachdenklich.

Duisburg. 

Da schau‘ her: Schauinsland-Reisen packt passend zum Gründungsdatum des MSV Duisburg künftig 19,02 Prozent auf seine jährliche Sponsoringsumme drauf. „Wir nehmen damit Bezug auf das neue Leitbild des MSV Duisburg“, sagt Gerald Kassner, Geschäftsführer und Inhaber des Reiseunternehmens. Der Slogan „1902 – wir sind dabei“ soll bei den Zebras für Aufbruchstimmung sorgen. Kassner: „Das sehen wir als Verpflichtung an und hoffen, dass sich auch andere Wirtschaftsunternehmen in Duisburg stärker engagieren.“

Schauinsland-Reisen verlängerte sein Namensrecht für die Arena des MSV zu verbesserten Konditionen vorzeitig bis Sommer 2016. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen und deutlich machen, dass wir gerne den eingeschlagenen Weg mit dem MSV, der sich im Umbruch befindet, weitergehen wollen. Das Geld soll hier gut investiert sein“, sagt Gerald Kassner. Ursprünglich wäre die Zusammenarbeit noch bis zum Sommer 2013 gelaufen.

MSV DuisburgMSV-Geschäftsführer Roland Kentsch nahm die vorzeitige Verlängerung des Kontraktes mit Freude zur Kenntnis. „Für uns ist das ein sehr, sehr bedeutender Sponsoringvertrag. Damit haben wir einen gewissen Meilenstein gesetzt. Vor zwei Jahren haben wir die Zusammenarbeit gestartet, zu diesem Zeitpunkt war hier das meistdiskutierte Thema, ob wir überhaupt eine Lizenz für die zweite Liga bekommen würden“, blickt Kentsch zurück. Das künftige Engagement von Schauinsland-Reisen soll sich nicht nur auf das Namensrecht für das Stadion beschränken. Kentsch: „Wir haben noch viel miteinander vor. Es steckt ganz viel Potenzial in diesem Deal. Die Leute dürfen gespannt sein, was wir noch auf den Weg bringen werden.“

MSV-Präsident Andreas Rüttgers ist froh, dass nach der Neuaufstellung im Marketingbereich „alle Beträge, die zur Verfügung gestellt werden, auch beim MSV landen.“ Rüttgers: „Wir befinden uns langfristig auf einem extrem guten Weg.“ Allerdings soll die vorzeitige Beendigung des Vertragsverhältnisses mit Hellmich-Marketing den MSV nach Informationen der Sportredaktion drei Millionen Euro kosten.

„Der Preis ist zu hoch“

Auch in Duisburg sind die skandalösen Begleitumstände, die beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2) für eine 20-minütige Unterbrechung sorgten, ein heißes Thema. „Wenn so etwas hier vorkommen würde, müsste man darüber intensiv sprechen. Als Namensgeber eines Stadions hat man darauf zu achten, dass bei der Rückstrahlung alles mit rechten Dingen zugeht“, sagt Gerald Kassner, der die MSV-Fans allerdings im normalen fußballbegeisterten Bereich ansiedelt: „Die Fankultur in Duisburg ist gut.“

Im letzten Meisterschaftsspiel erreichten die Zebras in Düsseldorf ein 2:2. Auch in dieser Partie strömten hunderte Fortuna-Fans auf den Rasen und fackelten Pyrotechnik ab – nach dem Schlusspfiff. „Was da gegen Berlin abgelaufen ist, hat mich sehr nachdenklich gemacht“, stellte Roland Kentsch fest, „ich habe verfolgt, was Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt gesagt hat und auch die Replik von Düsseldorfs Sportmanager Wolf Werner mitbekommen. Die Verantwortlichen in Frankfurt haben eine schwere Entscheidung zu treffen.“ Neuansetzung ja oder nein?

Die Welle der Gewalt sieht Kentsch nicht als neues Problem im deutschen Fußball an. Bei Karlsruhes Abstieg gab es in und außerhalb des Stadions schwere Krawalle mit über 70 Verletzten. Beim Abstieg des 1. FC Köln nebelte eine Minderheit die komplette Fantribüne ein. Eintracht Frankfurt und Dynamo Dresden fielen bei Fan-Ausschreitungen im Saisonverlauf ebenso unangenehm auf wie Absteiger Hansa Rostock. Kentsch: „Das Problem bricht jetzt auf. Ich sehe es mit sehr großer Sorge. Auf DFB-Ebene nimmt man sich dieses Themas an, es steht ganz oben auf der Agenda. Aber noch gibt es keine Lösung.“ Er schiebt nach: „Eine Entwicklung wie in Großbritannien wollen wir hier nicht. Dort gab es vor Jahren schlimme Exzesse. Dann wurden die Eintrittspreise drastisch erhöht, es gab scharfe Kontrollen und personalisierte Tickets.“ Die Folge: Die Krawalle verschwanden aus den englischen Stadien. Kentsch: „Aber der Preis ist zu hoch, wenn die Arenen nur noch halb gefüllt sind.“