St. Pauli stürzt den MSV Duisburg in die Krise

Die MSV-Fans gedachten beim Spiel in St. Pauli dem verstorbenen Fanbetreuer Dirk Lechtenberg. (Foto: Reichwein/WAZ-Foto-Pool),
Die MSV-Fans gedachten beim Spiel in St. Pauli dem verstorbenen Fanbetreuer Dirk Lechtenberg. (Foto: Reichwein/WAZ-Foto-Pool),
Foto: Christoph Reichwein

Hamburg. Mit einem 1:2 (1:1) beim FC St. Pauli hat der MSV Duisburg in der zweiten Fußball-Bundesliga auch im fünften Anlauf keine Wende geschafft. Die beherzte Zebra-Leistung in Unterzahl wurde nicht belohnt. In der Nachspielzeit traf Fin Bartels zum Siegtreffer.

Vor dem Spiel am Millerntor, wo die MSV-Hymne dem verstorbenen Fanbetreuer Dirk „Lechti“ Lechtenberg gewidmet wurde, quartierte sich der MSV im Grand Elysée Hotel Hamburg ein. Dort nächtigte mit dem Dalai Lama auch das religiöse Oberhaupt der Tibeter. Der Friedensnobelpreisträger nahm an der Elbe am internationalen Achtsamkeits-Kongress teil.

MSV-Spieler Gjasula traf die Latte

Und höchste Achtsamkeit war auch für den MSV Duisburg nach dem Stotterstart in der zweiten Bundesliga vonnöten. Nach dem ersten Ausrufezeichen des FC St. Pauli, für den Neuerwerbung Kevin Schindler vorbeiköpfte (13.), waren die Zebras am Zug. Jürgen Gjasula traf aus der Distanz nur die Latte (16.). Emil Jula, der nach seinem Muskelbündelriss doch in die Startformation rückte, zielte knapp vorbei (17.).

Nach einer Duisburger Ecke entwickelte sich das überraschende Führungstor für die zunächst harmlosen St. Paulianer. Jürgen Gjasula verlor den Ball im Mittelfeld, die komplette Zebra-Defensive war weit aufgerückt und wurde klassisch ausgekontert. Max Kruse bediente Schindler, der vor Branimir Bajic ins lange Eck schoss – 1:0 (33.).

Bajic erzielt für Duisbuig das 1:1

Die Elf von Trainer Milan Sasic antwortete schnell. Nach einem Freistoß bugsierte Markus Bollmann den Ball mit gegnerischer Hilfe vor das Hamburger Tor, wo Bajic völlig freistehend zum 1:1 einnetzen konnte (38.).

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber schwungvoller aus der Kabine. Fin Bartels versetzte Bruno Soares, scheiterte aber mit seinem Schuss am gut reagierenden MSV-Keeper Fromlowitz (47.). Kurz darauf versuchte es Kruse, der einen feinen Pass von Florian Bruns aufnahm. Wieder zeigte Florian Fromlowitz sein ganzen Können (54.).

Die Endphase wurde für den MSV zu einer äußerst kniffligen Angelegenheit, weil Vasileios Pliatsikas sich nach seinem zweiten Foulspiel die gelb-rote Karte einhandelte (68.). Für den griechischen Nationalspieler war es nach dem Eklat in Karlsruhe, als er wütend eine Kabinentür demolierte, die zweite Hinausstellung in der noch jungen Saison.

Turbulente Endphase zwischen St. Pauli und MSV Duisburg

Trainer Milan Sasic reagierte und brachte mit Maurice Exslager für den ausgepumpten Flamur Kastrati einen frischen Spieler. Im MSV-Strafraum gab es in der hektischen Endphase mehrere turbulente Situationen, die Fromlowitz & Co. allerdings bis zur Nachspielzeit unbeschadet überstanden. Der ehemalige Hannoveraner Schlussmann hexte in der 82. Minute einen Kopfball von Rouwen Hennings über die Latte. Dann war auch Fromlowitz machtlos. Einen Querpass von Daube schoss Fin Bartels zum St.Pauli-Sieg ins Netz. Am Rande der Partie unterstrich Ex-MSV-Trainer Peter Neururer via TV-Interview die scharfe Kritik an seinem Nachfolger Milan Sasic. „Er ist ein mieser Kollege, dazu stehe ich“, so Neururer. Fortsetzung folgt.

 
 

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