Roland Kentsch pocht in Klage auf Erfüllung seines MSV-Vertrages

Dirk Retzlaff
Ex-MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch
Ex-MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch
Foto: WAZ FotoPool
Roland Kentsch tauchte am 29. Mai, dem Tag des Lizenzentzuges für den MSV Duisburg, öffentlich ab. Seitdem kein Statement, kein Interview – nach seiner Abberufung als Geschäftsführer des MSV zweieinhalb Wochen später war der 56-Jährige komplett von der Bildfläche verschwunden. Im Gespräch mit dieser Zeitung äußerte sich Kentsch am Sonntag zum ersten Mal nach dem Lizenzentzug des früheren Fußball-Zweitligisten öffentlich.

Duisburg. Roland Kentsch und der MSV – demnächst werden sich beide Parteien vor Gericht wiedersehen, beide Seiten verklagen sich gegenseitig. Kentsch: „Ich klage gegen meine fristlose Kündigung.“. Der MSV will gegen den Ex-Geschäftsführer Regressansprüche geltend machen. MSV-Boss Udo Kirmse: „Kentsch hat einen beträchtlichen Schaden verursacht.“ Laut Kirmse geht die Duisburger Klageschrift in Kürze raus. Von der Klage des Ex-Geschäftsführers hat Kirmse bislang nur gehört: „Die Klageschrift liegt uns noch nicht vor.“ Auch Roland Kentsch erhielt noch keine Post. Kentsch: „Ich weiß, dass eine Drohung im Raum steht.“

Der Duisburger Klage sieht der Ex-Bielefelder nach eigenen Angaben gelassen entgegen. Er betrachtet sich nicht als Schuldigen für den Lizenzentzug. Kentsch: „Der Lizenzentzug ist ein Ergebnis jahrelanger Streitigkeiten innerhalb des Vereins, die meines Wissens nach immer noch nicht beigelegt sind. Das konnte auf Dauer nicht gutgehen.“ Kentsch war der Überzeugung, dass die Unterlagen in Ordnung waren und es für den MSV reichen würde: „Die Liga hätte es auch anders auslegen können.“ Der Funktionär verweist zudem auf den engen Zeitrahmen, er hätte die Unterlagen lieber eine Woche früher nach Frankfurt geschickt, da lag jedoch noch kein Ergebnis vor. Der MSV hatte den Lizenzantrag schließlich erste wenige Minuten vor Ablauf der Frist per Mail zur DFL geschickt.

Kentsch pocht in seiner Klage auf die Erfüllung seines Vertrages bis zum Juni 2014. „Erst zwei Wochen vor meiner Abberufung hatte der Aufsichtsrat meinen Vertrag verlängert.“