Parallelen - Hansa und MSV drücken finanzielle Sorgen

Thomas Tartemann
Die DKB-Arena in Rostock ist die Heimat des Fußball-Drittligisten FC Hansa. Am Samstag gastiert der MSV Duisburg zum Auswärtsspiel beim ehemaligen Bundesligisten. Zwischen beiden Kontrahenten gibt es Parallelen: Sowohl Hansa als auch der MSV stehen dicht vor einem dringend erforderlichen Schuldenschnitt, um sich für die Zukunft wirtschaftlich besser aufzustellen.
Die DKB-Arena in Rostock ist die Heimat des Fußball-Drittligisten FC Hansa. Am Samstag gastiert der MSV Duisburg zum Auswärtsspiel beim ehemaligen Bundesligisten. Zwischen beiden Kontrahenten gibt es Parallelen: Sowohl Hansa als auch der MSV stehen dicht vor einem dringend erforderlichen Schuldenschnitt, um sich für die Zukunft wirtschaftlich besser aufzustellen.
Foto: dpa
Am Samstag um 14 Uhr tritt der MSV Duisburg beim FC Hansa Rostock an. Während der MSV hofft, dass der angestrebte Schuldenschnitt bis Mai über die Bühne geht. setzen die Ostseestädter darauf, dass ihre Gläubiger auf einen Großteil der Forderungen verzichten.

Duisburg/Rostock. Rund 550 Kilometer Entfernung trennen die Drittliga-Spielstätten des MSV Duisburg und Hansa Rostock. Bei genauer Betrachtung sind sich beide Klubs, die am Samstag (14 Uhr, DKB-Arena, live in unserem Ticker) im direkten Duell aufeinandertreffen, allerdings gar nicht so fern.

Ähnlich wie die Zebras drücken auch den FC Hansa reichlich finanzielle Sorgen. Während MSV-Boss Udo Kirmse spätestens bis zum Mai damit rechnet, den angeleierten Schuldenschnitt mit den Gläubigern in trockene Tücher zu bekommen und den Verein damit für die Zukunft sicherer aufzustellen, scheinen die Mecklenburger schon einen Schritt weiter.

Vor wenigen Tagen fand eine Sanierungsversammlung in den Vereins-Räumlichkeiten statt. Mit den Gläubigern des FC Hansa besteht Einigung. „Es könnte sein, dass unsere Banken auf acht Millionen Euro verzichten. Das wäre ein großer Schritt nach vorne“, zeigte sich Rostocks Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk zuversichtlich. Das Land Mecklenburg-Vorpommern spielt beim geplanten Schuldenerlass eine wichtige Rolle, da es mit einer Staatsgarantie für über drei Millionen Euro Hansa-Verbindlichkeiten bürgt. Bis Ende April soll Klarheit darüber herrschen, ob das Land bei dem Sanierungsplan mitzieht. Hansa will aber nicht nur nehmen, sondern auch geben: Rund zwei Millionen Euro soll der jährliche Eigenanteil an der Sanierung betragen.

Der Schuldenstand des ehemaligen Bundesligisten wird aktuell auf zehn Millionen Euro geschätzt. Zudem steht der FC Hansa über seine Tochter „Ostsee-Stadion GmbH“ mit etwa 18 Millionen Euro in der Kreide. Allerdings steht diesem Minus der Stadionwert der DKB-Arena gegenüber.

Kurz vor Weihnachten wurde es für die Rostocker knifflig. Der FCH musste eine Liquiditätslücke von fast 500 000 Euro schließen. Sogar ein Punktabzug stand kurzzeitig im Raum, aber letztlich wurde das Defizit zur Zufriedenheit des DFB begradigt, so dass der Spielbetrieb bis zum Juni gesichert ist. Stadions-Namensgeber Deutsche Kreditbank griff dem Drittligisten mit einem Kontokorrentkredit unter die Arme.

10 000 Fans im Schnitt

Im letzten Geschäftsjahr wurden in der Hansestadt rund zwei Millionen Miese gemacht, da es deutliche Einbußen in der Zuschauerkalkulation gegeben hatte. Dass die Zahlen in den kommenden Drittliga-Partien noch einmal anziehen, ist eher unwahrscheinlich. Rund 10 000 Fans kommen im Schnitt zu den FCH-Spielen: Nur Duisburg und RB Leipzig können bessere Zahlen vorweisen. Bei zehn Punkten Rückstand auf Rang drei ist die Aufstiegschance für die Mannschaft von Trainer Andreas Bergmann allerdings vertan.