Neuzugang Ledgerwood halb zufrieden nach MSV-Debüt

Thomas Tartemann
Nikolas Ledgerwood geht für gewöhnlich dahin, wo es weh tut. Noch ist der MSV-Neuzugang, der im defensiven Mittelfeld die gegnerischen Aufbauversuche unterbinden soll,  nicht bei 100 Prozent.
Nikolas Ledgerwood geht für gewöhnlich dahin, wo es weh tut. Noch ist der MSV-Neuzugang, der im defensiven Mittelfeld die gegnerischen Aufbauversuche unterbinden soll, nicht bei 100 Prozent.
Foto: imago/Walter Baehnisch NRZ
Neuzugang Nikolas Ledgerwood freut sích nach seinem Kaltstart beim 1:1 in Regensburg auf den ersten Auftritt vor heimischem Publikum. Der Defensivstratege zeigt sich selbstkritisch und sagt: „Ich bin noch nicht da, wo ich hin will. Richtig zufrieden bin ich erst, wenn wir einen Dreier holen.“

Duisburg. Vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft in der 3. Liga hatte Duisburgs Trainer Karsten Baumann „noch ein paar Defizite“ bei seinem Neuzugang Nikolas Ledgerwood ausgemacht. Der 29-Jährige Kicker war nach seinem Vertragsende bei Hammarby IF einige Tage ohne Teamtraining geblieben, bevor er zu den Zebras stieß.

Durch die dramatische Personalsituation beim MSV Duisburg kam dann aber doch alles anders. Ledgerwood feierte beim 1:1 in Regensburg nicht nur seinen Pflichtspieleinstand bei den Duisburgern, sondern er ackerte auch komplett durch. „Ich war einigermaßen einverstanden mit meinem Debüt“, bilanzierte der sympathische Kanadier, schob aber noch relativierend nach: „Bei einem Unentschieden bin ich halbzufrieden. Richtig zufrieden bin ich erst dann, wenn wir drei Punkte holen.“

Ledgerwood fand es trotz seines Kaltstarts „gut, dass ich wieder über eine komplette Spielzeit dabei gewesen bin.“ Doch trotz seiner engagierten kämpferischen Leistung ist es für Schulterklopfer noch zu früh. Das weiß der einstige Münchner Löwe selbst am besten. Ledgerwood: „Ich bin noch nicht da, wo ich hin will.“

Kühne: „Unberechenbar werden“

Möglicherweise kommt die Arbeitsbiene noch besser zur Geltung, wenn Offensivkräfte wie Kevin Wolze, Deniz Ayciciek oder Michael Gardawski in die Mannschaft zurückkehren und seine eroberten Bälle gewinnbringend einsetzen können. In Regensburg wackelte Duisburgs Notbesetzung nach dem Seitenwechsel. Trotzdem zeigte sich der erfahrene Nationalspieler angetan von seinen Teamkollegen: „Die Jungs haben einen Supereindruck auf mich gemacht. Das läuft hier alles sehr professionell. Wir haben Talente, die spielen, sich zeigen wollen und auf ihre Chance warten.“

Nach dem Remis bei seiner Premiere freut sich Ledgerwood nun auf den ersten Auftritt in seinem neuen „Wohnzimmer“. „Jetzt konzentriere ich mich auf das Heimspiel gegen RB Leipzig und freue mich auf das schöne Stadion und das tolle Duisburger Publikum. Wir wollen den Fans etwas schenken“, sagt Nikolas Ledgerwood. Wie das gehen soll, hat der Neuzugang schon im Kopf. „In der 3. Liga läuft es nur über den Kampf. Du musst Vollgas geben. In Regensburg ist es genauso abgelaufen wie ich mir das vorher gedacht hatte.“

Außenverteidiger Matthias Kühne kennt die Spielklasse aus dem Vorjahr mit Babelsberg noch intensiver als Ledgerwood. „Die Spielklasse ist und bleibt unberechenbar. Die Favoriten Leipzig, Rostock und Wehen haben allesamt verloren. Wir müssen in den Leistungen konstanter werden und ebenfalls unberechenbar – allerdings im positiven Sinne“, hofft „Matze“ auf ein Aha-Erlebnis gegen Leipzig.