Muskelfaserriss setzt MSV-Kapitän Steffen Bohl matt

Thomas Tartemann
Steffen Bohl, hier im Pokal gegen den Kölner Jonas Hector, fehlt den Zebras mehrere Wochen verletzungsbedingt. Der Mannschaftskapitän des MSV Duisburg zog sich bei der 0:1-Auswärtsniederlage bei Holstein Kiel einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu.
Steffen Bohl, hier im Pokal gegen den Kölner Jonas Hector, fehlt den Zebras mehrere Wochen verletzungsbedingt. Der Mannschaftskapitän des MSV Duisburg zog sich bei der 0:1-Auswärtsniederlage bei Holstein Kiel einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu.
Foto: Bongarts/Getty Images
Steffen Bohl war beim 0:1 in Kiel mit Oberschenkelbeschwerden ausgewechselt worden. Ein Muskelfaserriss zwingt den Kapitän zur mehrwöchigen Pause.

Duisburg. Die Untersuchung bei den Mannschaftsärzten Falk Ullerich und Christian Schoepp in der BG Unfallklinik brachte gestern Mittag Gewissheit. Steffen Bohl, Mannschaftskapitän des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg, hat sich beim 0:1 in Kiel einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen.

Teamkollege Kevin Wolze fiel mit einem Muskelfaserriss in der Wade zuletzt vier Wochen aus. Selbst, wenn der Heilungsverlauf beim ehrgeizigen Bohl schneller voranschreiten sollte, wird es mit einem Comeback vor der Winterpause schwer. Am 20. Dezember steht das letzte Pflichtspiel des Jahres 2014 gegen die Reserve des FSV Mainz 05 an. Bohl hofft, dass er dem Team dann wieder zur Verfügung steht.

Heute nehmen die Zebras um 10 Uhr an der Westender Straße wieder die Arbeit auf. Die völlig unnötige 0:1-Niederlage an der Förde wird dann zwangsläufig noch einmal Thema sein. „Uns hat in Kiel das Glück gefehlt. Es war ein Spiel, bei dem klar war: Wer das erste Tor macht, der gewinnt. Wir hätten gegen Holstein in Führung gehen müssen“, bilanziert MSV-Verteidiger Thomas Meißner, der den Blick bereits auf die nächste Aufgabe richtet. „Am Samstag“, sagt der ehemalige Dortmunder, „wollen wir zuhause gegen den SV Wehen Wiesbaden unbedingt den Dreier holen. Bei uns ist es für gegnerische Teams immer schwer, zu bestehen. Das wollen wir fortsetzen.“

In der Schauinslandreisen-Arena haben Torwart Michael Ratajczak & Co. bisher vier Siege und fünf Remis eingefahren. Zusammen mit den Stuttgarter Kickers sind die Zebras auf eigenem Platz noch ungeschlagen.

"Köpfe wieder hochnehmen"

„Wichtig ist jetzt, dass wir die Köpfe nach dem Rückschlag bei Holstein Kiel wieder hochnehmen“, sagt Außenverteidiger Kevin Wolze, „gegen Wehen erwartet uns ein schweres Heimspiel. Am Samstag müssen wir voll da sein.“

Dass die Reise in den hohen Norden mit einem Frusterlebnis endete, nervte auch Wolze. „Chancen sind eigentlich nur durch Fehler von uns zustande gekommen. Wir haben in den letzten 15 Minuten etwas zu tief gestanden. Insgesamt war es ein Spiel auf Messers Schneide. Zum Schluss hatten wir noch die Chance, zum 1:1 auszugleichen. Wenn du dann mit leeren Händen nach Hause fährst, ist die Enttäuschung natürlich riesig.“

Für Wolze selbst war der 70-minütige Einsatz in Kiel der Schritt zurück in die Stammelf. „Mein letztes Ligaspiel war am 18. Oktober in Cottbus, danach kam die Wadenverletzung. Ich freue mich, dass ich wieder dabei sein kann.“ Das Abrutschen auf Platz zehn hat für den 24-Jährigen nur untergeordnete Bedeutung. Wolze cool: „Das hängt alles so dicht zusammen. Wenn Du gewinnst, bleibst du oben. Gegen Wehen wollen wir zurück in die Erfolgsspur. Was zum Winter herausspringt, sehen wir dann.“

Unterdessen bezog Manager Ivo Grlic auf der Klubhomepage Stellung zu Medienberichten, wonach Trainer Gino Lettieri MSV-Spieler ungerecht behandeln, nach Sympathie aufstellen und auch noch beleidigen soll. Grlic: „Die Vorhaltung, Gino sei beleidigend gegenüber Spielern, entbehrt jeder Grundlage. Wir alle sind von Gino als Trainer und Mensch absolut überzeugt.“