MSV will „raus aus dem Dreck“

Thomas Tartemann
„Bloß keine Verkrampfung!“ MSV-Spieler Goran Sukalo.( Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool)
„Bloß keine Verkrampfung!“ MSV-Spieler Goran Sukalo.( Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool)
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Spätestens nach dem 1:2 in Bochum schrillen beim MSV Duisburg die Alarmglocken. Die Zebras, als Anwärter auf die Tabellenplätze eins bis sechs in die Saison gestartet, sind auf den drittletzten Rang abgestürzt.

„Ich könnte mir im Moment etwas Schöneres vorstellen, als auf die Tabelle zu schauen“, sagt Vorstandsvorsitzender Dieter Steffen, „das ist zurzeit kein schöner Anblick. Unser erstes Ziel muss jetzt sein, aus dem Keller herauszukommen. Das schaffen wir nur gemeinsam.“

Gemeinsam heißt übersetzt: Mit Trainer Milan Sasic. Während bei anderen Profiklubs schon die üblichen Mechanismen des Geschäfts greifen, bleibt es an der Wedau noch ruhig. „Der Trainer braucht eine verlässliche Basis, die bieten wir ihm“, versichert Steffen, „diese Chance muss Milan Sasic bekommen. Wir vertrauen dem Coach, dass er beim Team die Tendenzen weckt, die in der jetzigen Situation erforderlich sind.“

Schlechtes Gesamtpaket

Fußballerische Finessen sind beim MSV auch am Sonntag gegen den SC Paderborn (13.30 Uhr, Arena, live im DerWesten-Ticker) nicht zu erwarten. Mittelfeldspieler Goran Sukalo: „Für uns kommt es darauf an, mit Kampf Erfolge zu feiern und auf die Gewinn-Spur zurückzufinden. Dann können wir auch wieder den attraktiven Fußball bieten, der uns in der letzten Saison ausgezeichnet hat.“

Doch da war die Mannschaft noch anders zusammengestellt, es gab mehr Führungskräfte, mehr Mitreißer. Inzwischen hängt alles an Abwehrchef Branimir Bajic und eben Sukalo. „Wir versuchen, die Jungs zu führen und ihnen zu helfen. Branimir und ich sind erfahren, wir wissen, wie es in Duisburg läuft. Wichtig ist, dass die Spieler sich nicht selbst zu viel Druck aufbauen. So etwas bedeutet automatisch Verkrampfung“, sagt der 30-Jährige.

Sukalo sieht noch keinen Anlass zur Panik: „Was ist passiert? Wir haben neun Spiele in der zweiten Liga gemacht, die Welt ist nicht untergegangen. Die eine oder andere Halbzeit war gut von uns, aber das Gesamtpaket ist bisher schlecht gewesen. Wir haben weniger erreicht als erwartet. Wenn wir jetzt kurz vor dem 34. Spiel stehen würden, dann wäre der Druck da.“

Die Frage, wie den Zebras der Umkehrschub gelingen soll, beantwortet Sukalo so: „Wir müssen gegen Paderborn mit Spaß ins Spiel gehen, jeder muss den Ball haben wollen und geil auf den Erfolg sein. Wir müssen zeigen, was wir drauf haben. Und zwar zu 100 Prozent.“ Dieter Steffen spürt bei der Mannschaft „fehlendes Selbstvertrauen“. Sein Ansatz: „Wir brauchen ein, zwei Siege in Folge, die eine Wende zum Positiven bewirken.“

Die Zebras geigten sich vor dem Bochum-Match bei einem Teamabend in der Düsseldorfer Altstadt die Meinung. „Jeder hat dem anderen gesagt, was er auf dem Herzen hat, was ihn stört, was besser werden muss. Die Atmosphäre ist bei uns sehr gut, trotz der negativen Ergebnisse. Wir wollen zusammen raus aus dem Dreck“, sagt Sukalo.