MSV-Verteidiger Ofosu-Ayeh bekennt sich zu seiner afrikanischen Herkunft

Kämpfen bis zum Umfallen: Phil Ofosu-Ayeh im Trikot des FC Rot-Weiß Erfurt.
Kämpfen bis zum Umfallen: Phil Ofosu-Ayeh im Trikot des FC Rot-Weiß Erfurt.
Foto: Sascha Fromm
Phil Ofosu-Ayeh hieß vor drei Jahren noch Phil Schlüter. Der heutige Außenverteidiger es MSV Duisburg bekannt sich zu seiner afrikanischen Herkunft. Über Duisburg könnte er sich den Traum von der Nationalmannschaft erfüllen.

Duisburg.. Bei der Gewissensfrage bei der Fußball-Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Südafrika wählte Phil Ofosu-Ayeh den bequemen Weg. Deutschland besiegte Ghana mit 1:0, und der heutige Drittliga-Fußballer des MSV Duisburg drückte keinem der beiden Teams die Daumen. Seine Mutter Manuela ist Deutsche, sein Vater Peter Ghanaer – zwei Herzen schlagen in der Brust des Kickers. Morgen schlägt sein Herz ausschließlich für den MSV. Im Punktspiel gegen Jahn Regensburg (Samstag, 14 Uhr, live in unserem Ticker) wird er zum vierten Mal in Folge in der Duisburger Startaufstellung stehen.

Zwei Jahre in Duisburg gelebt

Nicht immer wollte und konnte Ofosu-Ayeh Entscheidungen aufschieben. In Moers geboren, die ersten zwei Jahre in Duisburg verbracht – der Defensivspieler ist somit im Sommer zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Allerdings lernt er Duisburg erst jetzt kennen. „Damals war ich zu jung, ich weiß nicht einmal mehr, in welchem Stadtteil ich gelebt habe“, so der 21-Jährige.

Mit fünf Jahren verlor er seinen Vater aus den Augen. Die Behörden schoben ihn nach Ghana ab, der Kontakt brach sofort ab. Nur noch die Hautfarbe erinnerte an seinen Vater. Damals hieß Phil Ofosu-Ayeh Phil Schlüter, er trug den Nachnamen seiner Mutter. Als Phil 18 war, lebte der Kontakt wieder auf – und er traf schnell eine Entscheidung. Er nahm den Nachnamen seines Vaters an. Keine Entscheidung gegen die Mutter, sondern für seinen Vater, wie Phil betont.

Fußballerisch hat sich Phil Ofosu-Ayeh für Ghana entschieden. Wenn er einmal ein Nationaltrikot trägt – dann das der Afrikaner. „In mir fließt ghanaisches Blut“, sagt Ofosu-Ayeh mit Stolz, fügt aber hinzu: „Ich war dort erst einmal.“

Schnell und robust

Der ghanaische Verband hatte den Außenverteidiger schon auf dem Radar, als er für den SV Wilhelmshaven spielte. Phil erhielt eine Einladung für die U-20-Nationalmannschaft – doch der SVW ließ ihn nicht ziehen. Wenige Wochen später verabschiedete er sich bei den Norddeutschen und entschied sich für einen Wechsel nach Erfurt. Seine Konzentration gilt jetzt aber dem MSV. „Ich habe es selbst in der Hand, vielleicht kommt ja dann als Bonus eine Einladung aus Afrika.“

MSV-Trainer Karsten Baumann schätzt den Neuzugang als schnellen und robusten Spieler und mag ihn als Typen: „Es ist immer gut, wenn du so einen Spieler in deinen Reihen hast.“ Baumann sieht bei ihm viel Potenzial und nennt die Stellschrauben, an denen er drehen muss: „Das Zusammenspiel mit der Mannschaft muss besser werden. Manchmal will er einfach noch zu viel.“

Nach seinem Wechsel von Erfurt nach Duisburg ist Phil Ofosu-Ayeh zu seinen Halbgeschwistern nach Oberhausen gezogen. Im Kreis der Familie fühlt er sich wohl. Und auch jenseits von Afrika ist die Heimat dann doch nicht so weit entfernt. Phil Ofosu-Ayeh lacht: „Wir kochen überwiegend ghanaisch.“

 
 

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