MSV-Trainer Sasic vermisst die nötige Balance

Thomas Tartemann
Valeri Domovchiyski lässt sich von Bruno Soares beglückwünschen. (Foto: imago)
Valeri Domovchiyski lässt sich von Bruno Soares beglückwünschen. (Foto: imago)
Foto: imago sportfotodienst
Vorjahresfinalist MSV Duisburg nahm die Pokalhürde in Babelsberg mit 2:0. MSV-Trainer Milan Sasic vermisste die nötige Balance. Bei einigen seiner Spieler registrierte der Kroate eine gewisse Hemmschwelle.

Potsdam. Die Sieger kletterten müde aus dem Flugzeug. Nach dem 2:0 (2:0)-Erfolg in der ersten DFB-Pokalhauptrunde beim Drittligisten SV Babelsberg 03 legte der MSV Duisburg eine unfreiwillige Nachtschicht auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld ein. Erst mit über zweistündiger Verspätung hob der Tross des Fußball-Zweitligisten ab und landete um 0.10 Uhr in Köln/Bonn.

Das Erreichen der zweiten Runde überdeckte das nervige Warten. „Nicht nur für unseren Torschützen Valeri Domovchiyski, sondern für die ganze Mannschaft war das 2:0 ein wichtiges Erfolgserlebnis“, analysierte MSV-Trainer Milan Sasic, „Worte sind immer okay, aber letztlich müssen Taten und Ergebnisse folgen.“

Dem 52-Jährigen fiel bei der zunächst guten, aber später nachlassenden Leistung seiner Truppe auf, dass die nötige Balance fehlt. Sasic: „Die Spanne von guten Aktionen bis hin zu Situationen, in denen man denkt: Was ist denn jetzt los, ist bei uns noch zu groß. Wir müssen da einen Mittelweg finden. Das kann und wird bei unserer neuzusammengestellten Mannschaft noch dauern. Wir können uns bis zum Herbst schon entscheidend verbessern, vielleicht zieht sich der Prozess aber noch bis zur Winterpause.“

Überzeugendes
Mittelfeld

Bei einigen seiner Spieler registrierte der Kroate zudem noch eine gewisse Hemmschwelle. „Wir waren nicht total frei“, so Sasic, „Präzision und Timing haben mitunter noch gefehlt. So große Chancen, wie sie etwa Flamur Kastrati in der zweiten Halbzeit für Domovchiyski vorbereitet hat, müssen wir verwerten.“

Nach fünf Gegentoren in den ersten beiden Liga-Begegnungen tat Torwart Florian Fromlowitz das erste „zu Null“ sichtlich gut. Dabei wunderten sich die Fans mehrfach über seine ausgiebigen Fausteinlagen, die Milan Sasic aber nach dem Abpfiff plausibel begründete.

„Der Rasen war total nass, dazu lagen dort Grasreste, die nach dem Mähen nicht entfernt wurden. Das zusammen hat den Ball sehr tückisch gemacht. Wir haben Flo den Tipp mit auf den Weg gegeben, lieber zu fausten. Er hat richtig gut gehalten.“

MSV-Mittelfeldspieler Goran Sukalo, der zusammen mit dem erneut aggressiven, aber auch ballsicheren Vasileios Pliatsikas im defensiven Mittelfeld überzeugende Arbeit ablieferte, konnte sich nach Spielschluss einen Seitenhieb auf die Gastgeber nicht verkneifen. „Ein paar Kleinigkeiten sind nicht so gut und fair abgelaufen. Auf der Anfahrt hat uns die Polizei mehrmals gestoppt, die Babelsberger haben viel Gras auf dem Platz gelassen. Vielleicht war es keine Absicht. Ich bin jedenfalls froh, dass wir weiter sind.“ Einen kleinen Wunsch für Runde zwei hat Sukalo durchaus, ohne konkret zu werden: „Einen Gegner, gegen den wir weiterkommen können.“ Ausgelost wird die kommende Runde am nächsten Samstag bei Sky Sport.