MSV-Trainer Sasic sieht das Gesamtpaket

Thomas Tartemann
Srdjan Baljak (MSV) gegen Matthias Langkamp (KSC). (Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool)
Srdjan Baljak (MSV) gegen Matthias Langkamp (KSC). (Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool)
Foto: WAZ FotoPool
-Trainer Milan Sasic macht vor dem Spiel beim Karlsruher SC am Freitag keine Krisen-Anzeichen aus. Torwart David Yelldell ist nach einer schmerzhaften Armprellung wieder fit.

Duisburg. Beim Karlsruher SC ging es in den letzten Tagen turbulent zu. Der heutige Zweitligagegner des MSV Duisburg trennte sich von Trainer Uwe Rapolder (52), nachdem sich dieser während des 1:4 gegen den FC Ingolstadt zu einer negativen Handbewegung Richtung Tribünenpublikum hinreißen ließ. Rapolder war zuvor von Fans heftig beschimpft worden.

Mit Ex-KSC-Profi Rainer Scharinger (44) gibt heute Abend (18 Uhr) der neue Hoffnungsträger sein Heimdebüt auf der Badener Bank. Scharinger bezeichnet den Kampf um den Klassenerhalt als „Herkulesaufgabe“ und holte gleich in seinem ersten Spiel als Karlsruher Trainer ein 1:1 beim Aufstiegsaspiranten VfL Bochum.

„Da hat sich bereits gezeigt, dass der KSC einiges verändert hat“, sagt MSV-Trainer Milan Sasic, „die Mannschaft ist viel stabiler geworden. Wir haben zuletzt gegen Bielefeld erlebt, wie ein Team in die Zweikämpfe einsteigt, wenn es um Leben und Tod geht. Karlsruhe steckt im Abstiegskampf. Es wird eine Partie, in der uns alles abverlangt wird.“

„Tick mehr machen“

Kopfballspezialist Goran Sukalo rechnet mit einer harten Prüfung. „Der KSC wird versuchen, über den Kampf einen Sieg zu landen. Wir müssen einen Tick mehr machen, um zu gewinnen.“ Milan Sasic kann im Tor wieder auf Stammtorwart David Yelldell zurückgreifen. Nach seiner schmerzhaften Armprellung, die er sich in der Startphase gegen Bielefeld zuzog, stieg der Schlussmann wieder ins Training ein. Die Oberschenkelprobleme von Filip Trojan sind ebenfalls abgeklungen. Lediglich Ivica Grlic und Julian Koch stehen den Zebras nicht zur Verfügung. Im Hinblick auf das DFB-Pokalfinale gegen den FC Schalke 04, in dem Verteidiger Bruno Soares wegen Rotsperre zusehen muss, wird Daniel Reiche in absehbarer Zeit Wettkampfpraxis bekommen. Sasic: „Daniel hat seinen Platz verloren, als er gesperrt war. Er zeigt sich professionell. Ich habe Daniel gesagt, dass ich beobachte, wie er trainiert. Der Eindruck ist positiv. Gegen Karlsruhe ist sein Einsatz aber noch nicht vorgesehen.“

Trotz der jüngsten Liga-Enttäuschungen sieht Milan Sasic keinen Anlass, von einer Krise zu sprechen. „Man darf nicht nur drei Spiele herausnehmen, sondern muss immer das ganze Paket betrachten. Es gibt keinen Grund, über die Einstellung oder den Willen der Mannschaft nachzudenken. Sogar der große FC Bayern hat Probleme in den englischen Wochen. Wir kriegen es aber in den Griff.“

Der Kroate schiebt noch einen Vergleich nach: „Mein Trainerkollege beim FC Augsburg kann es sich erlauben, einen Michael Thurk aus dem Kader zu lassen. Wenn ich so etwas mache, dann fahren wir mit zwölf Leuten nach Karlsruhe. Keiner hat so einen kleinen Kader wie wir.“ Trotzdem will Sasic mit den Zebras das Maximum erreichen: „Wir lassen die letzten Spiele bestimmt nicht einfach so laufen.“