MSV-Trainer Sasic: „Ein guter Saisonstart“

Dirk Retzlaff
Berlins Torschütze Santi Kolk (rechts) bringt Olivier Veigneau zu Fall.
Berlins Torschütze Santi Kolk (rechts) bringt Olivier Veigneau zu Fall.
Foto: imago sportfotodienst

Duisburg. Milan Sasic, Trainer des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, ist mit der Punktausbeute aus den ersten sechs Spielen zufrieden.

Milan Sasic fährt gerne an die Alte Försterei nach Berlin. „Nette Menschen, ein gutes Team, eine tolle Atmosphäre“, sagt der Trainer des MSV Duisburg. Zwar verloren die Zebras am Sonntag die Partie beim 1. FC Union Berlin, trotzdem strahlt der Kroate Gelassenheit und – trotz der zweiten Saisonniederlage – Zufriedenheit über die Situation des MSV Duisburg aus. „Sechs Spiele sind gespielt. Wir haben mit unserer neuen, jungen Mannschaft vier gewonnen und zwei verloren. Das ist doch ein guter Saisonstart“, sagt der Coach.

Das Thema Aufstieg schob der Duisburger Übungsleiter innerhalb weniger Tage zum zweiten Mal ganz weit weg. „Derzeit unrealistisch“, hatte Sasic nach dem Heimsieg gegen Augsburg gesagt, nun wurde der Coach nochmals deutlich. „Wir bauen mit einen Etat von nur 5,3 Millionen Euro eine neue Mannschaft auf. Mit 5,3 Millionen kann man nicht aufsteigen. Das gab’s noch nie und das wird es auch nicht geben“, so Sasic.

Nun gut, es ist heute nur noch schwer ermittelbar, mit wie wenig Geld der SSV Ulm 1846 in der Saison 1998/99 seinen Sensationsaufstieg in die Bundesliga schaffte. Ohnehin sollten die Spatzen kein Vorbild sein – der Verein war kurze Zeit später insolvent.

Erwartete Rückschläge

Für Milan Sasic erfüllte sich in Berlin das, was er ohnehin im Saisonverlauf erwartet hatte. Die Mannschaft kassierte einen Rückschlag und musste erkennen, dass ein Spiel nicht zu gewinnen ist, wenn der Gegner auf dem Spielfeld mehr investiert. Zudem ist gerade eine Mannschaft nach dem Duisburger Strickmuster anfällig für Rückschläge. In Berlin standen sieben Spieler in der Startaufstellung, die im letzten Jahr in einer Profi-Liga kaum oder gar nicht zum Zuge kamen. Dass ein Stefan Maierhofer, den einige Fans nach dem Doppelpack gegen Ingolstadt bereits als neuen Torjäger feierten, derzeit Ladehemmung hat, ist ebenso nachvollziehbar wie die Tatsache, dass die Mittelfeldspieler Goran Sukalo und Filip Trojan nach längeren Verletzungspausen noch Zeit benötigen.

Für Torwart David Yelldell war das Spiel in Köpenick das erste Negativerlebnis beim MSV. Bis zum Spiel in Berlin hatte er kaum Möglichkeiten gehabt, um sich auszuzeichnen. Erst 15 Schüsse hatten vor dem Match das Duisburger Tor erreicht. Nun ließ Yelldell einen Ball durch seine Arme rutschen. „Mein Fehler“, gab der Keeper sofort zu – wohlwissend, dass nun nicht zwangsläufig eine Torwartdiskussion aufkommen wird. Auch Vorgänger Tom Starke hatte in der letzten Spielzeit in Düsseldorf so einen Moment – und spielt nun in der Bundesliga.