MSV-Trainer Reck braucht "noch einen Punkt"

Thomas Tartemann
Oliver Reck will gegen Aue den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. (Foto:imago)
Oliver Reck will gegen Aue den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. (Foto:imago)
Foto: imago sportfotodienst
Oliver Reck, Trainer des MSV Duisburg, steckt voller Tatendrang und spürt keine Müdigkeit. Die Zebras sind einen Wimpernschlag davon entfernt, eine Achterbahn-Saison zu einem positiven Abschluss zu bringen.

Duisburg. „Bei uns wissen alle, dass wir am Sonntag gegen den FC Erzgebirge Aue (13.30 Uhr/live im DerWesten-Ticker) noch einen Punkt brauchen, um ganz sicher zu sein. Deswegen werden wir aggressiv nach vorne spielen“, kündigt Dauerbrenner Kevin Wolze (22) an.

Wolze war bis auf eine Gelbsperre in jeder Begegnung dabei und zählt zu den positiven Überraschungen der Saison. „Das Jahr ist für mich gut gelaufen, aber es hat auch sehr viel Kraft gekostet“, sagt der einstige Wolfsburger ohne Umschweife. Wolze: „Die Situation war hier sehr schwierig, weil wir unten drin standen, aber wir haben es als Team gut gemeistert.“

Trainer Oliver Reck beobachtete den Linksfuß vor Jahresfrist mehrfach. Seinerzeit allerdings „nur“ in der Rolle des Torwarttrainers mit Scoutingaufgabe. „Ich habe bestimmt fünf Spiele von Kevin in der Wolfsburger Reserve gesehen und war sicher: Den Jungen müssen wir holen“, so Reck, der sich bestätigt sieht: „Kevin hat zwei Ligen übersprungen. Es ist nicht normal, dass ein junger Spieler wie er immer dabei ist. Auf ihn ist viel eingestürmt. Was Kevin hier in der Saison erlebt hat, wird ihm viel Mut für das nächste Jahr geben. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit seiner Entwicklung.“

1000 Fans aus Aue

Auch mit Wolzes Offensivdrang wollen die Zebras versuchen, den FC Erzgebirge ab 13.30 Uhr in der Schauinsland-Reisen-Arena in die Schranken zu weisen. Die Sachsen benötigen noch dringend Zähler, um den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen. 14 Fanbusse karren 1000 lila-weiße Anhänger an die Wedau. Aues Trainer Karsten Baumann: „Wir müssen vor der Kiste cooler werden. Der MSV wird uns nichts schenken. Wir kümmern uns um unsere Leistung und verlassen uns nicht auf Schützenhilfe.“

Oliver Reck hat seiner Truppe im Wochenverlauf eingeimpft, „auf keinen Fall nachzulassen.“ Der ehemalige Nationaltorwart: „Ich werde es genau beobachten. Wenn bei uns jemand nachlässt oder vorzeitig mit seinen Gedanken im Urlaub ist, dann reagiere ich.“

Reck weiß, „dass für Aue ein ganz wichtiges Spiel ansteht.“ Der MSV-Coach über den Gegner: „Sie leben von der mentalen Stärke und von ihrem Durchsetzungsvermögen. Aber wir wollen unser Spiel durchdrücken und das Ding einfahren.“

Trotz der kraftraubenden Saison steckt Reck voller Tatendrang. „Von mir aus könnte die Spielzeit noch weitergehen. Ich bin nicht müde, ganz im Gegenteil. Es war ein intensives Jahr, aber nicht dramatisch. Ich fahre jeden Morgen mit Spaß zur Westender Straße.“ Der 47-Jährige streicht heraus: „Wir sind als Team zusammengewachsen, sind harmonischer, eingespielter. Jetzt schauen wir wie wir uns für nächste Saison verbessern können.“

Da diesmal kein radikaler Umbruch ansteht, sieht Reck gute Chancen, mit einer eingespielten Truppe eine gute Rolle zu spielen: „Von der ersten Elf bleiben fast alle hier. Im Gegensatz zur letzten Saison steht das Gerüst. Wenn der Konkurrenzkampf auf den Positionen angeheizt wird und jeder seinen Platz verteidigen will, dann kann das eine Mannschaft weiterbringen.“