MSV-Trainer Baumann nimmt Pokal-Gegner TSV Bockum „sehr ernst“

Sven Kowalski
Skeptisch: MSV-Trainer Karsten Baumann. Der 43-Jährige hat im Verbandspokal „mit Osnabrück und Erfurt schon heiße Spiele erlebt“.
Skeptisch: MSV-Trainer Karsten Baumann. Der 43-Jährige hat im Verbandspokal „mit Osnabrück und Erfurt schon heiße Spiele erlebt“.
In der ersten Runde des Niederrheinpokals treffen die Drittliga-Fußballler des MSV Duisburg am Mittwochabend in der Grotenburg auf den Krefelder Bezirksligisten TSV Bockum. „Im Prinzip ist es genauso wie im DFB-Pokal“, sagt MSV-Trainer Karsten Baumann. „Der Kleine will den Großen schlagen.“

Duisburg. Erst 16 Tage ist es her: DFB-Pokal, 17.000 Zuschauer in der Arena, der MSV Duisburg liefert einen harten Fight gegen den klassenhöheren Fußball-Zweitligisten SC Paderborn. Am Ende hat der Favorit recht glücklich mit 3:2 die Nase vorn. Der Underdog hätte das Weiterkommen verdient gehabt. Hätte.

Nach dem Aus in Runde eins gibt es nun zwei Möglichkeiten zu verhindern, dass der Kick gegen den SCP für längere Zeit der letzte Auftritt der Zebras im DFB-Pokal gewesen sein könnte: Am Ende der Saison unter die ersten Vier in der 3. Liga zu kommen – oder aber den Verbandspokal zu gewinnen. Und für die zweite Variante müssen die Duisburger am Mittwoch um 19 Uhr den ersten Schritt machen.

3000 MSV-Fans in Krefeld erwartet

Dann ist in der Krefelder Grotenburg Umdenken angesagt: Bis zu 3000 Duisburger Anhänger werden erwartet. Und der Gegner heißt nicht Paderborn, sondern TSV Krefeld-Bockum: Siebtligist, Vorjahresachter der Bezirksliga, Gruppe 5. Alles andere als ein klarer Sieg wäre für Duisburg eine Blamage. Doch für Karsten Baumann macht das keinen Unterschied: „Im Prinzip ist es genauso wie im DFB-Pokal. Der Kleine will den Großen schlagen“.

Wie eng das werden kann, weiß der Coach aus eigener Verbandspokal-Erfahrung: „Ich habe mit Osnabrück und Erfurt schon heiße Spiele erlebt. Du drängst aufs Tor, schießt aber keins. Und nach 90 Minuten guckst du dann ganz dumm aus der Wäsche. Wir nehmen den Gegner sehr ernst und wollen unbedingt auch im nächsten DFB-Pokal dabei sein“, sagt Baumann. Dafür will der 43-Jährige „das bestmögliche Team stellen“. Fest steht, dass Phil Ofosu-Ayeh, der noch bis Donnerstag krankgeschrieben ist, nicht mit von der Partie ist. „Sascha Dum ist angeschlagen und wird wohl nicht von Beginn an auflaufen“, so Baumann.

Baumann will kein Risiko eingehen

Fraglich ist, ob bei Leistungsträgern wie Pierre De Wit, zumal dieser schon drei Kreuzbandrisse hinter sich hat, ein Verletzungsrisiko eingegangen wird. Zudem hat Baumann im letzten Spiel gegen RB Leipzig Müdigkeit ausgemacht. „Gelegen kommt uns das Spiel nicht, ein paar regenerative Tage hätten uns sicher besser getan. Aber unser Kader reicht aus, um auch dieses Spiel zu bestreiten. “

So könnten Deniz Aycicek, Athanasios Tsourakis, Maximilian Güll und womöglich auch Julien Rybacki und Erdogan Yesilyurt eine Startelf-Chance erhalten. Zu großes Risiko will Baumann aber nicht eingehen und auch seine Spieler nehmen es nicht auf die leichte Schulter: „Wir sind nicht so eingespielt, dass wir denken könnten, es gegen Bockum mal eben mit links zu machen. Wir müssen hochkonzentriert sein. Dabei haben wir schon die Hoffnung, es relativ klar gestalten, so dass wir schnell wechseln können.“

Im Tor kommt Marcel Lenz zu seinem Debüt bei den Profis und dem ersten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison: „Das hat er sich verdient“, vertraut Baumann dem 22-jährigen Keeper, der selbstbewusst in die Partie geht: „Ich freue mich riesig auf mein erstes Pflichtspiel für die Profis. Mir fehlt der Rhythmus, aber ich bin jung und mache das schon.“ Dabei könnte es zum persönlichen Duell mit Namensvetter Christian Lenz kommen. Der Bockumer hat angekündigt, bei einem Tor ein Köln-Trikot zu entblößen, das er unter dem TSV-Dress tragen will. „Das Tor muss er erstmal machen“, grinst Lenz – und schiebt noch eine kleine Spitze nach: „Solange nicht Exslager draufsteht . . .“