MSV-Trainer Baumann ist nach Rückkehr zufrieden

Dirk Retzlaff
Karsten Baumann packt am Montag  wieder in Meiderich die Bälle aus. Die Vorbereitung auf das Regensburg-Spiel beginnt.
Karsten Baumann packt am Montag wieder in Meiderich die Bälle aus. Die Vorbereitung auf das Regensburg-Spiel beginnt.
Foto: WAZ FotoPool
Drittligist MSV Duisburg hat sein Trainingslager im türkischen Side abgeschlossen und ist in heimische Gefilde zurückgekehrt. Trainer Karsten Baumann ist zufrieden - hatte aber auch einige Sorgen im Reisegepäck.

Duisburg. Am Abend, wenn im Trainingslager in Side die Arbeit getan war, griff MSV-Coach Karsten Baumann in gemütlicher Runde mit seinen Trainer-Kollegen gerne zum Knobelbecher. Abgesehen vom hektischen Abend, als Sascha Dum das Quartier des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg verlassen musste und mit Rückenschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, konnten sich Baumann und Co. beruhigt dem Würfelspiel zuwenden. „Die Jungs sind pflegeleicht. Sie wollen den Erfolg“, lobte der Trainer am Ende des Aufenthaltes in Side das Engagement seines Personals.

Nun bleibt keine Woche mehr bis zum ersten Liga-Spiel bei Mitabsteiger Jahn Regensburg. Die Winter-Vorbereitungszeit war kurz. Vielleicht zu kurz?

Ein König ohne Krone

Baumann hatte am Samstag bei der Rückkehr nach Duisburg einige Sorgen im Gepäck. Natürlich hätte er gerne nicht nur Nikolas Ledgerwood an der türkischen Riviera als Neuzugang begrüßt. Dum schwerer verletzt, Michael Gardawski an der Leiste angeschlagen – und beim letzten Test gegen Erstligist Konyaspor musste auch Mittelfeld-Regisseur Pierre De Wit mit einer leichten Blessur passen. Drei Ausfälle beim Stammpersonal – das ist für Duisburger Verhältnisse viel Holz.

Die beiden Testspiele gegen den FC Zürich (1:2) und Konyaspor (1:1) legten ein weiteres Problem offen. Die Offensivkraft der Zebras war in beiden Spielen stark limitiert. Kaum Torchancen – die beiden Treffer von Gardawski und Tsourakis resultierten aus Einzelaktionen.

Und dann ist da noch der King. In der Türkei war er ohne Zepter, ohne Krone – und mitunter auch ohne Königreich. In den beiden Testspielen war Torjäger Kingsley Onuegbu ein Schatten seiner selbst. Keine Torgefahr, wenige Ballkontakte – zudem erhielt er aus dem Mittelfeld zu wenige Bälle.

Auch in diesem Bereich fehlen dem Trainer Alternativen oder frischer Wind durch einen Neuzugang. Filip Orsula deutete in Side nicht an, dass er den MSV im weiteren Saisonverlauf in der Offensive nach vorne bringen kann.

„Baja hält die Jungs zusammen“

Trotzdem könnte der Trainer in den nächsten Wochen seine etablierte Formation verändern. Im Mittelfeld gibt es mehrere Optionen. Neuzugang Ledgerwood will natürlich möglichst schnell spielen. In der Türkei war der Kanadier im defensiven Mittelfeldbereich unterwegs. Auch Deniz Aycicek klopft lautstark an die Türe zur Startelf. Kevin Wolze, der vor der Abreise ins Trainingslager selbstkritisch zugab: „Ich kann mit mir nicht zufrieden sein“, war gegen Konyaspor im zentralen Mittelfeld schwach, Einwechselspieker Aycicek machte es nach der Pause wesentlich besser. Auch wenn Baumann in der Innenverteidigung vorerst auf Branimir Bajic und Matthias Kühne setzen dürfte, zeigte Markus Bollmann gute Ansätze.

Karsten Baumann hofft, dass sich die gute Stimmung aus dem Trainingslager auf die Ligaspiele überträgt. Eine wichtige Rolle nimmt für ihn Kapitän Branimir Bajic ein: „Baja hält die Jungs zusammen.“ Nach außen hält sich der Routinier zurück, mannschaftsintern hat sein Wort Gewicht.

In den nächsten Tagen knobelt Baumann an der Startaufstellung für Regensburg – allerdings ohne Würfel und Becher.