MSV-Trainer Baumann - „Druck ist mein zweiter Vorname“

Trotz Druck: MSV-Trainer Karsten Baumann bleibt gelassen.
Trotz Druck: MSV-Trainer Karsten Baumann bleibt gelassen.
Foto: imago
Im Moment läuft es nicht beim Fußball-Drittligisten MSV Duisburg. Seit vier Spielen warten die Zebras bereits auf einen Sieg. Nach dem 1:1 gegen Holstein Kiel hagelte es Pfiffe. Trainer Karsten Baumann zeigt einerseits Verständnis und andererseits Kampfgeist.

Duisburg. Am 19. Spieltag verlor der MSV Duisburg sein Drittliga-Spiel in Münster in letzter Sekunde 1:2. Der Rückstand auf Relegationsplatz drei, den seinerzeit Hansa Rostock erobert hatte, betrug im Dezember nur fünf Punkte. Jetzt, Mitte März, liegen die Zebras 15 Zähler hinter dem aktuellen Tabellendritten SV Darmstadt 98 zurück. Teile des treuen Anhangs sind enttäuscht und sauer. Nicht nur, weil die Punkt-Ausbeute mit nur zwei Remis aus den letzten vier Partien zurzeit gering ausfällt, sondern auch, weil das Team spielerisch wenig Erfreuliches anbietet.

„Wir hatten mal diese Phase, in der wir tabellarisch weitaus besser da standen“, sagt Trainer Karsten Baumann, „ich kann es auch durchaus verstehen, dass die Leute mehr erwarten. Aber wir haben eben zu viele Auf und Abs in den Spielen. Das sind die Unterschiede zu Mannschaften wie Darmstadt 98 oder Heidenheim.“

Direkter Wiederaufstieg für Baumann „schlichtweg unrealistisch“

Dass sich Baumann zuletzt Pfiffe und „Raus-Rufe“ anhören musste, bringt ihn nicht von seinem Weg ab. „Durch so etwas bin ich nicht noch mehr motiviert. Ich bin grundsätzlich immer motiviert. Natürlich bewegen einen diese Reaktionen.“ Letztlich sieht sich der 44-Jährige darin bestätigt, dass die unglaubliche Welle der Begeisterung, die nach dem Lizenz-K.o. eine Jetzt-erst-Recht-Stimmung rund um den Klub erzeugte, nicht ewig anhält. „Als Heidenheim zum Auftakt bei uns knapp 1:0 gewonnen hat, meinte mein FCH-Trainerkollege Frank Schmidt, dass sich die Euphorie irgendwann einpendelt. Wir haben hier immer versucht, die positive Stimmung aufrecht zu halten. Aber direkt wieder in die 2. Liga aufzusteigen, das ist schlichtweg unrealistisch“, sagt Baumann.

Beim Blick auf den vorhandenen Kader kann und will der ehemalige Bundesligaprofi nicht den Amboss aufstellen. „Alle Jungs, die wir im Aufgebot haben, besitzen Qualität. Ich finde die Spieler gut. Vielleicht ist es die Mischung, die bei uns nicht hundertprozentig passt.“

Was die Wahrnehmung bei den Zuschauern angeht, wird von Pierre De Wit, Branimir Bajic & Co. mehr verlangt. „Nach unserem Unentschieden gegen Holstein Kiel habe ich mich im VIP-Raum mit Leuten unterhalten. Ein MSV-Anhänger meinte: Im letzten Jahr wart ihr doch noch im vorderen Mittelfeld der 2. Liga. Und jetzt gewinnt ihr nicht mal gegen Kiel.“ Ein Vergleich, der zwangsläufig hinkt, weil aus dem ehemaligen Zweitligakader nur noch eine Handvoll Kicker übrig geblieben ist. Baumann ergänzt: „Die Spiele in der 3. Liga sind allesamt eng. Die anderen Teams sind keine Laufkundschaft.“

Baumann muss seine Formation erneut umstellen

Nach vier Begegnungen ohne Dreier steigt bei den Zebras zwangsläufig der Druck. Auch das kann Baumann nicht aus der Ruhe bringen. „Ich habe zehn Jahre beim 1. FC Köln gespielt, war danach zwei Jahre in Dortmund. Ich weiß, was Druck ist. Das ist mein zweiter Vorname.“ Am Samstag muss der Coach seine Formation erneut umstellen. Die Ausfälle ziehen sich seit Wochen wie ein roter Faden durch die Mannschaftsteile. Phil Ofosu-Ayeh fehlt jetzt wegen Gelbsperre, Matthias Kühne kehrt dafür entsperrt in den Kader zurück, wird aber wohl auf der Bank Platz nehmen. Die Tendenz geht zu Nik Ledgerwood als rechter Verteidiger.

 
 

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