MSV-Stürmer Maierhofer träumt von der Sieges-Zigarre

Wenn Berlin ruft: Der Österreicher Stefan Maierhofer hat nach seinem Mittelfußbruch für ein Comeback im Pokalfinale geschuftet. Mit Erfolg. Trainer Sasic zollt ihm Respekt. Trotzdem wird er wohl nicht in der Startelf stehen.

Duisburg.. Die Fäuste geballt, Halsschlagader, Mund und Augen zeigen, dass das Adrenalin den Mann im Griff hat. Stefan Maierhofer hat den DFB-Pokal im Blick. Im sozialen Netzwerk „Facebook“ hat der Stürmer des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg vor einigen Wochen dieses Bild auf seine Seite gestellt. Per Internet verlautbarte Maierhofer am Mittwochabend, dass er fit für das Pokalfinale gegen Schalke 04 ist. 49 Tage nach seinem Mittelfußbruch. „Berlin is calling. I’m back“, verkündete der 2,02-Meter-Mann.

Maierhofer steht bereit, hat einen Sieg errungen, den ihm nicht viele zugetraut hatten. „Als ich in Duisburg mit der frischen Verletzung ins Krankenhaus kam, sagte der Arzt, dass ich meinen Schuh die nächsten Wochen nicht mehr gebrauchen könne. So kann man nicht mit einem verletzten Sportler reden“, ärgert sich der Stürmer noch heute. Der Österreicher packte die Koffer, ließ sich in München operieren und weiter behandeln. Immer nur das eine Ziel sehnsüchtig vor Augen – am Samstag gegen Schalke 04 um den Pokal spielen.

Früher Bierfässer gestemmt

Harte Arbeit? Maierhofer schüttelt den Kopf. „Ich habe acht Jahre im Gastgewerbe gearbeitet. 16 Stunden am Tag. Das ist harte Arbeit.“ Im elterlichen Hotelbetrieb stemmte Maierhofer früher Bierfässer. Morgen will er im Olympiastadion in Berlin den DFB-Pokal in die Luft recken. „Bis 20 Kilogramm darf ich schon wieder heben. Das passt“, schmunzelt er.

Mit der Rückkehr in den Kreis der personell arg gebeutelten Zebras hat er die Zuversicht zurückgegeben, dass der MSV vielleicht doch die Überraschung schaffen und den Favoriten besiegen kann. Maierhofers Facebook-Eintrag hatten innerhalb weniger Minuten 250 Duisburger Fans kommentiert. Immerhin erzielte der Österreicher auf dem Weg nach Berlin für Duisburg wichtige Tore in Köln und im Halbfinale gegen Cottbus.

Maierhofer sticht aus der Duisburger Truppe mit zumeist soliden, aber nicht herausragenden Zweitliga-Spielern hervor. Der 28-Jährige, eine Leihgabe der Wolverhampton Wanderers aus der Premier League, ist der Typ, der den Boulevard bedient, der im Sommer mit einem Benefiz-Akt-Kalender für Aufsehen sorgte. Der konsequent sein Ding durchzieht. Bei einer Interviewrunde in dieser Woche ließ er bei den Verantwortlichen des Vereins die Gesichtszüge entgleiten, als er ankündigte, am Samstag am Rande des offiziellen Banketts „eine Bombe platzen zu lassen.“ Ins Detail ging er nicht.

Traum EM-Qualifikationsspiel geplatzt

Ein Traum ist für den Angreifer indes geplatzt. Für das EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland am 3. Juni wird es für den Österreicher nicht langen. Seine Rolle im Endspiel ist noch offen. MSV-Trainer Milan Sasic zollt seinem Torjäger zwar allen Respekt: „Maierhofer versucht etwas, was an der Grenze des Verstandes ist“ – der Österreicher wird sich aber vermutlich zunächst mit einem Platz auf der Bank begnügen müssen. Mit Ivica Grlic und Benjamin Kern werden voraussichtlich schon zwei weitere schwer angeschlagene Spieler in der Startformation stehen.

Sorgen, dass er sich durch die frühe Belastung erneut schwer verletzten könnte und monatelang ausfallen könnte, macht sich Maierhofer nicht. „Ich bin ein Mensch, der positiv denkt. Jeder Raucher geht mit jeder Zigarette ein Risiko ein. Ich bin Nichtraucher.“ Beim Bankett gegen Mitternacht will es Maierhofer dann doch qualmen lassen – auch ohne Bombe: „Wenn wir Pokalsieger sind, stecke ich mir eine Zigarre an.“

 
 

EURE FAVORITEN