MSV-Profi Pliatsikas hat sich nichts vorzuwerfen

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Vasileios Pliatsikas beim Training des MSV Duisburg.
Vasileios Pliatsikas beim Training des MSV Duisburg.
Foto: Christoph Reichwein / WAZ FotoPool
Nach dem Spiel in Dresden hagelte es Schimpfworte in seine Richtung, am Montag machte Vasileios Pliatsikas vom MSV Duisburg nach dem Training am Vormittag eine Pause in seinem Auto. Im Interview mit DerWesten spricht Pliatsikas über die Pause und die Fans.

Duisburg. Um Vasileios Pliatsikas gab es in den letzten Tagen große Aufregung. Nach dem Dresden-Spiel hagelte es Schimpfworte in seine Richtung. Am Montag machte der griechische Nationalspieler des MSV Duisburg nach dem Vormittagstraining eine Pause in seinem Auto, als andere Spieler von Torwarttrainer Sven Beuckert zu einer Besprechung zusammengetrommelt wurden. „Wir dürfen in der Kabine nicht mit dem Handy telefonieren, also habe ich von meinem Wagen aus ein Gespräch geführt. Die angesetzte Sitzung habe ich nicht verpasst“, erklärt Pliatsikas im Gespräch mit DerWesten.

Vasileios Pliatsikas, sind Sie wütend?

Vasileios Pliatsikas: Ja. Ich habe beim MSV Duisburg bisher mit niemandem ein Problem. Um für die Zebras spielen zu können, habe ich auf rund 100 000 Euro verzichtet, als ich aus Schalke nach Duisburg gewechselt bin. Mir ging es nicht um das Geld, sondern darum, für den MSV zu spielen. Ich gebe nicht 100 Prozent, sondern 110 Prozent und habe niemandem etwas getan. Und bei der Ansprache von Geschäftsführer Roland Kentsch war ich in der Kabine.

Wissen Sie, was für den MSV Duisburg in dieser Saison auf dem Spiel steht?

Pliatsikas: Natürlich weiß ich, welche Situation wir haben. Wir stecken im Abstiegskampf. Ich will mit dem MSV die Liga halten. Seit ich 17 Jahre alt bin, habe ich in großen Teams gespielt. Mit Stars wie Rivaldo, Emerson oder Bordon. Ich bin ein Typ, der immer alles gibt und der weiß, worum es geht.

„Nichts vorzuwerfen“

Worum ging es denn nach der 0:2-Niederlage in Dresden? Sie haben sich dort den Unmut einiger Duisburger Fans zugezogen.

Pliatsikas: Ein paar Leute haben mich beschimpft, weil ich vom FC Schalke 04 gekommen bin. Aber ich bin zum MSV gewechselt, um hier etwas Positives zu bewegen und nicht um negative Dinge zu tun. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Natürlich war mein Jahr bisher nicht gut. Ich bin jetzt in den ersten Spielen nicht dabei gewesen, nachdem ich mir im Trainingslager in der Türkei einen Virus eingefangen hatte. Jetzt bin ich wieder fit und möchte dem MSV auf dem Platz helfen.

Teile der Anhänger haben für das Freitagspiel gegen Greuther Fürth Proteste angekündigt. Beängstigt Sie das?

Pliatsikas: Vielleicht trifft das auf eine Minderheit zu, aber das stört mich nicht. Ich spiele für mein Team und muss nicht beklatscht werden. Wenn wir gewinnen, wird alles ruhig. Das muss unser Ziel sein.

Wie bewerten Sie die Lage allgemein?

Pliatsikas: Vom Kopf her ist die Ausgangslage im Zweitliga-Abstiegskampf natürlich schwierig. Greuther Fürth hat eine gute Mannschaft, die taktisch stark auftritt und zu Recht ganz oben in der Tabelle steht. Wir müssen die Null unbedingt halten. Dann verlieren wir nicht.