MSV-Manager Grlic sucht im defensiven Mittelfeld noch ein Puzzleteil

Thomas Tartemann
Kündigt weitere Testspieler in Duisburg an: MSV-Manager Ivica Grlic.
Kündigt weitere Testspieler in Duisburg an: MSV-Manager Ivica Grlic.
Foto: imago
Laut MSV-Aufsichtsratchef Jürgen Marbach ist das Budget ausgereizt. Doch im defensiven Mittelfeld agiert mit Tobias Feisthammel noch ein Innenverteidiger. Auch deshalb glühen bei den Meiderichern im Hintergrund nach wie vor Drähte. Weitere Testspieler sollen kommen.

Duisburg. Ivica Grlic muss nicht lange überlegen. „Nein“, sagt der Manager des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg auf die Frage, ob er angesichts der wirren Zustände zwischen Lizenzerhalt und Drittligastart einen Sechs-Punkte-Start für nur halbwegs realistisch gehalten hätte.

Der ehemalige Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina zieht den Hut vor dem Team. „Diese Mannschaft hat einen lobenswerten Geist“, sagt Grlic, „die Jungs haben sich in diese Saison hineingebissen und treten genau so auf wie wir uns das erhofft hatten. Wir müssen die Vorbereitung im Grunde innerhalb der Saison machen. Schließlich waren im Juli nur ein paar Tage Zeit, bis es schon los ging.“

Erfolgreiches MSV-Powerplay

Dem unglücklichen 0:1 gegen Aufstiegsanwärter Heidenheim ließen Kingsley Onuegbu & Co. Siege über Wacker Burghausen (2:0) und zuletzt Jahn Regensburg (2:1) folgen. Das Duisburger Powerplay gegen den phasenweise überforderten Zweitliga-Mitabsteiger führte am Ende zum Erfolg. „Wenn sich die Mannschaft etwas besser findet, dann ist noch mehr möglich“, blickt Grlic voraus.

Durch die Verpflichtung von Pierre De Wit haben Grlic und Aufsichtsratschef Jürgen Marbach nahezu alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Laut Marbach ist das Budget ausgereizt, aber im Hintergrund glühen nach wie vor die Drähte. „Es kommen auch in nächster Zeit immer mal wieder Testspieler“, so Grlic, der im defensiven Mittelfeld, wo mit Tobias Feisthammel ein Innenverteidiger in der Staubsaugerrolle agiert, noch ein Puzzleteil sucht.

De Wit wäre übrigens auch für den Zweitligisten MSV ein Thema gewesen. „Wir hatten schon sehr lange Kontakt“, bestätigt der Manager, „Pierre passt top nach Duisburg. Nicht nur sportlich, auch menschlich.“ Dass der Ex-Lauterner sofort den Turbo anknipste, kommt für Ivo Grlic nicht überraschend. „Wenn so ein Mann mit dieser Klasse zu uns kommt, ist es irgendwo auch logisch, dass er funktioniert.“

Feisthammel lobt De Wit

Pierre De Wits Mittelfeldschatten Tobias Feisthammel adelt seinen neuen Teamkollegen sogar zusätzlich: „Pierre sehe ich von den Voraussetzungen als Erstligaspieler. Er tut uns gut. Pierre ist ein geiler Kicker und ein Superzocker mit einem Klasse-Instinkt. Er weiß genau, was er zu tun hat. Es macht richtig Spaß mit ihm.“

De Wit füllt seine Rolle als Kreativkopf mit Leben. „Ich übernehme Verantwortung und versuche, die jungen Leute zu führen. Die Mischung bei uns passt gut. Wir haben ein paar Ältere und dazu die Jungspunde, die um uns herumtanzen. Die Mentalität ist in einem Team eine ganz wichtige Eigenschaft“, sagt der Standardspezialist.

Mit dem Start von sechs Zählern aus drei Begegnungen ist der Neuzugang zufrieden, auch wenn er anfangs noch nicht aktiv mithelfen konnte. „Mit der Ausbeute können wir arbeiten. Der Weg, auf dem wir uns befinden, ist gut, aber zum Zusammenwachsen ist immer noch viel Arbeit nötig.“ An Selbstvertrauen mangelt es De Wit jedenfalls nicht. Mit Blick auf das Sonntagsspiel in Leipzig sagt er: „Verstecken werden wir uns vor Red Bull nicht.“