MSV-Lizenz - DFL-Sorgfaltspflicht versinkt in juristischen Fristen

Ralf Birkhan
Die Anlage des MSV Duisburg an der Westender Straße am 1. Juni.
Die Anlage des MSV Duisburg an der Westender Straße am 1. Juni.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Möglicherweise steht erst in drei Wochen fest, ob der MSV Duisburg in der 2. Bundesliga bleibt oder nicht. Deshalb hängt auch der SV Sandhausen in der Luft. Sandhausen hält die Klasse, falls der MSV keine Lizenz bekommt. Ein Kommentar.

Essen. Es hätte für den MSV Duisburg einen Weg gegeben, das Theater um die Lizenz für die Zweite Fußball-Bundesliga zu vermeiden: einfach Unterlagen einreichen, die nicht zu Irritationen führen.

MSV hat eine Woche Zeit - DFL danach ebenfalls

Auslöser der Misere ist damit eindeutig der MSV, doch an dem nun ablaufenden Hickhack ist die Deutsche Fußball Liga (DFL) ebenso beteiligt. Am vergangenen Mittwoch kam von dort die Nachricht: Keine Lizenz für die Duisburger. Bis die schriftliche Begründung dann beim Verein eintraf, vergingen sechs Tage. Nun hat der MSV eine Woche Zeit, seinen Einspruch zu formulieren. Dann wiederum hat die DFL sieben Tage Zeit für eine schriftliche Stellungnahme. Und erst wenn alle Unterlagen vorliegen, wird das Ständige Schiedsgericht beim DFB einen Verhandlungstermin ansetzen.

Läuft es schlecht, ist das in drei Wochen. Erst dann gehört der MSV entweder zur Zweiten Liga oder eben nicht. Nur: Eine Mannschaft, für welche Liga auch immer, lässt sich in dem Moment kaum noch aufstellen. Und was ist eigentlich mit dem SV Sandhausen? Der Klub ist abgestiegen, hält aber die Klasse, falls der MSV keine Lizenz bekommt. Damit hängt auch Sandhausen in der Luft, völlig unschuldig.

Die DFL hat eine Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Klubs. Leider scheint diese gerade in juristischen Fristen und Feinheiten zu versinken.