MSV-Held "Pitter" Danzberg feiert 75. Geburtstag

Eine Schlüsselfigur der Zebra-Historie: "Pitter" Danzberg.
Eine Schlüsselfigur der Zebra-Historie: "Pitter" Danzberg.
Foto: imago
Mit seinem Treffer gegen Hamborn 07 stieß Verteidiger Dieter Danzberg für den MSV Duisburg 1963 das Tor zur Bundesliga auf.

Duisburg.. Die Geschichte von Dieter Danzberg, den die meisten Menschen als „Pitter“ kennen, ist eng mit diesem einen Tor verbunden. Der Meidericher SV benötigte noch einen Sieg, um die sportliche Voraussetzung für den Einzug in die neue Fußball-Bundesliga zu schaffen. Es war die 90. Minute im Oberliga-Lokalderby gegen Hamborn 07. Dem MSV fehlte am 5. Mai 1963 dieses eine Tor, das Danzberg den Zebras bescherte: Er verwandelte einen Freistoß zum 2:1. Der MSV war erstligareif. Damit ging „Pitter“ Danzberg in die Vereinsgeschichte ein. Am Donnerstag feiert er seinen 75. Geburtstag.

Es gibt noch eine weitere Geschichte aus dieser historischen Saison. Der MSV lag bei Viktoria Köln 1:2 zurück, Danzberg drehte das Spiel mit zwei Toren. Der eisenharte Verteidiger freute sich so sehr, dass er sich an die Querlatte hängte und das Tor zum Einsturz brachte. 20 Minuten dauerte es, bis ein neues Tor aufgestellt war.

69 Ligaspiele für den MSV

Danzberg absolvierte von 1959 bis 1965 69 Ligaspiele für den MSV. Danach wechselte er zu den damals noch nicht so großen Bayern nach München. Sein Engagement beim heutigen Rekordmeister war kurz und kurios. Danzberg bestritt nur zwei Spiele für die Bayern – am ersten und am letzten Spieltag.

Bei seinem Debüt im Lokalderby gegen 1860 München kassierte Danzberg in der 86. Minute nach einem Foul an Timo Konietzka die Rote Karte. Es folgte eine achtwöchige Sperre. Das war die Chance für einen Nachwuchsspieler der Bayern: Franz Beckenbauer. Mit einem Schmunzeln erzählte Danzberg immer wieder gerne: „Durch mich ist der Kaiser erst groß geworden.“

Vom Profi zum Sportlehrer

Der Kontakt zu Beckenbauer riss nie ab, Danzberg hatte entscheidenden Anteil daran, dass die Bayern in den 80ern Jahren dem MSV in finanzieller Not halfen.

Danzberg war bis 1971 aktiv, spielte noch für Rot-Weiß Oberhausen, den Freiburger FC und Eintracht Gelsenkirchen. Nach der Fußballer-Karriere arbeite Danzberg 28 Jahre lang als Sportlehrer. Seine Trainer-Laufbahn war überschaubar. Er sah sich nicht als den Mann, der an der Seitenlinie das Sagen hat. Sterkrade 06/07, Olympia Bocholt und der Weseler SV waren seine Stationen, interimsmäßig war er auch einmal für die MSV-Amateure verantwortlich.

Traditionsmannschaft war Herzensangelegenheit

Die MSV-Traditionsmannschaft lag ihm immer am Herzen, er hielt zudem über Jahre den Kontakt der „Ehemaligen“ aufrecht. Die Mittwochstermine mit den Oldies – erst Fußball, dann gemeinsames Klönen beim Italiener in der Innenstadt – waren für ihn keine Pflichttermine, sondern gelebte Leidenschaft mit dem Fußball und dem MSV Duisburg.

Vor sechs Jahren wurde bekannt, dass Dieter Danzberg an der Alzheimer-Krankheit leidet. Er lebt in einem Pflegeheim in Dorsten.

 
 

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