MSV-Fans halten nicht viel von Bengalos im Stadion - zu gefährlich

Svenja Aufderheide, Dirk Retzlaff
Bengalos und Leuchtraketen überschatteten das Straßenbahn-Derby zwischen dem MSV und Fortuna Düsseldorf. Foto: Thorsten Lindekamp/WAZ FotoPool
Bengalos und Leuchtraketen überschatteten das Straßenbahn-Derby zwischen dem MSV und Fortuna Düsseldorf. Foto: Thorsten Lindekamp/WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Schön, aber viel zu gefährlich. Das ist das Ergebnis einer kleinen Umfrage unter Fans des MSV Duisburg beim Arena-Tag. Der MSV will auch in der neuen Saison gegen Fans vorgehen, die versuchen, diese Feuerwerkskörper ins Stadion zu bringen.

Duisburg. Viele Fußballfans werden sich noch erinnern. Es war der 5. Dezember 2011 - Straßenbahn-Derby zwischen dem MSV und der Fortuna Düsseldorf, als Chaoten von der Westtribüne aus Leuchtraketen in den Gästeblock auf der Südtribüne schossen.

Aber auch einige Fortuna-Fans mochten mal wieder nicht auf die brandgefährlichen Bengalos beim Spiel verzichten. Jeweils 10.000 Euro Strafe verhängte der DFB damals gegen beide Vereine und warnte vor dem Rückspiel am 6. Mai in Düsseldorf: „Werden wieder Bengalos auf den Rängen gezündet, gibt es Geisterspiele“. Eine schreckliche Vorstellung. Für die Fans, aber auch für den Verein. 148 Mal hat der Deutsche Fußballbund in der abgelaufenen Saison Strafen gegen Fußballvereine verhängt, in deren Stadien gezündelt wurde. Da betrugen allein die verhängten Geldbußen 1,65 Millionen Euro.

Die meisten MSV-Fans sind gegen Bengalos

Wie stehen eigentlich die Fans zur Pyrotechnik? Ist sie wirklich ein Teil der gewachsenen Fankultur? Oder eher gefährliches Zündeln von einigen Chaoten? Die NRZ war am Sonntag beim Arena-Tag des MSV Duisburg mit dem Redaktionsmobil dabei und hörte sich bei den zahlreich erschienen Zebra-Anhängern um.

Dirk Ratzke macht keinen Hehl daraus, dass er die Funken sprühenden Leuchtkörper toll findet: „Sieht einfach klasse aus.“ Natürlich sieht er auch die Gefährdung der umstehenden Zuschauer. Im Kern entstehen Temperaturen von bis zu 2500 Grad bei den Handfackeln. Deshalb macht er sich die Forderung einiger Fan-Vereinigungen zu eigen: „Ein abgegrenzter Raum, nur bestimmte vertrauenswürdige Personen, die sich mit Pyrotechnik auskennen, und Finger weg vom Alkohol in diesem Bereich.“

Mit dieser Meinung war er bei der NRZ-Umfrage ziemlich allein. Die meisten sehen es so wie Jürgen Beck. „Ich bin total gegen Bengalos. Zu gefährlich. Außerdem will ich ungestört das Spiel sehen und die Bengalos machen viel Rauch“, findet er. Und dann erzählt er vom Spiel Köln gegen Mönchengladbach, dass er live verfolgt hat. „Die Ordner haben die Bengalos in den Rasen gesteckt, um sie zu löschen. Die Dinger haben trotzdem weiter gebrannt.“

Schön anzusehen - aber viel zu gefährlich

Ulla Möllerken findet zwar, dass die bunten Flammen schön anzusehen sind, aber im Stadion würde sie lieber auf die „Stimmungsmacher“ verzichten: „Zu gefährlich.“ Außerdem ist ihr schleierhaft, wie die Zuschauer die Pyrotechnik ins Stadion bekommen: „Es gibt doch Einlasskontrollen.“ Die gibt es, aber, findet zumindest Herbert Schuhmann, „sie sind zu lax.“ Es müsste schärfer kontrolliert werden, fordert er. Und die Täter, die erwischt werden? „Lebenslanges Stadionverbot.“

Ähnlich sieht das Günter Brackmann. „Solche Chaoten haben im Stadion nichts verloren. Sie schaden dem Fußball.“ Er fragt sich schon lange, was das Zündeln auf den Tribünen soll: „Wir haben doch nicht Silvester.“ Und eine weitere Frage hat er auch: „Warum ist das so schwierig, die Täter zu erwischen? Es gibt doch so viele Kameras in der Arena.“

Der MSV Duisburg kennt beim Thema Bengalos kein Pardon. „Bengalos sind brandgefährlich. Wir werden auch in der neuen Saison in aller Schärfe gegen Fans vorgehen, die versuchen, diese Dinger ins Stadion zu bringen.“, sagt MSV-Pressesprecher Martin Haltermann.