MSV Duisburg wirkt wie von allen guten Geistern verlassen

Dieter Steffen (l.) steht als Vorstandsvorsitzender des MSV Duisburg vor dem Aus. Der Aufsichtsrat mit Hans-Werner Tomalak (r.) bastelt an der Installation eines neuen Vorstandes.
Dieter Steffen (l.) steht als Vorstandsvorsitzender des MSV Duisburg vor dem Aus. Der Aufsichtsrat mit Hans-Werner Tomalak (r.) bastelt an der Installation eines neuen Vorstandes.
Der MSV Duisburg ist Spielball persönlicher Interessen und Eitelkeiten geworden. Wobei es für Außenstehende kaum noch möglich ist, Ursache und Wirkung auseinander zu halten. Ein Kommentar.

Duisburg. Natürlich ist der MSV Duisburg kein Sandkasten. Er ist ein Ort der Träume und Sehnsüchte, er ist Teil des Unterhaltungsbetriebs Fußball. Er ist auch ein mittelständisches Unternehmen, in dem es um Macht und Millionen geht, von dem Arbeitsplätzen abhängen, nicht nur auf dem Rasen.

Aber ein Knäuel sich balgender Kinder ist wahrscheinlich leichter zu entwirren als das Schauspiel, das der MSV der fassungslosen Kundschaft bietet: Zwei Aufsichtsräte, ein Vorstand und die Stadion-Gesellschafter überbieten sich mit gegenseitigen Vorwürfen, Angriffen, Rücktrittsforderungen und Streitereien um Satzungen und Paragrafen.

Der Eindruck ist verheerend: Der MSV wirkt wie von allen guten Geistern verlassen, er ist Spielball persönlicher Interessen und Eitelkeiten geworden. Wobei es für Außenstehende kaum noch möglich ist, Ursache und Wirkung auseinander zu halten.

Ein Trost bleibt: Der neue Trainer Oliver Reck, angeblich nur ins Amt gekommen, weil im Verein Geld und Ideen für eine Alternative fehlten, hat im Abstiegskampf zuletzt zwei Siege eingefahren. Woran sich erkennen lässt, wie wenig Spieler sich in der Regel dafür interessieren, was in ihrem Verein passiert. In diesem Fall zum Glück für den MSV.

 
 

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