MSV Duisburg wartet weiter auf Gino Lettieri

Dirk Retzlaff, Thomas Tartemann und Sven Kowalski
Gino Lettieri erlebte in Dresden an der Seite von Norbert Meier mit Bielefeld einen Abstiegskrimi.
Gino Lettieri erlebte in Dresden an der Seite von Norbert Meier mit Bielefeld einen Abstiegskrimi.
Foto: imago
Durch das Erreichen der Relegation von Zweitligist Arminia Bielefeld muss sich MSV-Manager Ivo Grlic mit der Verkündung des neuen Coaches noch gedulden. Stürmer Kingsley Onuegbu hat eine Wechselklausel im Vertrag. Mittelfeldspieler Nikolas Ledgerwood ist begehrt.

Duisburg. Ivica Grlic verfolgte am Sonntag die dramatische Entwicklung im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga. Das tat der Manager des MSV Duisburg nicht nur deswegen, um sich ein Bild über die künftigen Drittliga-Konkurrenten zu machen, sondern auch, weil sein Interesse einer bestimmten Person galt.

Gino Lettieri (47) saß als Assistenzcoach bei Arminia Bielefeld auf der Bank und jubelte am Ende ausgelassen über den 3:2-Auswärtssieg in Dresden. Dadurch hat Arminia die Relegationsspiele gegen den SV Darmstadt 98 erreicht. Wenn es für die Bielefelder gestern schlecht gelaufen wäre, hätte Grlic womöglich schon heute Lettieri als neuen Cheftrainer in Duisburg präsentieren können. Nun geht das Warten ein paar Tage weiter. „Ich bin mir mit dem neuen Trainer einig“, erklärte Grlic nach dem letzten Ligaspiel gegen Münster. Allerdings ist die geplante Zusammenarbeit zwischen den Zebras und Lettieri, der einerseits als besessener Arbeiter, andererseits aber auch als harter, undiplomatischer Typ gilt, noch nicht schriftlich fixiert.

Die Mannschaft, mit der der neue Mann arbeiten wird, hat noch wenig Konturen. Phil Ofosu-Ayeh wird den Verein Richtung VfR Aalen verlassen, der Münsteraner Dennis Grote – „Ivo Grlic hat mir beim Thema Lizenzentzug die Sorgen genommen“ – heuert im Sommer an der Wedau an. Torhüter Marcel Lenz erhält einen Drei-Jahres-Vertrag, „Matze“ Kühne hat schon vor Wochen bis Sommer 2016 verlängert.

Onuegbu: „Ich kann hier weg“

Stürmer Kingsley Onuegbu steht noch bis 2015 unter Vertrag, dennoch deutet immer mehr auf einen Abschied des Nigerianers hin. Der Torjäger wollte nicht ins Detail gehen, wies aber auf eine Klausel in seinem Vertrag hin: „Ich kann hier weg.“ Onuegbu, der aufgrund seiner körperlichen Verfassung am Samstag lieber pausiert hätte, erklärte gegenüber der Redaktion, dass er „seit vier Wochen auf ein Gespräch mit Manager Grlic warte.“

Talent Ngankam im MSV-Fokus

Onuegbu: „Ich bin nach allen Seiten hin offen. Es kann sein, dass die neue Saison hier mit mir losgeht. Oder auch ohne mich.“ Bis einschließlich Donnerstag, wenn das FVN-Pokalfinale gegen Jahn Hiesfeld ansteht, stellt der „King“ alle möglichen Optionen hinten an: „Ich konzentriere mich voll auf den MSV und bin kein Typ, der zwischendurch mit anderen Klubs verhandelt.“

Auch Winterzugang Nikolas Ledgerwood hängt in der Luft. Der Kanadier würde gerne bleiben, aber er sondiert auch den Markt. So liegt ihm unter anderem ein lukratives Angebot aus der ersten ungarischen Liga vor, auch deutsche Vereine klopften bei ihm bereits an. „Mein Vertrag ist ausgelaufen, mehr kann ich nicht sagen“, so Offensivkraft Patrick Zoundi. Ähnlich formulierte es Innenverteidiger Markus Bollmann. Leihstürmer Gerrit Wegkamp kann sich eine Zukunft in Duisburg vorstellen. „Auf einer Fortuna-Pressekonferenz hieß es letztens, dass alle Leihspieler im Sommer nach Düsseldorf zurückkehren sollen“, so Wegkamp. Wobei die Trainerfrage bei den Landeshauptstädtern immer noch nicht geklärt ist. Wahrscheinlich scheint auch ein Abgang von Mittelfelddribbler Athanasios Tsourakis.

Auf der Liste der Zebras steht ein ehemaliger Deutscher Junioren-Nationalspieler. Roussel Ngankam aus der U 23 des 1. FC Nürnberg gilt als vielversprechendes Offensivtalent. Der 20-jährige Deutsch-Kameruner wechselte von Hertha BSC an die Noris und absolvierte 20 Spiele als „Zehner“ oder hängende Spitze in der Regionalliga Bayern.