MSV Duisburg verpasst vorzeitigen Klassenerhalt

Dirk Retzlaff
Daniel Brosinski und Kevin Wolze vom MSV Duisburg.
Daniel Brosinski und Kevin Wolze vom MSV Duisburg.
Foto: imago
Der MSV Duisburg darf noch nicht feiern. Die Zebras verpassten beim 0:0 bei Eintracht Braunschweig den vorzeitigen Klassenerhalt. Geschäftsführer Roland Kentsch und Manager Ivica Grlic reagierten verärgert nach einer schwachen Leistung der Duisburger.

Braunschweig. Vielleicht schmeißt Andre Hoffmann morgen Mittag zu Hause den Grill an. „Dann gucke ich mit einigen Jungs die restlichen Zweitliga-Spiele“, so der Mittelfeldspieler des MSV Duisburg. Am Ende des Fernsehnachmittags im Garten könnte der Klassenerhalt der Zebras feststehen – wenn die Konkurrenz Federn lassen sollte. Am Freitag verpasste der MSV beim 0:0 bei Eintracht Braunschweig den vorzeitigen Klassenerhalt.

MSV-Trainer Oliver Reck steht für die Grillparty nicht zur Verfügung, er besucht morgen eine Fortbildung. Der 46-Jährige lässt sich ohnehin nicht verrückt machen: „Wir haben alles selbst in der Hand und werden die Sache erledigen.“ Am Freitag präsentierte sich der MSV eher im Stile einer hochgradig gefährdeten Mannschaft. Die Bilanz nach 90 Minuten fiel ernüchternd aus. Eine „Halb-Chance“ von Andre Hoffmann – ansonsten passierte im Offensivspiel nichts.

Verärgerung bei MSV-Geschäftsführer Kentsch und Manager Grlic

"Ein schlechtes Spiel, wir haben Glück gehabt“, so Geschäftsführer Roland Kentsch. Da klang Verärgerung durch. Ebenso bei Ivica Grlic. „Wenn wir die Leistung der letzten Wochen abgerufen hätten, wären wir auch in Braunschweig als Sieger vom Platz gegangen. Dann wäre die Sache erledigt gewesen“, sagte der Manager.

Der MSV begann an der Hamburger Straße forsch, schien fest entschlossen, eine verkorkste Saison mit dem vorzeitigen Klassenerhalt zumindest ein wenig versöhnlich ausklingen zu lassen. Die Anfangsoffensive erwies sich jedoch als Strohfeuer. Die Eintracht, vor dem Anpfiff bereits gerettet, nahm das Heft des Handelns in die Hand. Während der MSV im ersten Durchgang Eintracht-Torwart Marjan Petkovic in Ruhe ließ, verbuchte der Aufsteiger gute Chancen. In der 32. Minute verzog Gianluca Korte den Ball, zudem verpasste Dennis Kruppke aus zwei Metern den Ball. Eine Minute später vergab Ken Reichel aus 16 Metern die Eintracht-Führung.

Auch in der zweiten Hälfte bemühten sich lediglich die Gastgeber um einen Dreier. „Wir müssen den Mund abwischen und uns über den Punkt freuen“, befand Torwart Felix Wiedwald, der einmal mehr der ruhende Pol in der MSV-Defensive war. Für den 22-Jährigen schloss sich gestern der Kreis. Im Hinspiel (3:0) durfte er überraschend sein Debüt feiern, auch gestern ließ er keinen Gegentreffer zu. „Ich sammele von Spiel zu Spiel mehr Erfahrung. Es war wohl gut, dass ich ins kalte Wasser geworfen wurde“, so ein selbstbewusster MSV-Schlussmann.

Oliver Reck lobte vor allem die Innenverteidigung seiner Mannschaft, wollte das Spiel aber dennoch nicht schönreden. „Ich bin sehr froh über den Punktgewinn. Ich weiß, dass wir nicht gut gespielt haben“, so Reck, der anfügte: „In der 2. Liga musst du nicht immer gut spielen., um zu punkten. Das mussten wir bei den Heimniederlagen gegen St. Pauli und Fürth lernen.“ Notgedrungen musste Reck seine Elf in Braunschweig umbauen. Auf der Außenbahn erhielt Zvonko Pamic eine Chance, konnte aber keine Impulse setzen. Der Leihspieler kassierte zudem die fünfte gelbe Karte und sitzt somit gegen Aue auf der Tribüne.

Kern schmorte beim MSV auf der Bank

Mit Kevin Wolze als linkem Außenverteidiger kompensierte Reck den verletzungsbedingten Ausfall von Vasileios Pliatsikas. Benjamin Kern schmorte hingegen auf der Bank. Kerns Vertrag verlängert sich erst bei einer bestimmten Anzahl von Einsätzen. „Ihm fehlte zuletzt die Spielpraxis, vorher war er verletzt“, erklärte Oliver Reck seine Personalentscheidung. Reck könnte sein Saisonziel morgen schon erreichen, Benjamin Kern ist hingegen noch lange nicht am Ziel.