MSV Duisburg taumelt dem Abstieg entgegen

Ralf Birkhan
Valeri Domovchiyski (l.) und Jürgen Gjasula verloren mit dem MSV Duisburg auch das fünfte Spiel des Jahres. Den Zebras droht der Absturz in die dritte Liga.
Valeri Domovchiyski (l.) und Jürgen Gjasula verloren mit dem MSV Duisburg auch das fünfte Spiel des Jahres. Den Zebras droht der Absturz in die dritte Liga.
Foto: Lars Fröhlich/WAZ FotoPool
Beim 0:2 gegen Greuther Fürth spielte der MSV Duisburg mit großem Kampfgeist. Abgezockter waren am Ende die Gäste, die ihre einzigen Torchancen eiskalt nutzten. Die Fürther bleiben auf Bundesliga-Kurs, die Zebras sind endgültig im Tabellenkeller der zweiten Liga angekommen.

Duisburg. Auf dem Rasen zögern und zaudern die Stürmer des MSV Duisburg. Die Angreifer haben in diesem Jahr noch kein einziges Tor zustande gebracht. Folgerichtig verlor der MSV am Freitagabend sein Heimspiel gegen Greuther Fürth 0:2 (0:0), die fünfte Niederlage der Duisburger im fünften Spiel des Jahres. Die Mannschaft ist endgültig im Tabellenkeller der zweiten Liga angekommen.

Genauso zögerlich wie die Stürmer auf dem Platz handelt der Vorstand hinter den Kulissen. Manager Ivo Grlic hatte vor dem Spiel gesagt: „Wir erwarten einen Sieg.“ Ein Satz, der als Ultimatum für Trainer Oliver Reck interpretiert wurde. Falsch interpretiert? Richtig interpretiert? Man weiß es nicht. Grlic sagte eine Stunde nach dem Abpfiff: „Ich muss das Spiel erst sacken lassen.“ Dann zog er sich zur Krisensitzung zurück und verkündete zweieinhalb Stunden nach Spielschluss: „Oliver Reck bleibt unser Trainer, am Freitag im Spiel bei Union Berlin und auch in den Wochen darauf.“ Nach Rücksprache mit den Spielern sei er zu der Erkenntnis gekommen, dass die Mannschaft weiterhin hinter Reck stehen würde.

Occean und Zillner trafen

Als die Gäste auf dem Rasen noch den Sieg durch die Treffer von Olivier Occean (78.) und Robert Zillner (90.) feierten, stapfte Grlic allein in die MSV-Kabine, um seinen Hals hatte er einen Zebra-Schal gebunden. Ein paar Augenblicke später folgte ihm Geschäftsführer Roland Kentsch. Die Tür, die mit ihrem Milchglas neugierige Blicke verhindert, klappte zu.

Drei Minuten später tauchte Kentsch wieder auf und ging zurück ins Stadion. Dort standen die Spieler mit gesenkten Köpfen. Der griechische Verteidiger Vasileios Pliatsikas hatte sein Trikot in den Fan-Block geworfen. Als die Spieler dann Minuten später durch die Katakomben der Arena kamen, schwiegen sie. „Wir dürfen nichts sagen“, klärte Stürmer Maurice Exslager auf.

Mittelfeldspieler Jürgen Gjasula, der als Vorhut aus der Kabine kam, meinte: „Wir alle wollten gewinnen. Wir haben alle für den Verein gespielt und alles gegeben. Dass wir dann am Ende verlieren, ist bitter.“

Großes Lob von Reck an MSV-Spieler

Reck lobte den Einsatz seiner Mannschaft in höchsten Tönen. „Wenn wir so wie gegen Greuther Fürth auch in den Spielen davor aufgetreten wären, hätten wir den ein oder anderen Punkt mehr.“ Möglich, denn der MSV spielte mit großem Kampfgeist. Abgezockter waren am Ende die Gäste, die ihre einzigen Torchancen eiskalt nutzten.

„Ein dreckiger Sieg“, fand Trainer Mike Büskens. Neben ihm saß Oliver Reck und meinte: „Ich hätte nichts gegen einen dreckigen Sieg gehabt.“ Hätte, wäre, wenn. Die Realität sieht so aus: Der MSV taumelt dem Abstieg entgegen. Dann klappte die Milchglastür wieder zu. Der Rest wird sich zeigen.