MSV Duisburg steht zum Start vor einem Scherbenhaufen

Thomas Tartemann
Foto: imago sportfotodienst
Der MSV Duisburg erwischte einen Fehlstart in die neue Zweitligasaison. Beim Karlsruher SC verloren die Zebras in einem turbulenten Spiel nicht nur 2:3, sondern mussten auch noch eine Matchstrafe für ihren Neuzugang Vasileios Pliatsikas hinnehmen.

Karlsruhe. Im Wildpark flogen beim Auftakt zur Fußball-Zweitligasaison zwischen dem Karlsruher SC und dem MSV Duisburg buchstäblich die Fetzen. Die 2:3 (2:3)-Niederlage wiegt für die Zebras doppelt schwer. Sie verloren nicht nur die packende Partie, sondern auch noch ihren Defensivspieler Vasileios Pliatsikas, der für ein Foul am Karlsruher Klemen Lavric in der 80. Minute die gelb-rote Karte sah.

Die Leihgabe des FC Schalke 04 musste von Trainer Milan Sasic und Assistent Mario Baric beim Verlassen des Platzes beruhigt werden. Im Kabinentrakt war es dann mit dem Abkühlen vorbei. Pliatsikas trat wütend in eine Glastür. Ordner beobachteten den Vorfall und klebten das handballgroße Loch mit Pappe ab.

Emotionen kochten beim MSV hoch

Milan Sasic zeigte nach dem Abpfiff Verständnis für seinen Schützling. „Die Emotionen waren nicht zu viel, das ist Fußball“, nahm der Kroate den Neuzugang in Schutz: „Billy ist ein heißblütiger Grieche. Wenn wir Leute mit solcher Mentalität holen, dann müssen wir uns darauf einstellen. Der Junge weiß, was er getan hat. Ich finde ihn super. Er ist charaktervoll und hat sich unter Tränen bei der Mannschaft entschuldigt.“

An Pliatsikas’ Ampelkarte lag die Auftaktpleite nicht. Vielmehr waren die zahlreichen Patzer in der MSV-Defensive ausschlaggebend für das 2:3. Sasic: „Wir haben in Karlsruhe mehr Fehler gemacht als zuvor in der gesamten Vorbereitung.“ Nach der Führung durch den gut aufgelegten Kevin Wolze (1.) kassierte der MSV ein Kopfballtor von Alexander Iashvili, der einen abgeblockten Lavric-Schuss ins Tor bugsierte (5.). Torwart Florian Fromlowitz, der die Kapitänsbinde vom angeschlagenen Branimir Bajic übernommen hatte: „Erst hatte ich gedacht, es wäre Abseits gewesen, aber das war nicht der Fall. Wenn man so in eine Partie reinkommt wie wir, dann muss man sagen: Etwas Besseres kann gar nicht passieren. Aber dann haben wir gesehen, wie schnell sich das Blatt in dieser Liga wenden kann.“

Löchrige MSV-Mauer

Nach dem 1:1 folgte postwendend das 2:1: Bruno Soares stand beim Pass auf Klemen Lavric völlig falsch, der Slowene schoss cool ins lange Eck (6.). Binnen 83 Sekunden kippte das Spiel zugunsten der Hausherren. „Wir waren erst geschockt durch den frühen Rückstand, aber dass wir die Begegnung gedreht haben, spricht für die Truppe“, jubelte KSC-Trainer Rainer Scharinger.

Auch beim 3:1 durch Timo Staffeldt halfen die Duisburger kräftig mit. Der Freistoß fand den Weg durch die löchrige Mauer und wurde von Kevin Wolze unhaltbar zum 3:1 abgefälscht (22.). „Der Ball war eigentlich katastrophal geschossen, aber durch die Richtungsänderung hat er den Weg ins Tor gefunden. Wir haben fast alles falsch gemacht und vielleicht gedacht, dass nach dem Führungstor alles gelaufen wäre“, analysierte MSV-Mittelfeldspieler Goran Sukalo, der erstmals zusammen mit Youngster Andre Hoffmann auf der Sechser-Position agierte. Hoffmann enttäuschte bei seinem Profidebüt nicht, wurde aber aus taktischen Gründen in der zweiten Halbzeit vom Feld genommen. Sukalo: „Andre ist sehr jung und talentiert. Manchmal war es für uns im Mittelfeld schwierig, weil der KSC Überzahl erzeugt hat.“

Zwei Treffer von Duisburgs Wolze

Zwar gelang Kevin Wolze kurz vor der Pause auf Zuspiel von Sukalo noch das 3:2 (44.), doch zu einer Wende reichte es nicht mehr. Trainer Sasic brachte von der Bank aus Valeri Domovchiyski, Jürgen Gjasula und Jiayi Shao, doch entscheidende Impulse konnte das Trio dem Spiel nicht mehr geben.

Der MSV Duisburg steht nun am Freitagabend im ersten Heimspiel gegen Energie Cottbus unter Druck. „Wir müssen den Schalter umlegen und es gegen Energie besser machen. Da muss die richtige Antwort kommen. Wir haben jedes Spiel Druck. Diese Situation ist für uns kein Problem“, sagt Milan Sasic. Freilich muss der Coach wieder basteln. Neben dem gesperrten Pliatsikas wird wohl Abwehrorganisator Branimir Bajic erneut passen müssen. Sasic: „Wir wissen nicht, wie lange das dauert. Brani hat eine Spritze gegen die Rückenprobleme bekommen, aber es hat nicht geholfen.“