MSV Duisburg steht in Aspach gegen VfB II vor hoher Hürde

Mittelfeldspieler Martin Dausch demonstriert Wille und Entschlossenheit. Der Ex-Berliner präsentiert sich seit Wochen in starker Verfassung.
Mittelfeldspieler Martin Dausch demonstriert Wille und Entschlossenheit. Der Ex-Berliner präsentiert sich seit Wochen in starker Verfassung.
Foto: Bongarts/Getty Images
Im Stuttgarter Ausweichquartier muss sich Fußball-Drittligist MSV Duisburg am Sonntagmittag auf eine sehr ungewöhnliche Atmosphäre einrichten.

Duisburg.. Mechatronic-Arena. Das Stadion in Aspach, in dem die Krefelder Schlagersängerin Andrea Berg, die nebenan ein Hotel betreibt, allgegenwärtig ist. Ein Rasenplatz, der noch schlechter ist als der in der Duisburger Arena. Ein Rasen, auf dem der Fußball-Drittligist MSV Duisburg beim 1:1 gegen die SG Sonnenhof Großaspach im Dezember nur bedingt überzeugen konnte. Am Sonntag heißt der Gegner dort ab 14 Uhr VfB Stuttgart II.

Die Stuttgarter mussten während des Umbaus des heimischen Gazi-Stadions ausweichen, kehren im Gegensatz zum Lokalrivalen Stuttgarter Kickers in dieser Saison aber nicht mehr an ihre Heimstätte zurück und spielen weiter in Aspach. Die Zebras müssen sich auf eine eigentümliche Atmosphäre gefasst machen. 500 Fans begleiten den MSV in den Süden, ansonsten dürfte das 11 461 Plätze bietende Stadion weitgehend leer sein, zumal die Stuttgarter Profis morgen auch ein Heimspiel gegen Werder Bremen haben.

Beim Heimspiel gegen die Mainzer U 23 verirrten sich beispielsweise gerade einmal 510 Zuschauer ins Stadion. Aber nicht nur wegen der fehlenden Fan-Kultur sind die Bundesliga-Reserven den übrigen Vereinen ein Dorn im Auge. Gemäß dem Motto „Alles Gute kommt von oben“ bedienen sich auch die Stuttgarter gerne im Profi-Kader. „So etwas grenzt an Wettbewerbsverzerrung. Da spielt die Mannschaft an dem einen Wochenende mit vier Profis und am nächsten ohne“, sagt MSV-Trainer Gino Lettieri.

MSV Duisburg erwartet starke Defensive des VfB

Der VfB dürfte auch am Sonntag mit Profi-Verstärkung zur Tat schreiten. Die Schwaben sind derzeit 13. der Tabelle, haben zwar elf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang, trotzdem sagt Trainer Jürgen Kramny: „Ein paar Punkte brauchen wir noch.“

Allein die Abwehr der Stuttgarter ist hochkarätig besetzt. Innenverteidiger Karim Haggui kommt auf 172 Bundesliga-Einsätze, Linksverteidiger Konstantin Rausch auf 175 Spiele. Zum Vergleich; Die potenzielle MSV-Aufstellung für das morgige Spiel kann nur die Erfahrung aus 59 Erstligaspielen bieten. Pierre De Wit liegt hier mit 42 Partien vorne. Gino Lettieri rechnet beim Gegner zudem auch mit Stürmer Mohammed Abdellaoue.

All diesen Faktoren will der MSV am Sonntag trotzen. Ein aktueller Andrea-Berg-Titel lautet „Wir können nicht verlieren“, aber das dürfte aus Duisburger noch zu wenig sein. Sieben Spieltage vor dem Saisonende wäre ein Dreier gegen den VfB enorm wichtig. Dementsprechend forsch und selbstbewusst wollen die Duisburger aufteten. Ähnlich wie im Rostock-Spiel – nur in der Offensive müssen die Zebras konsequenter auftreten und wollen damit auch das Glück erzwingen.

Von der Tabelle wollen sich die Duisburger nicht blenden lassen – zumal es an entsprechenden Warnungen nicht mangelt. Unlängst verlor Spitzenreiter Arminia Bielefeld beim VfB II mit 0:2. Auch die weiteren Spitzenmannschaften Stuttgarter Kickers (1:5) und Holstein Kiel (0:1) kassierten in der Mechatronic-Arena Pleiten.

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