MSV Duisburg spielt ohne Sponsorname, aber mit Bild-Emblem

Der FC St. Pauli engagiert sich auf direkte Art und Weise für Flüchtlinge.
Der FC St. Pauli engagiert sich auf direkte Art und Weise für Flüchtlinge.
Foto: Daniel Bockwoldt
Geschäftsführer Mohnhaupt: „Die gute Sache steht im Vordergrund.“ Union Berlin und St. Pauli machen nicht mit. Fan-Gruppierungen rufen zum Boykott auf.

Duisburg. Die Trikots des MSV Duisburg für das Spiel am Sonntag gegen den FSV Frankfurt sind fertig bedruckt und beflockt. Der Fußball-Zweitligist will im Rahnen einer bundesweiten Aktion ein Zeichen der Solidarität mit Flüchtlingen setzen. Trikotsponsor Black Crevice gibt die Zebra-Brust frei, das Team wird mit dem Schriftzug „Refugees welcome“ (Flüchtlinge willkommen) auflaufen.

Die Zebras werden auch mit dem Logo auf dem Trikot-Ärmel antreten, an dem sich seit den letzten Tagen die Geister scheiden. Ligen-Sponsor Hermes hat den Platz überlassen für ein Logo mit dem Schriftzug „Wir helfen“. Dabei handelt es sich um eine Aktion der Bild-Zeitung, deren Emblem auch auf dem Logo zu sehen ist.

Am Donnerstag erklärte der FC St. Pauli, sich an der Aktion nicht zu beteiligen und sah sich wenig später via Twitter von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann dem Vorwurf ausgesetzt, gegen Flüchtlinge zu sein. Das wiederum sorgte nicht nur bei den Hamburgern, die sich bereits seit Wochen für Flüchtlinge einsetzen, für Entsetzen.

1500 Flüchtlinge zu Gast

Donnerstag erklärte auch Zweitligist Union Berlin seinen Boykott. Es folgten Aufrufe von Fan-Gruppierungen des FC Schalke 04, von Fortuna Düsseldorf, des Hamburger SV und des 1. FC Nürnberg an die Klubs, bei der Aktion nicht mitzumachen. Die Fan-Interessengemeinschaft „Unsere Kurve“ spricht von einer „plakativen Aktion, bei der die „Bild-Zeitung das Thema instrumentalisiert, um Werbung für sich zu machen.“ Zudem habe das Blatt in der Berichterstattung über Flüchtlinge in der Vergangenheit sehr viel Öl ins Feuer gegossen.

Beim MSV Duisburg steht ein Boykott nicht zur Diskussion. „Für uns steht die gute Sache im Vordergrund. Wir wollen ein positives Zeichen setzen“, sagt MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt. Am Sonntag werden rund 1500 Flüchtlinge in der Arena zu Gast sein. Der Klub will die Hilfe langfristig anlegen. Die Zweitliga-Fußballerinnen wollen an der Mündelheimer Straße Trainingseinheiten für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlings-Familien anbieten.

Bedingt durch die Beflockungen werden die Trikots, die Martin Dausch und Co. am Sonntag tragen, sehr bald Raritäten sein. Nach dem Spiel wird der MSV die Trikots versteigern. Der Verein will den Erlös an Duisburger Flüchtlings-Initiativen weitergeben. MSV-Präsident Ingo Wald: „Wir möchten deutlich machen: Liebe Flüchtlinge, ihr seid uns herzlich willkommen.“

 
 

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