MSV Duisburg: So verteidigt Trainer Ilia Gruev seine Defensivstrategie

Skeptischer Blick: MSV-Trainer Ilia Gruev mit seinen Defensivleuten Kevin Wolze (links) und Sebastian Neumann.
Skeptischer Blick: MSV-Trainer Ilia Gruev mit seinen Defensivleuten Kevin Wolze (links) und Sebastian Neumann.
Foto: Monika Skolimowska/dpa

Duisburg/Dresden. Uwe Neuhaus konnte sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen. Auf die Frage, ob er sich für den Siegtreffer zum 1:0 gegen den MSV Duisburg einen Scorerpunkt zuschrieb, antwortete der Trainer des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden am späten Montagabend mit dem Brustton der Überzeugung: „Aber natürlich!“

Der Coach hatte vor dem Treffer von Lukas Röser blitzschnell geschaltet. Der Ball war im Aus, Neuhaus warf die Kugel seinem Spieler Philip Heise zu, der schickte Lukas Röser auf die Reise, der zum Tor des Tages traf, weil in der Duisburger Abwehr niemand blitzschnell schaltete.

„Dynamo hatte mehr Konzentration in den entscheidenden Momenten“, sagte MSV-Trainer Ilia Gruev, der zudem Fehler bei eigenem Ballbesitz beklagte.

Ein Scorerpunkt für Neuhaus. Und was blieb für Gruev, der in Dresden seine neue Fünfer-Abwehrkette einsetzte, am Ende eines heißen Sommerabends? Der 48-Jährige verteidigte seine taktische Marschroute. „Insgesamt haben wir gut verteidigt“, stellte der Trainer fest. Und verteidigte seine Verteidigungsstrategie.

„Dresden spielte mit drei Stürmern. Welche Variante ist besser, als drei Innenverteidiger dagegen zu stellen?“, fragte Gruev in die Runde. Nun gut, in der Vergangenheit schafften es die Zebras durchaus, mit einem 4-4-2-System gegen einen offensiv ausgerichteten Gegner Spiele zu gewinnen.

Mit der neuen Variante, die Gruev in der Sommer-Vorbereitung akribisch einstudiert hatte, fand der MSV in Dresden erst nach der Pause den Zugriff. Immerhin: Auf die Frage, warum der Trainer nicht zur Pause das System gewechselt hatte, nachdem Dresden die Zebras einige Male in Verlegenheit gebracht hatte, konnte der Coach entgegnen, dass die Defensivabteilung die Dinge im zweiten Durchgang im Griff hatte. „Wir müssen auf der zweiten Halbzeit aufbauen“, sagte Innenverteidiger Sebastian Neumann, der sich nach einem schwachen Start deutlich steigern konnte.

Die Fünfer-Abwehrkette kann sich im Saisonverlauf einspielen. Sie war am Montagabend auch nicht das zentrale Problem der Meidericher. Gut, beim Lattentreffer von Verhoek und beim Freistoß von Wolze war auch Pech im Spiel. Insgesamt enttäuschte die Offensive mehr, als dass die Defensive Sorgen bereitete. Auf der Bank saßen mit Cauly Oliveira Souza, Joe Gyau und Ahmet Engin drei Flügelspieler, die jederzeit Schwung ins Spiel bringen können.

Den Außenverteidigern Kevin Wolze und Andreas Wiegel gelang dies nur bedingt – zumal die Spielweise bei hochsommerlichen Temperaturen viel Kraft kostete. „Ich musste mehr laufen als sonst“, räumte Linksverteidiger Wolze ein. Das Projekt Fünferkette sieht der Kapitän aber nicht als gescheitert an: „Wir haben das am Ende richtig gut gemacht.“

Mit muskulären Problemen verließ Mittelfeldregisseur Fabian Schnellhardt am Montag nach 75 Minuten den Platz. „Wir wollten nichts riskieren. Es ist aber nichts Schlimmes“, gab Gruev nach dem Spiel Entwarnung.

 
 

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