MSV Duisburg reist im Niederrheinpokal an historische Stätte

Dirk Retzlaff
MSV-Trainer Ilia Gruev will mit seiner Mannschaft den Niederrheinpokal gewinnen.
MSV-Trainer Ilia Gruev will mit seiner Mannschaft den Niederrheinpokal gewinnen.
Foto: Getty
  • Im Niederrheinpokal muss der MSV Duisburg beim achtklassigen Post SV Solingen antreten.
  • Der Kreisligist erwartet rund 1000 Zuschauer – darunter 700 Anhänger der Zebras.
  • MSV-Trainer Ilia Gruev formuliert den Niederrheinpokalsieg als eines der Saisonziele.

Duisburg. Ilia Gruev ist ein Fußball-Romantiker. Der Trainer des Drittligisten MSV Duisburg freut sich nicht nur auf das heutige Verbandspokalspiel beim A-Kreisligisten Post SV Solingen, er freut sich auch auf den „Ground“, wie Groundhopper einen Fußballplatz bezeichnen. Gruev: „Ich bin da sehr romantisch. Die Jahnkampfbahn ist ein uriger Platz mit sehr viel Atmosphäre.“ Der Ball rollt im Solinger Stadtteil Wald ab 18 Uhr.

Alt-ehrwürdig – dieser Begriff wird gerne und zu oft genommen – auf die Jahnkampfbahn trifft er indes zu. 88 Jahre ist der Sportplatz alt. Er steht unter Denkmalschutz. Die Mauern könnten viele Geschichten erzählen. Toni Turek stand dort im Tor, Hennes Weisweiler kickte auf dem Geläuf als Spielertrainer des 1. FC Köln, später kreuzte er als Trainer von Borussia Mönchengladbach dort auf. Der kürzlich verstorbene Alt-Bundespräsident Walter Scheel wirkte dort als Vorsitzender des Solinger Leichtathletik-Clubs.

Historisch ist das heutige Spiel vor allem für die Gastgeber. Für den A-Kreisligisten Post SV Solingen ist es das „Spiel des Lebens“, für das sie von ihrer eigenen Klubanlage mit Kunstrasenplatz in die Jahnkampfbahn mit Naturrasen ausweichen. Aus Duisburg werden rund 700 Fans anreisen, die Gastgeber rechnen insgesamt mit weit über 1000 Zuschauern.

MSV-Trainer Gruev nimmt die Partie ernst

MSV-Trainer Ilia Gruev nimmt das Spiel beim Achtligisten ernst – allein schon aus Respekt dem Gegner gegenüber. Der 46-Jährige weiß viel über den heutigen Gegner: „Die spielen mit einem 4-4-2-System“, erwähnt Gruev. Er kennt auch die gefährlichsten Spieler des Tabellenzehnten, der aus zwei Spielen vier Punkte geholt hat. Es sind Brüder, sie heißen Kevin und Dennis Fax und zeichnen sich für drei der vier Saisontore verantwortlich.

Ilia Gruev will die Partie „seriös angehen“ und den Zuschauern „gute Unterhaltung anbieten“. Die Zielrichtung ist für den Coach nicht nur für heute Abend eindeutig. „Wir wollen Niedrrheinpokalsieger werden“, so Gruev. Die Zebras wollen in der nächsten Saison wieder im DFB-Pokal antreten. Das geht zum einen über den Sieg im Verbandspokal und zum anderen über die Liga: Der vierte Platz reicht am Ende für die Qualifikation.

Ligakonkurrent Jahn Regensburg schied unlängst mit einer B-Elf gegen einen Siebtligisten aus. Das ist Warnung für den MSV genug, wobei sich angesichts der Leistungsdichte innerhalb des Kaders die Diskussion über eine A- oder B-Elf erübrigt.

MSV-Trio erkrankt

Gruev will dennoch rotieren und einigen Akteuren, die zuletzt wenig Spielpraxis hatten, heute das Vertrauen schenken. Hinzu kommt, dass Thomas Bröker, Baris Özbek und Nico Klotz mit Infekten außer Gefecht sind.

Im Mittelfeld erhält heute Martin Dausch erstmals in dieser Saison in der Startelf das Vertrauen des Trainers. Auch Innenverteidiger Thomas Blomeyer steht vor seinem Startelfdebüt. Im Tor kommt Marcel Lenz zum Einsatz. Der am Mittwoch verpflichtete US-Boy Mael Corboz wird noch nicht dem Kader angehören, zumal gestern die Spielberechtigung noch nicht vorlag.

Die Solinger wollen den MSV so lange wie möglich ärgern. Und insgeheim träumen die Klingenstädter natürlich von der Pokalsensation.