Duisburg

MSV Duisburg nimmt sich für das Sandhausen-Spiel viel vor

Moritz Stoppelkamp (links) traf im Hinspiel in Sandhausen zum Sieg. Ihm und Borys Tashchy (rechts) würde ein Tor im Rückspiel gut zu Gesicht stehen.
Moritz Stoppelkamp (links) traf im Hinspiel in Sandhausen zum Sieg. Ihm und Borys Tashchy (rechts) würde ein Tor im Rückspiel gut zu Gesicht stehen.
Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Bermel

Duisburg.  Es ist noch nicht die letzte Tankstelle vor der Autobahn. Das Spiel des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg gegen den SV Sandhausen am Samstag um 13 Uhr in der Schauinsland-Reisen-Arena ist ohne Frage richtungsweisend, aber keineswegs allesentscheidend. Freilich, die Nadel für die Spritanzeige nähert sich bedenklich dem roten Bereich und die Relegation als Reservekanister will nun wirklich niemand aus dem Kofferraum holen.

Wie angespannt die Stimmung im Innenraum des Zebra-Mobils angesichts des knappen Benzinstands ist, lässt sich an der großen Zufriedenheit von Trainer Ilia Gruev über das 0:0 vor einer Woche bei Union Berlin ablesen: „Ich bin sehr froh, dass wir in Berlin zu Null gespielt haben und unseren Matchplan gut umsetzen konnten. Man hat gesehen, dass die Jungs wollen.“

Das Prinzip „Rückwärtsoffensive“

Freilich, so schön das kleine Glück war: Die Partie brachte dann auch nicht mehr als einen torlosen Kick und die Summe der nichtgewonnenen Spiele zählt sich inzwischen auf fünf hoch. Gegen den Tabellennachbarn, der nur dank des besseren Torverhältnisses vor den Zebras liegt, wäre ein Dreier mehr als nur hilfreich. Um es etwas verlockender zu machen: Mit dem Sieg könnte der MSV endlich über die Latte in Höhe von 40 Punkten springen. Seit dem 3. März ist das Ziel erreichbar und wurde doch immer wieder verfehlt.

Wie Gruev den Anlauf zum entscheidenden Sprung nehmen will, beschreibt er so: „Man sieht: Eine gute Defensive ist wichtig für die letzten paar Spiele.“ Der MSV setzt auf das Prinzip der „Rückwärtsoffensive“. Ilia Gruev: „Man hat auch gesehen: Wenn wir in der defensiven Grundordnung stehen, können wir sehr gefährlich sein. Denn wir wollen endlich auch wieder ein Spiel gewinnen.“

Sandhausen spürt den Druck

Der Marschplan skizziert sich dann so: lange ohne Gegentor bleiben und dann vorne einen reinfallen lassen. Für die Idee spricht einiges: Von seinen zehn Siegen holte der MSV acht, wenn Torhüter Mark Flekken seinen Kasten makellos sauber hielt. Eines davon war übrigens das 1:0 in Sandhausen. 26 von 38 Punkten kamen auf das Konto mit der stehenden Null.

Dennoch – die Partie am Samstag steht im Vergleich zu dem Spiel an der Alten Försterei unter umgekehrten Vorzeichen. Sandhausen fühlt durchaus den Druck. Sechs Spiele in Folge ist der Gast, geführt von Trainer Kenan Kocak, ohne Sieg. Einen Punkt würden die Kicker aus der Nähe von Heidelberg aber freudig einsacken. So wie es der MSV bei Union tat. Für die Zebras wäre ein Zähler dagegen eher zu wenig. So wie es das 0:0 für die Berliner vor einer Woche war.

Die bester Abwehr der Liga kommt

Der Kick erfordert damit Nervenstärke. Der MSV darf sich nur nicht locken lassen. Zugleich gilt bei aller Freude an der Abwehrarbeit: Auf der anderen Seite des Feldes steht auch ein Tor. Da muss der Ball dringend rein. Die Herren in der besonderen Verantwortung dafür heißen Fabian Schnellhardt, der die Fäden konsequenter ziehen muss, Moritz Stoppelkamp, der Chancen erspielen und nutzen sollte, sowie die beiden Stürmer Boris Tashchy, Besitzer der einzigen MSV-Torgelegenheit in Berlin, und Stanislav Iljtucenko, dem mal wieder ein wichtiges Tor gelingen darf. Die Herausforderung ist groß: Sandhausen bietet mit nur 28 Gegentreffern die beste Abwehr der Liga auf. Zum Vergleich: Der MSV hat bereits 50 Tore geschluckt.

Ob Ahmet Engin oder Cauly Souza rechts vorne unterwegs sind, bleibt abzuwarten. Viel spricht für Engin, denn Andreas Wiegel wird wohl erneut rechts hinten spielen. Da liegt es nahe, die zweite Position auf dem Flügel mit einer Stammkraft zu besetzen. Zu den Ausfällen: Für Tim Albutat ist nach einem Teilanriss des Außenbandes die Saison beendet. Nico Klotz hatte mit einer Magen-Darm-Grippe zu kämpfen. Enis Hajri ist wieder fit. Wiegel aber hat ihm in Berlin den Rang abgelaufen. Ilia Gruev lobt den Rückkehrer nach langer Verletzungspause: „Er hat richtig gut alles umgesetzt, spielerisch und taktisch.“

Die Adjektive sollten sich am Samstag auf elf Kicker anwenden lassen: Richtig gut muss die Mannschaft auftreten, taktisch und spielerisch. Dann klappt es mit dem perfekten Boxenstopp: Einmal Volltanken bitte! Nach Aue – am Sonntag darauf – ist es nämlich ziemlich weit.

 

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