MSV Duisburg: Kapitän Wolze entschuldigt sich nach 0:5-Klatsche bei den Fans

MSV-Kapitän Kevin Wolze nach der Klatsche in Kiel.
MSV-Kapitän Kevin Wolze nach der Klatsche in Kiel.
Foto: firo

Kiel.. Die 1000 mitgereisten MSV-Fans träumten in Kiel vom Sprung auf den Relegationsrang der 2. Fußball-Bundesliga. Am Ende wurde es für die Zebra-Anhänger bei Temperaturen von minus vier Grad ein frostiger Albtraum. Der MSV Duisburg kassierte am Samstag bei Holstein Kiel eine 0:5 (0:2)-Klatsche. Kiel hat damit die 40-Punkte-Marke erreicht. Der MSV bleibt mit 37 Zählern – zumindest bis zum Sonntag-Nachmittag – auf dem vierten Tabellenplatz.

„Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen“, sagte MSV-Mannschaftskapitän Kevin Wolze nach dem Spiel. „Es ist ein Tag zum Vergessen“, ärgerte sich MSV-Trainer Ilia Gruev. Die Zebras wollten an er Ostsee den Schwung der letzten Wochen nutzen. Dies gelang nicht einmal im Ansatz. Kiel führte die Meidericher phasenweise vor.

Vor 10.143 Zuschauern fand der MSV gegen den Tabellendritten nie ins Spiel. Vor allem die – einmal mehr neu formierte Abwehrkette – hatte von Beginn an große Probleme. Auf der rechten Abwehrseite entschied sich Ilia Gruev für Dan-Patrick Poggenberg als Krankheitsvertretung für Enis Hajri.

Am Samstag erlebte der komplette Duisburger Defensivverbund einen rabenschwarzen Tag. Die Viererkette hielt nicht lange. In der 18. Minute bejubelte Kiel seinen ersten Treffer. Gerrit Nauber, der am Samstag mit der Organisation der Defensive völlig überfordert war, versäumte es, im Mittelfeld gegen Marvin Ducksch zu klären. Kevin Wolze geriet im Laufduell mit David Kinsombi ins Straucheln, der Kieler traf zum 1:0.

Zwei MSV-Gegentore in 162 Sekunden

Nur 162 Sekunden später klingelte es erneut im Tor von Mark Flekken. Dominick Drexler erhöhte auf 2:0. Zuvor hatte Marvin Ducksch Kevin Wolze zu Fall gebracht, sodass der Duisburger Verteidiger nicht mehr eingreifen konnte. Das war im Moment der Aktion ärgerlich, spielte in der Beurteilung des gesamten Spiels am Ende keine große Rolle mehr.

Kiel hatte zuletzt zweimal hintereinander eine Führung aus der Hand gegeben. Doch der MSV war nicht in der Lage, den Mitaufsteiger in Verlegenheit zu bringen. Schon kurz nach der Pause war die Partie entschieden. Fabian Schnellhardt behinderte Marvin Duksch im Strafraum. Schiedsrichter Bastian Dankert meinte es gut mit den Gastgebern und entschied auf Elfmeter. Kingsley Schindler verwandelte sicher zum 3:0 (51.).

Der MSV war weder in der Lage, zurückzuschlagen, noch das Ergebnis im Rahmen zu halten. Nach einem Eckball knallte Duksch den Ball aus kurzer Distanz an die Latte, im Nachsetzen traf Holstein-Kapitän Rafael Czichos zum 4:0 (62.). In der 82. Minute boten die Zebras den Störchen unfreiwillig Hilfestellung. Erst Flog Mark Flekken nach einem Eckstoß am Ball vorbei, danach drückte Gerrit Nauber die Kugel ins eigene Tor zum 5:0 für Kiel.

„Die Niederlage war absolut verdient. Wir haben alles, was uns in dieser Saison stark gemacht hat, vermissen lassen. Heute hat nur eine Mannschaft gespielt. Und das war Holstein Kiel“, war MSV-Trainer Gruev tief enttäuscht. Auch Sportdirektor Ivica Grlic fand keinen Ansatz, etwas Positives zu erkennen. „Wir hätten sogar noch höher verlieren können“, sagte der 42-Jährige, der das Debakel „ganz schnell abhaken“ möchte.

Auch für Torwart Mark Flekken war es „ein gebrauchter Tag“, wie der Niederländer nach dem Spiel zu Protokoll gab. „Wir hatten eine große Chance, unser Saisonziel mit einem Sieg jetzt schon zu erreichen. Es ist enttäuschend, dass wir das nicht geschafft haben“, so der Niederländer. Nach dem 1:6 gegen Nürnberg in der Hinrunde war das 0:5 in Kiel für den 24-Jährigen bereits die zweite „Klatsche“ in dieser Saison.

 
 

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