Duisburg

MSV Duisburg: Gruev droht der K.o. - kehrt dieser Trainer zurück?

Einst ein Trainergespann beim MSV Duisburg: Kosta Runjaic (r.) im November 2012 als MSV-Chef mit Assistent Ilia Gruev.
Einst ein Trainergespann beim MSV Duisburg: Kosta Runjaic (r.) im November 2012 als MSV-Chef mit Assistent Ilia Gruev.
Foto: imago

Duisburg. Seit drei Wochen ist Trainer Ilia Gruev beim Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg angezählt, heute droht dem 48-Jährigen der Knockout. Sollten die Zebras das Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg (13 Uhr) nicht gewinnen, dürfte die Uhr beim MSV für den Trainer abgelaufen sein.

Sieben Spiele, nur zwei Punkte – die Luft wird für den Deutsch-Bulgaren immer dünner. Vor zwei ­Wochen rettete sich Gruev mit einem 2:2 bei Union Berlin, am vergangenen Mittwoch reichte ein 3:3 beim 1. FC Magdeburg. Nach drei Heimniederlagen in Folge benötigt Gruev heute einen Dreier, ein Remis wäre zu wenig.

MSV Duisburg: Illia Gruev droht das Aus? Kehrt dieser Trainer zurück?

Über mangelnden Kredit darf sich Gruev in Duisburg nicht beklagen. MSV-Präsident Ingo Wald stärkte dem Trainer in den letzten Wochen immer wieder den Rücken – aller Niederlagen zum Trotz. Der Vereinschef befindet sich in einer Zwickmühle. Vor drei Jahren trennte sich der MSV zu spät vom damals erfolglosen Gino Lettieri (sechs Punkte in 13 Spielen), nun treibt Wald die Sorge um, dass eine Trennung von Gruev zu früh sein könnte.

„Es wäre wirklich schön, wenn wir mit einem Trainer über viele Jahre zusammenarbeiten könnten“, sagte Wald unlängst. Der SC Freiburg (Christian Streich) und der 1. FC Heidenheim (Frank Schmidt) sind Vorbilder. Gruev, der sein Amt in Duisburg im November 2015 antrat, würde im Oktober Norbert Meier überholen und wäre dann in der MSV-Historie der Trainer mit der zweitlängsten Amtszeit. An der Spitze dieser Rangliste steht der aktuelle Düsseldorfer Trainer Friedhelm Funkel, der von 1996 bis 2000 in Duisburg die Verantwortung trug.

Sollte der MSV heute nicht gewinnen, würde sich wohl auch der Präsident von seiner Vision verabschieden. Wald kehrt erst kurz vor dem Spiel von einer Dienstreise aus den USA zurück. Er, Geschäftsführer Peter Mohnhaupt und Sportdirektor Ivica Grlic sind die entscheidenden Personen, die heute Nachmittag den Spielausgang bewerten werden.

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Nach der Begegnung mit Regensburg steht die Auswärtspartie in Köln an, danach folgt die Länderspielpause. Mit einem Sieg im Rücken könnte Gruev die Dinge neu justieren, im umgekehrten Fall erhielte ein Nachfolger die Gelegenheit, diese Konstellation für einen Neustart zu nutzen.

Plan B könnte Runjaic heißen

Ein Plan B dürfte bereits in der Schublade liegen. Ein Name, der in Duisburg in diesen Tagen immer wieder fällt, ist Kosta Runjaic, der derzeit beim polnischen Erstligisten Pogon Stettin tätig ist. Der gebürtige Wiener war schon in der Saison 2012/13 beim MSV tätig – übrigens mit Ilia Gruev als Co-Trainer an seiner Seite. Der 47-Jährige schaute sich die Zebras unlängst beim Auswärtsspiel in Berlin an und trank vor der Partie mit Ivica Grlic einen Kaffee. Der Besuch sei seit Wochen geplant gewesen, beteuerte Runjaic.

Gegen den SSV Jahn Regensburg steht Stürmer Richard Sukuta-Pasu (Magen-Darm-Infekt) weiter nicht zur Verfügung. John Verhoek, der zuletzt mit einer Schulterverletzung fehlte, feierte hingegen in Magdeburg ein überraschendes Comeback. Der Niederländer hatte sich nach nur einer Trainingseinheit bereit erklärt, in Magdeburg dabei zu sein und „über seine Schmerzgrenze hinaus zu gehen“, wie Ilia Gruev berichtete. Ein Beleg dafür, dass die Moral der Mannschaft intakt ist.

Mit einer guten Moral allein wird es heute für den MSV allerdings nicht getan sein.

 
 

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