MSV Duisburg entdeckt mit 3:0-Sieg wieder den Frohsinn

Emotionen pur: Abwehrchef Branimir Bajic nordet lautstark Außenverteidiger Rolf Feltscher ein.
Emotionen pur: Abwehrchef Branimir Bajic nordet lautstark Außenverteidiger Rolf Feltscher ein.
Foto: Fabian Strauch / FUNKE FotoServi
Die Zebras verbuchen mit der besten Saisonleistung den zweiten Saisonsieg. Albutat erzielt ein „Knallertor“, das für Erleichterung beim MSV sorgt.

Duisburg.. Im Mai überschütteten sich die Fußballer des MSV Duisburg in der Arena mit Bier und trugen lustige Brillen und Perücken. Sie feierten nach dem Sieg über Holstein Kiel den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Fröhlichkeit und Ausgelassenheit hatten seitdem in der Arena kaum noch Platz. Am Sonntag kehrte ein kleines Stück des Frohsinns zurück. Nach dem 3:0 (0:0)-Sieg über den SV Sandhausen lieferte der Caterer zwei Kisten Bier in die Duisburger Kabine. „Die Spieler dürfen diesen Tag genießen. Morgen geht’s weiter“, sagte Trainer Ilia Gruev.

Die MSV-Spieler feierten gestern tatsächlich bis in den Abend hinein. Allerdings nicht ausschließlich den zweiten Saisonsieg, sondern sie besuchten mehrere Weihnachtsfeiern der Fanclubs. Diese Auftritte fielen den Jungs mit dem Erfolg im Gepäck natürlich wesentlich leichter.

„Das tut sehr gut“, sprach MSV-Stürmer Kingsley Onuegbu nach dem Match allen Spielern aus der Seele. Natürlich ist die Situation weiterhin ernst. Es war erst der zweite Sieg, der MSV sammelte am Sonntag erst die Punkte neun bis elf ein, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt weiterhin fünf Zähler. Aber wie heißt es schon in Nick Hornbys „Fever pitch“: Du kannst nicht erwarten, das zweite Tor vor dem ersten zu schießen.

Matchwinner Janjic und Albutat

Das erste Tor erzielte Rolf Feltscher am Sonntag in der 61. Minute. „Es war wichtig, geduldig zu sein“, sagte Ilia Gruev nach dem Spiel. 0:0 stand es zur Pause. Und nach einer Stunde. Es drohte das dritte Remis in Folge. Doch Feltscher brach mit seinem Treffer den Bann.

Schon in der ersten Halbzeit hätte der MSV in Führung gehen können. Schiedsrichter Benjamin Brand verweigerte Kingsley Onuegbu einen Foulelfmeter. Später scheiterte der Nigerianer mit einem Kopfball am stark aufgelegten Gästekeeper Marco Knaller.

Ein Knaller war das zweite Duisburger Tor durch Tim Albutat. Er hielt nach einer Flanke von Zlatko Janjic im 16er einfach drauf und sorgte mit dem 2:0 (67.) für die Vorentscheidung. „So ein Tor erzielst du nur einmal in der Saison und nur dann, wenn du Selbstvertrauen hast“. Janjic selbst sorgte mit seinem Treffer zum 3:0 in der Schlussminute für den Endstand.

Janjic und Albutat waren beim MSV die Spieler des Tages. Albutat krönte seine beste Saisonleistung mit dem Treffer zum 2:0. Hinzu kam eine starke Vorstellung als defensiver Mittelfeldspieler, der gar nicht so defensiv war. „Der Trainer gibt uns in der Offensive viele Freiheiten“, erklärte Kingsley Onuegbu. Albutat nahm sich alle Freiheiten – mit Erfolg. „Das könnte das Tor des Monats werden“, befand MSV-Präsident Ingo Wald.

Zlatko Janjic brachte mehr auf die Platte, als die meisten Beteiligten zuvor vermuten konnten. Am Donnerstag sagte Ilia Gruev, dass der zuletzt lange verletzte Janjic erst nach Weihnachten wieder bei 100 Prozent sein könne. Ist jetzt doch schon Weihnachten? „Nein, wir haben noch nicht Weihnachten“, schmunzelte Gruev nach dem Spiel. „Zlatko ist über seine Grenzen gegangen“, lobte der Coach den 29-Jährigen. „Wir waren davon überzeugt, dieses Spiel zu gewinnen“, dokumentierte Janjic das gewachsene Selbstvertrauen im Team. Und Kingsley Onuegbu fügte hinzu: „Wenn die Mannschaft gut spielt, belohnt sie sich auch.“

Schwartz: „Wir waren nur teilaktiv“

Gästetrainer Alois Schwartz, von 1993 bis 1995 für die Zebras in 34 Ligaspielen am Ball, attestierte dem MSV einen verdienten Sieg: „Die Liga ist so eng. Da entscheiden Kleinigkeiten. Wir haben die Kleinigkeiten falsch gemacht, der MSV hat sie richtig gemacht. In der zweiten Halbzeit waren wir nur noch teilaktiv.“

 
 

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