MSV Duisburg droht nach Hooligan-Attacke mit Stadionverboten

Nils Balke
Auch am Dienstag wollen sich die Vereinsverantwortlichen mit der Polizei treffen, um die Situation zu besprechen.
Auch am Dienstag wollen sich die Vereinsverantwortlichen mit der Polizei treffen, um die Situation zu besprechen.
Foto: imago
Nach der Attacke rechtsgerichteter Duisburger Hooligans auf eine Gruppe MSV-Ultras wollen Polizei und Verein die Vorfälle nach dem Ligaspiel gegen Saabrücken aufklären. Der Verein wartet noch auf eine offizielle Stellungnahme der beteiligten Gruppen. Wichtige Fragen bleiben weiterhin unbeantwortet. Sind Stadionbesuche in Duisburg noch sicher?

Duisburg. Beim MSV Duisburg laufen die Ermittlungen. Nach der Attacke rechtsgerichteter Duisburger Hooligans auf antifaschistische MSV-Ultras setzten sich am Montag Polizei, Sicherheitskräfte und Fanvertreter an einen Tisch, um die Vorfälle nach dem Drittliga-Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken aufzuarbeiten.

Die Analyse dauere noch an, teilte der Verein mit. „Ich habe die Gruppierungen bereits am Samstag um eine Stellungnahme gebeten, bisher aber keine Antwort erhalten“, sagt der MSV-Sicherheitsbeauftragte Michael Meier.

Die Medien seien „offenbar besser informiert als der Verein selbst“. Es sei „zwar davon auszugehen, dass der Angriff von einer bestimmten Gruppe ausging, doch Genaueres wissen wir noch nicht“, sagt Meier.

Auch am Dienstag würden sich die Vereinsverantwortlichen mit der Polizei treffen, um die Situation zu besprechen. Der MSV, dessen bisherige Bemühungen gegen Rechtsextremismus offenbar wenig Wirkung zeigen, steht vor einem massiven Problem.

Wie sicher sind die Spiele des MSV?

Der Angriff, bei dem die Polizei unter Einsatz von Schlagstöcken und Reizgas die Gruppen voneinander trennte, wirft Fragen auf. Zum Beispiel: Wie sicher ist der Besuch eines Fußballspiels in Duisburg? Welche Sicherheitsvorkehrungen werden nun getroffen? Droht dem MSV eine Entwicklung wie bei Alemannia Aachen oder Eintracht Braunschweig?

In Aachen lösten sich die Ultras nach wiederholten Attacken rechter Gruppierungen auf, in Braunschweig untersagte die Eintracht-Spitze den Ultras Ende September, Spiele „als Gruppe“ zu besuchen.

Ein Banner der MSV-Ultras, über das sie sich während des Saarbrücken-Spiels mit den „Ultras Braunschweig“ solidarisierten, soll Auslöser für die Attacke gewesen sein. Das erklären die MSV-Ultras der „Kohorte“ und „Jungspunde“ in ihrer Stellungnahme, die sie am Sonntagvormittag auf ihrer Website veröffentlichten. „Wir aber warten noch immer auf eine an uns gerichtete Stellungnahme der ‘Kohorte‘. Zu vielen Gruppen haben wir guten Kontakt. Bisher gibt es keine schriftliche Reaktion“, sagt Meier.

Verein könnte Stadionverbote aussprechen

Nach Polizeiangaben wurden am Samstag neun Strafanzeigen erstattet. „Wir haben aber keine Namen“, so Meier. „Wenn sich herausstellen sollte, dass Straftatbestände vorliegen, werden wir diesen Personen den Stadionbesuch verbieten“. Meier lobt die Kooperation mit der Polizei. Die Zusammenarbeit sei „hervorragend“.

Im vergangenen Frühjahr hatte der MSV eine Initiative gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus begonnen. „Das Projekt musste aber wegen der drohenden Insolvenz unterbrochen werden“, erklärt der MSV-Fanbeauftragte Christian Ellmann. Er verspricht jedoch: „Diese Initiative wird fortgesetzt.“

Sicherheit der Stadionbesucher soll gewährleistet werden

Der MSV muss sich derweil Gedanken über die Sicherheit in und um die Duisburger Arena machen. „Wir erarbeiten mit der Polizei Sicherheitskonzepte, informieren aber natürlich nicht über die Strategien“, sagt Meier. Ellmann versichert, es würden „alle nötigen Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Stadionbesucher zu gewährleisten“.