MSV-Coach Lettieri sieht sich nach Auftakt-Pleite bestätigt

Thomas Tartemann
Der Saisonauftakt ging für den MSV in die Hose.
Der Saisonauftakt ging für den MSV in die Hose.
Foto: imago
Nach dem 1:3 zum Drittligaauftakt beim SSV Jahn Regensburg spricht der neue Duisburger Coach von „viel Arbeit, die auf uns wartet.“ Die Rückkehr von Abwehrchef Branimir Bajic wird sich noch hinziehen. Manager Ivica Grlic stuft die Pleite als „extrem ärgerlich“ ein.

Duisburg/Regensburg. Am Tag nach der 1:3 (1:2)-Pleite in Regensburg blickte Gino Lettieri bereits wieder nach vorne. Der Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg sah sich den kommenden Gegner SG Sonnenhof Großaspach beim Ligastart gegen Fortuna Köln an. Großaspach schaffte das, was dem MSV nicht gelang: Der Neuling startete mit einem 2:1-Sieg in die neue Spielzeit.

Für die Zebras wurde der SSV Jahn Regensburg zum unerwarteten Stolperstein. Die Bayern rannten, grätschten und wirbelten, während der MSV seinen Motor anfangs nur auf Bereitschaft stellte. „Der Gegner ist relativ leicht zum Torabschluss gekommen. Wir haben die Begegnung in den ersten 20 Minuten verloren. Zwei Aktionen über unsere rechte Seite führten zum 2:0 für den Jahn“, fasste Manager Ivica Grlic die grauenhafte Startphase treffend zusammen. Grlic: „Die Pleite ärgert mich extrem.“

In der Innenverteidigung blieb Neuzugang Thomas Meißner den Nachweis, eine Verstärkung zu sein, komplett schuldig. Offenbar hat der Virusinfekt, der ihn mehrere Vorbereitungswochen kostete, ganze Arbeit geleistet. Auch Christopher Schorch gelang es nicht, dem Deckungsverband Sicherheit einzuhauchen. Der 25-Jährige ließ sich in einigen Szenen herauslocken, so dass Regensburg über den umtriebigen Aias Aosman immer wieder in die Schnittstelle vorstoßen konnte. Da auch Matthias Kühne auf der rechten Verteidigerposition neben den Schuhen stand, wackelte der MSV in mehreren Szenen bedenklich.

In der Vorwärtsbewegung setzten Zebra-Torjäger Kingsley Onuegbu & Co. einige Ausrufezeichen. Chancen, um die Partie nach Zlatko Janjics verwandeltem Handelfmeter (2:1, 40.) in eine andere Richtung zu lenken, gab es reichlich. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn Janjic seine Chance zum 2:2 verwertet hätte“, zuckte Coach Gino Lettieri mit den Schultern. Der Neuzugang jagte den Ball in der 67. Minute allerdings freistehend über das Jahn-Gehäuse.

„Es war ein Spiel auf Messers Schneide. Duisburg hat eine abgezockte Mannschaft und ist von den individuellen Einzelspielern her stark besetzt. Gegen den MSV weißt du vorher nie, was passiert: Es kann sein, dass die Duisburger dich laufen lassen wie die Hasen“, sparte der neue Jahn-Trainer Alexander Schmidt nicht mit Komplimenten für die Zebras. Von dieser Duisburger Dominanz war auf dem Rasen allerdings wenig zu spüren. Der als Favorit angereiste MSV lag nach dem 3:1 von Aosman (80.) endgültig auf der Matte. Duisburgs Mittelfeldspieler Tim Albutat, der kämpferisch durchaus gefiel, ließ sich in der Entstehung zum Tor den Ball abjagen und reklamierte Foulspiel. „Da muss Tim cleverer agieren“, so Lettieri, der in der Niederlage Größe zeigte: „Regensburg hat verdient gewonnen. Der SSV war aggressiver und laufstärker, wir haben schlecht gegen den Ball gearbeitet.“

„Richtig? Falsch? Zweitrangig“

Auf die Frage, ob er die „richtige“ Viererkette ins Rennen geschickt habe, meinte der MSV-Coach: „Ob richtig oder falsch, das ist zweitrangig.“ Lettieri sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt: „Ich hatte ja kürzlich schon gesagt, dass viel Arbeit auf uns wartet. Und genauso ist es auch. Durch die krankheitsbedingten Ausfälle ist die Abwehr noch nicht auf dem Stand, auf dem wir sie haben wollen.“

Thomas Meißner benötigt ganz offensichtlich noch Zeit, um sein Toplevel zu erreichen. Branimir Bajic, dessen Routine beim Startschuss stark vermisst wurde, kämpft nach seinem Virus um das Comeback. Lettieri: „Wenn er richtig auf dem Damm ist, kann Baja in zwei, drei Wochen wieder voll mitmachen. Aber er hat auch viel aufzuholen.“

Erik Wille, als Rechtsverteidiger eingeplant, steht nach seinem Muskelfaserriss vor der Rückkehr ins Teamtraining. Zumindest rechts gäbe es dann eine Alternative mehr.