MSV-Balljäger Albutat denkt vor Leipzig nicht negativ

Thomas Tartemann
Tim Albutat (r.) traf am vergangenen Sonntag beim 3:0-Heimsieg der Zebras gegen den SV Sandhausen zum zwischenzeitlichen 2:0.
Tim Albutat (r.) traf am vergangenen Sonntag beim 3:0-Heimsieg der Zebras gegen den SV Sandhausen zum zwischenzeitlichen 2:0.
Foto: dpa
Ein Auswärtsspiel bei Aufstiegsfavorit RB Leipzig - Vor Wochen hätte das die Profis des MSV Duisburg zittern lassen. Mittlerweile sieht es anders aus.

Duisburg. Im Normalfall werden die Zweitliga-Fußballer des MSV Duisburg zu ihren weiteren Auswärtsspielen von bis zu 1000 stimmgewaltigen Fans begleitet. Am Sonntag (13.30 Uhr/Live bei uns im Ticker) gibt es beim Spiel gegen RB Leipzig eine Ausnahme.

Dem Boykott-Aufruf, der beim 3:0-Heimsieg über Sandhausen auf einem Transparent in der Schauinsland-Reisen-Arena prangte, kommen etliche MSV-Anhänger nach. Hintergrund: Das „Produkt Red Bull“ ist nicht nur für die Duisburger Anhänger als „Brauseklub“ ein rotes Tuch, sondern wird bundesweit äußerst kritisch betrachtet. Nur rund 200 Zebra-Schlachtenbummler wollen sich deswegen auf den Weg in die Messestadt machen. „Unsere Fans haben Probleme damit, nach Leipzig zu fahren, aber ich freue mich über jeden Einzelnen, der uns bei diesem Spiel unterstützt“, sagt Trainer Ilia Gruev.

Albutat beklagt sich nicht

„Es ist schade, dass ein Großteil unserer Fans beschlossen hat, nicht nach Leipzig zu fahren. Aber wir Spieler konzentrieren uns auf die gegnerische Mannschaft und beklagen uns nicht“, erklärt Mittelfeldspieler Tim Albutat, dem beim Triumph über Sandhausen sein erstes Saisontor glückte. „Damit“, lacht er, „habe ich meinen Schnitt aus der letzten Saison bereits erreicht.“ Was allerdings nicht heißen soll, dass Albutat nun seine Offensivvorstöße komplett einstellt. „Es ist schön, wenn ich Tore schießen und seiner Mannschaft dadurch helfen kann. Zuhause macht es allerdings noch mehr Spaß als auswärts“, hat der 23-Jährige die Atmosphäre nach seinem Kracher noch fest im Gedächtnis.

Bei den dreimal in Folge unbezwungenen Duisburgern ist das Selbstvertrauen spürbar angestiegen. Genau das strahlt Tim Albutat auch im Vorfeld des Kräftemessens mit dem Topteam aus. „Das Szenario, mit einer Niederlage aus Leipzig zurück nach Hause zu fahren, gibt es bei mir nicht. Wir wollen noch mehr Punkte bis zur Winterpause sammeln und unseren Weg weiterverfolgen.“

Obinna nicht im Kader

Beim Blick auf den Kader der Rasenballer tauchen nicht nur hochveranlagte Zweitligakicker, sondern auch etliche Nationalspieler auf. Yussuf Poulsen (21) hat zehn Länderspiele für Dänemark bestritten. Emil Forsberg (24) kommt sogar auf elf Einsätze für die A-Nationalelf von Schweden. Der Österreicher Marcel Sabitzer kann mit der Zahl von 16 Länderspielen wuchern. „Die Qualität der Leipziger ist enorm hoch“, findet Ilia Gruev, „aber wir spielen trotzdem elf gegen elf. Unser Ziel ist es, in Leipzig zu punkten.“ Wie das in die Tat umgesetzt werden soll, verrät Gruev zumindest im Ansatz: „Wir müssen sehr gut vorbereitet und vor allen Dingen hellwach sein. Unsere Verteidiger werden gefordert. Da bin ich mir ziemlich sicher.“

Was die Zebras durch ihren Zwischenspurt von fünf Punkten aus drei Partien neben ihrer eigenen verbesserten Perspektive erreicht haben, ist eine andere Wahrnehmung beim Gegner. „Durch die Ergebnisse unter dem neuen Trainer Ilia Gruev hat der MSV wieder mehr Selbstvertrauen“, meint RB-Trainer Ralf Rangnick. Ihm wäre es sogar lieber gewesen, „wir hätten früher gegen sie gespielt“. Ilia Gruev wird diese Aussagen in seine Überlegungen einfließen lassen und versuchen, mit seinen Zebras eine scharfe Klinge zu schlagen. Allerdings ohne Victor Obinna. „Er steht nach seiner Knieverletzung noch nicht im Kader“, sagt Gruev. Gleiches gilt für Martin Dausch, der am Montag nach Rücken- und Adduktorenproblemen ins Teamtraining einsteigen soll.