Lob von MSV-Trainer beflügelt Kevin Wolze vor Bochum-Spiel

Thomas Tartemann
Nicht unterlegen, sondern obenauf will Kevin Wolze am Freitag mit dem MSV in Bochum sein.
Nicht unterlegen, sondern obenauf will Kevin Wolze am Freitag mit dem MSV in Bochum sein.
Foto: Bongarts/Getty Images
Kevin Wolze, ausgewiesener Allrounder im Kader des Zweitligisten MSV Duisburg, darf sich Startelfchancen für das Derby beim VfL Bochum am Freitagabend ausrechnen. Für den gesperrten Goran Sukalo dürfte wohl Tanju Öztürk in die Mannschaft rücken.

Duisburg. Abgestoppte 447 Minuten hat Kevin Wolze (22) bisher für die Reservemannschaft des MSV Duisburg in der Regionalliga West absolviert. Der Anspruch des ehemaligen Wolfsburgers ist freilich ein anderer. Wolze will den Zebras im Zweitliga-Existenzkampf helfen. Dass er dazu in der Lage ist, bewies der Linksfuß mit seinem Jokertor zum 1:0-Auswärtssieg beim VfR Aalen im vergangenen Dezember.

Zuletzt beim 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern wurde Wolze in der Endphase eingewechselt. Zuvor durfte er auch beim 0:0 in Dresden für ein paar Minuten ran. Jetzt steht am Freitag das Derby beim VfL Bochum (18 Uhr, Rewirpower-Stadion) auf dem Programm. Mit Wolze in der Startelf?

„Der eine oder andere hätte es verdient, auch mal von Beginn an aufzulaufen“, sagt Coach Kosta Runjaic. Nach seiner Amtsübernahme an der Wedau hatte der 41-Jährige zunächst keine Verwendung für Wolze. Die Duisburger Allzweckwaffe, die unter Ex-Coach Oliver Reck als linker Verteidiger in die Saison startete, schaffte es erst Anfang Oktober zumindest in den 18er-Kader.

Keine einzige Einheit verpasst

Gemurrt hat der einstige Azubi des englischen Traditionsklubs Bolton Wanderers, wo er von 2006 bis 2008 viel lernte, nie. Runjaic: „Seit ich beim MSV Duisburg bin, hat Kevin nicht eine Trainingseinheit verpasst. Er hat nie seinem Unmut Luft gemacht, sich immer versucht, über Trainingsleistungen anzubieten. Er ist ein Spieler, auf den man sich verlassen kann.“

Worte, die Kevin Wolze nach schwierigen Zeiten beim MSV beflügeln und runtergehen wie Öl. „Es ist schön, so etwas zu hören“, sagt der letztjährige Stammspieler (33 Einsätze, vier Tore). Der Draht zu Coach Kosta war in letzter Zeit definitiv da, auch wenn Wolze im Kader keine entscheidende Rolle einnehmen konnte. „Ich habe mich öfter mit Kosta Runjaic unterhalten und würde mich natürlich riesig freuen, am Freitag aufzulaufen. Das Gefühl, bei den Profis dabei zu sein, ist natürlich weitaus schöner, als in der Reserve zu spielen oder gar nicht im Kader zu sein“, sagt der Mittelfeldspieler. Kosta Runjaic sieht Wolze dabei allerdings nicht im zentralen Bereich, wo er sowohl offensiv als auch defensiv agieren könnte, sondern auf der linken Außenbahn. Für Wolze bedeutet jeder Zweitliga-Einsatz auch die Chance zur Eigenwerbung. Sein Vertrag beim MSV endet im Juni, noch sind keine Zukunftsgespräche geführt. Aufgrund der angespannten Tabellensituation dürfte das Thema auch noch einige Wochen zurückstehen, bevor Manager Ivica Grlic ins Detail gehen kann.

Öztürk erste Wahl als Sukalo-Ersatz

Bei der Besetzung der durch Goran Sukalos Sperre frei gewordenen defensiven Mittelfeldposition gilt Tanju Öztürk als erste Wahl. „Tanju war nach seiner Hereinnahme gegen den FCK sofort präsent“, so Runjaic.

Im Angriff hatte sich Maurice Exslager unmittelbar nach dem Lautern-Spiel für die Sturmposition beworben, da Ranisav Jovanovic ebenfalls gesperrt fehlt. Was „Exe“ allerdings gestern bei der Trainingseinheit im Bereich Torabschluss an Fahrkarten schoss, diente wahrlich nicht als Empfehlungsschreiben. Kosta Runjaic humorvoll: „Training ist nicht gleich Wettkampf. Was am Mittwoch passiert ist, daraus kann man für Freitag nichts ableiten.“ Worauf es dem Coach insgesamt ankommt: „Wir müssen gierig und effektiv sein.“