Kevin Wolze vom MSV Duisburg will wie ein Schwan jubeln

Thomas Tartemann
"Ich wollte nicht weg": Kevin Wolze.
"Ich wollte nicht weg": Kevin Wolze.
Foto: Imago
Der Duisburger Führungsspieler hat sich für sein erstes Saisontor etwas Besonderes ausgedacht – zu sehen ist es vielleicht schon am Samstag in Erfurt. Die angeschlagenen Ratajczak und Tsourakis werden Trainer Karsten Baumann aller Voraussicht nach zur Verfügung stehen.

Duisburg. Kevin Wolze hat bei den Duisburger Fans einen dicken Stein im Brett. Wenn MSV-Stadionsprecher Chris Schulze die Aufstellung des Fußball-Drittligisten vor der Kurve verkündet und zur Trikotnummer „17“ kommt, folgt auf die Vorlage „Kevin“ ein donnerndes „Wolze“ aus tausenden Kehlen. „Wenn wir unten im Kabinengang stehen, kriegt man das nicht komplett mit, aber diese Wertschätzung freut mich natürlich riesig. Aber ich muss das Vertrauen durch Leistung zurückzahlen. Wenn ich so spiele wie zuletzt gegen Chemnitz, dann bringt das nichts. Ich war mit mir nicht zufrieden. Und insgesamt haben wir nicht das geschafft, was wir uns vorgenommen hatten“, zeigt sich der 23-Jährige selbstkritisch.

Wunsch nach klarer Führung

Der Mittelfeldspieler hätte den MSV nach dem Zweitliga-Aus verlassen können. „Ja, es gab die Anfrage aus Saarbrücken. Und dann waren da noch zwei andere Optionen, aber ich wollte hier nicht weg“, erklärt Wolze, der rückblickend zugibt: „Sicherlich war es riskant, weil es ja auch lange gedauert hat, bis der MSV die Drittligalizenz hatte. Manager Ivo Grlic hat uns immer auf dem Laufenden gehalten. Wenn ich woanders hingegangen wäre, hätte ich mit Sicherheit nicht sofort gespielt. Schließlich fehlten mir mehrere Wochen Vorbereitung.“

Dass die Zebras sich schnell von der Wundertüte zum Mitfavoriten gewandelt haben, hat auch Kevin Wolze registriert. „Es ist schön zu hören, dass uns die Konkurrenz auf der Rechnung hat. Aber kaufen können wir uns für das Lob nichts. Es sind erst ein paar Spiele rum. Jeder von uns kann leistungsmäßig noch zulegen.“ Bisher standen alle Duisburger Partien Spitz auf Knopf. Totale Überlegenheit, die sich auch im Ergebnis ausdrückte, gab es kein einziges Mal. Wolze: „Vielleicht brauchen wir einfach mal ein Spiel, in dem wir das Ding mit einer klaren Führung ruhig runterspielen und Kräfte sparen.“

Beim Ex-Wolfsburger steht in der Scorerliste noch die Null. Sollte Wolze den Bann brechen, hat er sich etwas Besonderes ausgedacht. „Ich mache dann den Schwanjubel mit ausgebreiteten Armen. Den gibt es beim Spiel Fifa 13, das wir immer auf der Playstation zocken.“ Ausgeheckt hat sich Wolze den Spaß zusammen mit Kumpel Sören Brandy, der den Schwan beim 3:1-Sieg seines neuen Vereins Union Berlin gegen Dynamo Dresden präsentierte. Wolze: „Wir haben vereinbart, dass derjenige, dem das erste Saisontor gelingt, so jubelt. Ich ziehe aber auf jeden Fall nach.“

Ratajczak dürfte spielen können

Steht der sichere Rückhalt der ersten Spiele den Zebras auch am Samstag bei Rot-Weiß Erfurt zur Verfügung? Schlussmann Michael Ratajczak musste in dieser Woche aufgrund von Adduktorenproblemen kürzer treten. Gestern stieg er dann wieder ins Training ein. „Ich gehe davon aus, dass er keine Probleme haben wird“, so Trainer Karsten Baumann. Ebenfalls leicht angeschlagen ist Flügelflitzer Athanasios Tsourakis, der am Dienstag im Training einen Pferdekuss kassierte. „Das dürfte ihn aber Samstag nicht beeinträchtigen“, glaubt Baumann.