Kentsch warnt vor der Insolvenz des MSV Duisburg

Geschäftsführer Roland Kentsch vom MSV Duisburg
Geschäftsführer Roland Kentsch vom MSV Duisburg
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Bis zum nächsten Donnerstag muss der MSV Duisburg die Bedingungen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens erfüllen. Laut Kentsch wird die Zeit knapp. Laut Kentsch muss der MSV innerhalb der nächsten sieben Tage noch eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,5 bis drei Millionen Euro schließen, um die Bedingungen der DFL zu erfüllen.

Duisburg.. Im Theater am Marientor waren einst die Elenden zu Hause. Drei Jahre lang stand das Musical Les Miserables auf dem Programm. Gar nicht elend fühlte sich die MSV-Familie an jenem Samstagabend im November des Jahres 2002. Der MSV Duisburg feierte im voll besetzten Theater seinen 100. Geburtstag und als Geschenk gab der damalige Vereinspräsident Walter Hellmich den Umbau des Wedaustadions in eine moderne Arena bekannt. Tosender Jubel damals, die wenigen kritischen Stimmen fanden kein Gehör. Elf Jahre später steht das Elend beim MSV vor der Türe. Viele Sitze blieben am Donnerstagabend am selben Ort bei der Jahreshauptversammlung des MSV Duisburg leer. 361 Mitglieder hörten die schlechte Botschaft des MSV-Geschäftsführers Roland Kentsch. Wenige Wochen, nachdem der MSV eine Insolvenz abgewendet hatte, droht sie laut Kentsch nun erneut.

Noch sieben Tage Zeit

Bis zum nächsten Donnerstag muss der MSV Duisburg die Bedingungen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens erfüllen. Laut Kentsch wird die Zeit knapp. „Eine Woche vor Ablauf der Frist kann ich nicht versprechen, dass wir es schaffen. Gelingt es uns nicht, wäre eine Insolvenz unausweichlich“, so Kentsch vor den Mitgliedern.

Laut Kentsch muss der MSV innerhalb der nächsten sieben Tage noch eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,5 bis drei Millionen Euro schließen, um die Bedingungen der DFL zu erfüllen.

Der Geschäftsbericht der KGaA für die Saison 2011/12 wieist tiefrote Zahlen auf. Der Umsatz brach um fast zwölf Millionen Euro ein – von 29,2 Millionen Euro auf 17,3 Millionen Euro. Der MSV bewegte sich damit zum ersten Mal unterhalb von 20 Millionen Euro Umsatz. Als Ergebnis steht ein Minus von 3,3 Millionen Euro zu Buche.

Fan-Anleihe im Gespräch

Der MSV bemüht sich derzeit in Gesprächen mit den Stadiongesellschaftern, dem Land NRW und der HSH Nordbank um eine Senkung der Stadionmiete, die derzeit bei fünf Millionen Euro liegt. Für einen Zweitligisten ist diese Last nicht zu stemmen. „Wir reden hier über einen nachhaltigen Betrag in Millionenhöhe“, so Kentsch.

Der MSV konnte erst Ende letzten Jahres eine Insolvenz vermeiden. Laut Kentsch entging der Zweitligist auch zweimal nur knapp einem Punktabzug von jeweils zwei Zählern. Nach Informationen der Redaktion ist auch eine Fan-Anleihe als ein Instrument zur Entlastung der finanziellen Situation im Gespräch.

Der MSV Duisburg e. V., dem derzeit 4453 Mitglieder angehören, erwirtschaftete in der Saison 2011/12 hingegen ein Plus. 170 000 Euro stehen als Gewinn zu Buche. Die Mitglieder entlasteten gestern Abend die Vorstandsmannschaften der ehemaligen MSV-Präsidenten Dieter Steffen und Andreas Rüttgers. Während Steffen und Co.. 40 Gegenstimmen erhielten, gab es für das Rüttgers-Team lediglich eine Gegenstimme.

Versammlung dauerte an

Bei Redaktionsschluss dauerte die Versammlung noch an. Die Diskussionen und Abstimmungen über eine neue Vereinssatzung standen ebenso auf der Tagesordnung wie die Wahl um ein Mandat im E.V-aufsichtsrat, der laut Satzungsentwurf künftig Verwaltungsrat heißen soll. Um den einzigen freien Posten bewarben sich Aufsichtsratschef Markus J. Räuber, dessen Amtszeit endete, und Michael Krämer, Sohn der verstorbenen MSV-Legende Werner „Eia“ Krämer.

 
 

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