Janjic kritisiert pfeifende MSV-Fans: "Kann ich nicht verstehen"

Pascal Biedenweg
  • Der MSV Duisburg hat gegen den VfR Aalen 2:2 gespielt
  • Die MSV-Fans pfiffen zwischenzeitlich
  • Zlatko Janjic kann die Reaktion nicht verstehen

Duisburg. Fünf sieglose Spiele in Folge - Grund zur Besorgnis beim MSV Duisburg. Außerdem scheint der Kredit einiger Fans allmählich aufgebraucht. Trotz der Tabellenführung.

Die Partie zwischen dem MSV und dem VfR Aalen schrieb die 71. Spielminute: Alexandros Kartalis erzielte in der Schauinsland-Reisen-Arena den zwischenzeitlichen 2:1-Führungstreffer für die Gäste aus Baden-Württemberg (Endstand: 2:2). Die Folge: Ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen. Außerdem waren vereinzelte 'Gruev-Raus'-Rufe zu vernehmen. Zugegeben: Sehr leise und zaghaft, aber dennoch zu hören von Leuten, die die aktuelle Tabelle wohl nicht im Kopf haben. Denn dort stehen die Zebras weiterhin auf Rang eins.

Deshalb kann Zlatko Janjic die Reaktion der Fans nicht nachvollziehen: "Ich weiß nicht, was hier erwartet wird", fragt sich der Bosnier. "Klar stellen wir uns das selbst anders vor, aber wir sind immer noch Erster. Dann spielen wir zu Hause und werden nach den ersten drei Aktionen, die nicht laufen, prompt ausgepfiffen. Das kann ich nicht verstehen."

Onuegbu: "Es ist natürlich schade"

Vor allem würden die Unmutsbekundungen der Anhänger nicht zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein führen, wie Kingsley Onuegbu verrät: "Durch die Pfiffe wird der eine oder andere Spieler verunsichert", weiß der Nigerianer, ergänzt aber: "Es ist natürlich schade, wenn wir zu Hause ausgepfiffen werden, aber es hilft nicht, darüber zu jammern. Am Ende des Tages sind nicht die Fans, der Platz oder der Schiedsrichter Schuld, sondern wir Spieler."

Doch sollte nicht genau in diesen Momenten der Support der Fans am Größten sein? Onuegbu sieht dies zweigeteilt: "Das ist immer so eine Sache. Auf der einen Seite kann man sagen, dass sie jede Woche hier hinkommen und ihr Geld ausgeben, um uns Siegen zu sehen", berichtet der Angreifer. "Auf der anderen Seite könnte man aber auch argumentieren, dass du die Fans gerade bei einem Rückstand brauchst - um wieder Akzente nach vorne setzen zu können."

Aber woran liegt es denn, dass die Meidericher trotz Tabellenführung kein Vertrauen in den eigenen Fähigkeiten besitzen? Ilia Gruev hat darauf auch noch keine passende Antwort parat: "Ich kenne so etwas nicht", erzählt der Bulgare und fügt schmunzelt hinzu: "Ich bin immer gerne Tabellenführer." Die Anhänger nimmt der MSV-Coach aber in Schutz: "Die Fans waren nach dem Rückstand voll da und haben uns unterstützt. Das war sehr wichtig für die Mannschaft."