Ivica Grlic will mit dem MSV Duisburg bis 2016 aufsteigen

Dirk Retzlaff
„Wir wollen hier ein Team entwickeln, mit dem wir bis zum Frühjahr 2016 aufsteigen können": MSV-Sportdirektor Ivica Grlic.
„Wir wollen hier ein Team entwickeln, mit dem wir bis zum Frühjahr 2016 aufsteigen können": MSV-Sportdirektor Ivica Grlic.
Foto: Getty Images
Ivica Grlic, Sportdirektor des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg, formuliert sein Ziel. Er will bis zum Frühjahr 2016 mit dem MSV in die 2.Bundesliga zurückkehren. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre ein Aufstieg in dieser Saison einfacher. Der MSV sucht zudem einen neuen Trikotsponsor.

Duisburg. Jetzt ist es raus. Es gibt beim Fußball-Drittligisten MSV Duisburg ein Saisonziel. Allerdings nicht für die aktuelle Spielzeit. Bis zum Frühjahr 2016 will Ivica Grlic mit den Zebras den Sprung in die 2.Bundesliga geschafft haben. Dies teilte der Sportdirektor am Montag auf der Internetseite des Vereins mit.

„Wir wollen hier ein Team entwickeln, mit dem wir bis zum Frühjahr 2016 aufsteigen können, und mit dem wir uns dann dauerhaft wieder unter den deutschen Top 25 etablieren können“, zitiert der MSV seinen Sportdirektor auf der Internetseite.

„Die Erwartungen bei den Fans sind sehr hoch. Die wollen natürlich am liebsten sofort aufsteigen“, so MSV-Geschäftsführer Bernd Maas. Mit der Publikation des Grlic-Zitates auf der Homepage will der MSV seine Anhänger mit ins Boot nehmen, zumal Grlic den schnellen Aufstieg mit seiner Äußerung auch nicht ausschließt.

Siebenstelliger Verlust

Doch Bernd Maas, wie auch schon zuletzt MSV-Präsident Ingo Wald, macht deutlich, dass aus wirtschaftlicher Sicht ein Aufstieg in der kommenden Saison schwieriger sein wird als in der aktuellen Spielzeit. Trotz Schuldenschnitt, trotz Stadionlösung – in jeder weiteren Drittliga-Saison verbrennt der MSV Geld. Auch in der aktuellen Spielzeit wird sich der Verlust im siebenstelligen Bereich bewegen. Das kommt dann auf die Restschuld nach dem Schuldenschnitt – die 20 Prozent der Altlasten sind bis 2017 gestundet – noch oben drauf. Und ein möglicher Fehlbetrag in der Saison 2015/16 auch. Geld, das der MSV eines Tages natürlich zurückzahlen muss. Die Pokaleinnahme aus dem Pokalspiel gegen Köln tat dem Klub natürlich gut. Von den rund 300 000 Euro musste der MSV indes 25 Prozent abzweigen und einen Besserungsschein bedienen.

Namen fehlen auf dem Zoo-Logo

Umso stärker rückt dabei nun die Suche nach einem neuen Trikotsponsor in den Fokus. Ursprünglich hatte der MSV das Zoo-Logo, an dem sich 36 Sponsoren mit einem Betrag von jeweils 2999 Euro beteiligten, nur für die Hinrunde vorgesehen. Im Winter sollte das chinesische Unternehmen Hisense auf die Zebra-Brust. Dieser Deal ist jedoch geplatzt, die Asiaten sind mittlerweile Premium-Sponsor beim Bundesligisten Schalke 04.

Rein theoretisch könnte der MSV bei den Unternehmen, die sich am Zoo-Logo beteiligt haben, für die Rückrunde noch einmal anfragen. Allerdings ist nicht jeder dieser Sponsoren noch mit seinem Engagement zufrieden. Denn die Sache hat einen Haken. Der MSV hatte damit geworben, dass alle an diesem Sponsoringpaket beteiligten Unternehmen mit ihrem Firmennamen auf dem Zoo-Logo zu sehen sind. Auf die Trikots, die der MSV im Fanshop verkauft, trifft das zu, aber nicht auf die Shirts, die die Zebra-Kicker bei den Spielen tragen. Da ist das Logo blank. „Der DFB hat das nicht durchgewunken“, erklärt Bernd Maas.

Neuer Geldgeber soll im Januar kommen

Allerdings hatte sich so mancher Kleinsponsor darüber gefreut, dass die MSV-Spieler mit „seinem“ Name auf der Brust auch tatsächlich am Ball sind. Erst kürzlich reagierte ein beteiligter Sponsor auf Anfrage der Redaktion mit Verwunderung. Er kannte diesen Umstand nicht: „Das hätte der Verein uns auch mitteilen können.“

„Die Wogen haben sich mittlerweile geglättet. Die Sponsoren hatten zuletzt auch die Gelegenheit, sich mit den Spielern auf einem Mannschaftsfoto ablichten zu lassen“, so Maas. Überdies: Keine Fernsehkamera, kein Zuschauer auf der Tribüne kann bei den Spielen erkennen, dass die Mini-Namen fehlen.

Ob der MSV mit dem Zoo-Trikot weiter spielt, falls kein neuer Sponsor anheuert, ließ Bernd Maas gestern auf Anfrage offen. In diesem Jahr stehen noch drei Rückrundenspiele an, ein neuer Sponsor, dessen Name dann deutlich zu lesen sein soll, dürfte aber frühestens im Januar an Bord sein. „Wir werden unsere Brust nicht verramschen“, unterstreicht Maas.

Und die aktuellen Geldgeber können sich trösten. Ein Zebra trägt bei den Heimspielen dann doch das „richtige“ Trikot: Maskottchen Ennatz.