Investor Schauinsland steigt beim MSV Duisburg groß ein

Aufatmen beim MSV: Die Klubverantwortlichen haben die Zebras durch Gläubigerverzicht und das verstärkte Engagement von Schauinslandreisen für die Dritte Liga aufgestellt.
Aufatmen beim MSV: Die Klubverantwortlichen haben die Zebras durch Gläubigerverzicht und das verstärkte Engagement von Schauinslandreisen für die Dritte Liga aufgestellt.
Foto: dpa
Nach aktuellem Stand ist der MSV Duisburg so aufgestellt, dass er die Lizenz für die Dritte Liga vom Deutschen Fußball-Bund erhält. Vereinspräsident Udo Kirmse erklärt, der Investor Schauinsland-Reisen habe dem Klub „ein faires Angebot unterbreitet, mit dem der MSV die gestellten Bedingungen erfüllt“.

Duisburg.. Das Bild vom späten Dienstagnachmittag besaß glücklicherweise keinen Symbolcharakter. MSV-Klubchef Udo Kirmse, Vorstandsmitglied Robert Philipps, die Verwaltungsratsmitglieder Thomas Maaßen sowie Markus J. Räuber, Aufsichtsratsmitglied Dirk Broska, Manager Ivica Grlic und Ex-Präsident Andreas Rüttgers rauschten im Fahrstuhl nach unten.

Im Erdgeschoss angekommen, hellten sich die Mienen der Herren schnell auf. Nach dem aktuellen Stand ist der MSV Duisburg so aufgestellt, dass er die Lizenz für die Dritte Liga vom Deutschen Fußball-Bund erhält. „Der Investor Schauinsland-Reisen hat uns ein faires Angebot unterbreitet, mit dem der MSV die gestellten Bedingungen erfüllt. Die Lücke, die genannt wurde, haben wir sicherlich schließen können. Ich kann mich nur bei den vielen Leuten, die uns geholfen haben, bedanken“, so Präsident Udo Kirmse erleichtert.

MSV-Abkommen mit Gläubigern

Am vergangenen Sonntag hatte der MSV in einer großen Sitzungsrunde „die erste Bergetappe“ (Kirmse) gemeistert. „Wir haben ein Gläubigermoratorium abgehalten“, so Kirmse. Übersetzt: Die MSV Duisburg GmbH & Co. KG schloss ein Stillhalteabkommen mit ihren Gläubigern und Schuldern. Alle Parteien erklärten sich bereit, auf den prozentual genau gleichen Forderungs-Anteil zu verzichten.

„In welcher Höhe der Verzicht ausfällt, das wurde intern besprochen. Ich kann aber sagen, dass sich alle Beteiligten an der Lösung der Situation, in die auch die Stadt Duisburg mit Oberbürgermeister Sören Link, die Banken und das Land involviert waren, auf einen gemeinsamen Prozess geeinigt haben, der für alle auch das gleiche Ergebnis erbringt“, skizziert Kirmse.

In Zahlen ausgedrückt: Der mit rund zehn Millionen Euro verschuldete Klub schraubt seine Verbindlichkeiten durch den Schuldenschnitt um etwa 80 Prozent zurück. Das Touristik-Unternehmen Schauinslandreisen unterstützt den Traditionsverein bei der Zukunftsausrichtung mit einem Millionenbetrag.

Grlic muss jetzt Gas geben

„Der Verein hat die Zusage von unserem Chef Gerald Kassner erhalten. Er saß mit allen engen Mitarbeitern zusammen. Wir sind ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Duisburg und haben alle mitbekommen, was hier in der Stadt in den letzten Wochen los war, wie viele Menschen sich für den MSV engagiert haben. Das hat alles zur Entscheidung beigetragen“, erklärt Schauinsland-Touristikchef Andreas Rüttgers, bis vor wenigen Monaten auch Präsident bei den Zebras.

Einer der entscheidenden Punkte bei der Neuaufstellung ist das Stadionthema. „Es gibt mehrere Modelle. Wir geben die Vorschläge ab, danach werden sie bewertet. Innerhalb der nächsten zwölf Wochen wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Land NRW, der HSH Nordbank und der Stadionprojektgesellschaft eine langfristige Lösung präsentieren“, verdeutlicht Udo Kirmse.

Aderlass beim MSV

Für Manager Ivica Grlic, der für die Dritte Liga bereits vor der positiven Wende zugesagt hatte, beginnt jetzt der Wettlauf gegen die Zeit. Mit Maurice Exslager, der zum 1. FC Köln wechselt, verlor der MSV am Dienstagabend bereits seinen sechsten Spieler nach dem Zweitliga-Lizenzentzug. Der 22-Jährige erhielt bei den Domstädtern einen Vertrag bis 2016.

„In dreieinhalb Wochen startet die Saison. Wir haben niemanden unter Vertrag. Ich muss viel Überzeugungsarbeit leisten und jetzt den Trainer- und Spielerbereich abarbeiten“, so Grlic. Viel hängt von Coach Kosta Runjaic ab. Bleibt er, ist auch mit Danny Latza, Ranisav Jovanovic oder Kevin Wolze zu rechnen. Am Sonntag (17 Uhr) steigt der erste Test gegen Fortuna Köln. Bis dahin soll ein Teamgerüst stehen.

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