In Duisburg hapert es an der Kommunikation

Dirk Retzlaff

Duisburg. Es gibt Regeln im Leben, die hält man ein. Oder man lässt es sein. Dann muss man mit Gegenwind rechnen. So auch beim Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg. Auf der gestrigen Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden gab Jungstürmer Flamur Kastrati zu Beginn sein Statement in englischer Sprache ab. Trainer Milan Sasic wartete geduldig das Ende des Kastratischen Monologs ab, um den Norweger dann in die Schranken zu weisen. Sasic: „Und jetzt noch einmal auf Deutsch.“

Kastrati fing von vorne an, hatte dabei keine Probleme, sich verständlich zu machen. Die Anekdote verdeutlicht, woran es abseits des Feldes in der neuen Mannschaft der Zebras hapert. Nicht nur auf dem Platz müssen sich die neuen Akteure erst finden, auch die Alltäglichkeiten müssen sich einspielen.

„Es wird fair zugehen“

Durch die Niederlage in St. Pauli ist der Druck auf die Mannschaft weiter gewachsen. Zwei Punkte aus fünf Spielen sind zu wenig, und Milan Sasic kennt die Gesetzmäßigkeiten des Geschäfts. Die Frage nach möglichen Konsequenzen, falls sich die Talfahrt der Zebras fortsetzen sollte, beantwortete Sasic gestern mit Gelassenheit. „Wenn der Tag kommt, an dem der Erfolg ausbleibt, wird es fair zugehen. Da bin ich mir sicher.“

Bislang kein Duisburger Punktspielsieg, bislang auch kein Kastrati-Tor. Am liebsten würde der Norweger morgen beide Serien auf einem Schlag beenden. „Ich bin nicht zufrieden. Ein Stürmer geht in jedes Spiel, um ein Tor zu erzielen“, sagt der 19-Jährige.

Der Youngster, der in allen Pflichtspielen der Zebras dabei war, will nun vor allem vom Zusammenspiel mit Emil Jula profitieren. Der Rumäne war nach seiner Verletzung am Millerntor erstmals 90 Minuten dabei und stellte unter Beweis, dass er sehr wichtig für die Mannschaft ist. Kastrati: „Ich bin nach Duisburg gekommen, um viel zu lernen. wenn so ein erfahrener Spieler wie Emil Jula dabei ist, hilft das natürlich.“

Mit Dynamo Dresden verbindet Flamur Kastrati schlechte Erinnerungen. Mit dem VfL Osnabrück verlor er im Mai die Zweitliga-Relegation und stieg somit mit dem VfL ab. Jetzt steht er mit dem MSV schon wieder auf dem Relegationsplatz. Das wird sich nach seiner Ansicht aber ändern: „Wir haben besser gespielt, als die Tabelle es aussagt.“