Hält Gruevs Serie beim MSV Duisburg bis zur Winterpause?

Beim MSV wird wieder gelacht. Rolf Feltscher nimmt seine Tochter in Empfang. Trainer Ilia Gruev freut sich mit.
Beim MSV wird wieder gelacht. Rolf Feltscher nimmt seine Tochter in Empfang. Trainer Ilia Gruev freut sich mit.
Foto: Bongarts/Getty Images
Ilia Gruev, neuer Trainer des Zweitligisten Duisburg, hat beim MSV mehr als einen Funken entzündet. Einige Fans träumen von guten Mittelfeldplätzen.

Duisburg. Als Ilia Gruev in den Stunden nach dem 3:0-Sieg über den SV Sandhausen auf sein Mobiltelefon blickte, da kam er aus dem Lesen gar nicht mehr heraus. „Es haben sich viele Leute gemeldet und gratuliert. Auch Kosta Runjaic, mit dem ich zu Saisonbeginn noch beim 1. FC Kaiserslautern gearbeitet hatte, war unter den Gratulanten. Und es waren Leute dabei, von denen ich lange nichts gehört hatte“, musste der neue Trainer des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg etwas schmunzeln.

Nicht nur diese kleine Momentaufnahme ist der Beleg dafür, dass bei den Zebras Aufbruchstimmung herrscht und die Nadel des Stimmungsbarometers längst in den freundlichen Bereich auspendelt. Auch der herzliche Schulterklopfer eines VIP-Raum-Besuchers geht in die gleiche Richtung. „Ich kannte den Fan schon seit Spielerzeiten, als wir unser Trainingslager in Portugal abgehalten hatten. Der Mann meinte zu mir: Ilia, jetzt geht es aufwärts. Wir landen zwischen Platz acht und zwölf.“ Gruev freut sich zum einen über das Vertrauen, das ihm allerorten entgegenspringt, ist aber insgesamt auch großer Realist. „Wenn das am Ende wirklich so kommen sollte, wäre es natürlich toll. Aber diese Tabellenregionen sind für uns ganz weit weg. Wir sind immer noch Letzter in der 2. Liga und haben eine Menge Arbeit vor uns“, betont der 46-Jährige.

Noch drei knifflige Spiele für MSV

Gruev weiß, dass mit der kleinen Serie von fünf Punkten aus drei Partien noch nicht allzu viel erreicht wurde. „Als ich angefangen habe, lagen wir acht Punkte hinter dem rettenden Ufer. Jetzt sind es fünf Zähler. Wir haben uns verbessert, müssen aber in den nächsten Wochen weiter Gas geben.“

Mit dem dicken Brocken RB Leipzig, dem unberechenbaren 1. FC Kaiserslautern und dem wankelmütigen VfL Bochum warten noch drei knifflige Aufgaben auf die Zebras. Ilia Gruev hat seinem Team und sich bisher immer kleine Etappenziele gesteckt. „Als Erstes“, sagt der frühere Nationalspieler, „wollten wir das Torkonto in den zweistelligen Bereich ausbauen. Das ist uns parallel zum ersten Auswärtspunkt in Düsseldorf gelungen. Danach wollten wir die zweistellige Punktemarke knacken. Das haben wir auch erreicht.“ Heißt die neue Eckpunkt nun, bis zur Winterpause ungeschlagen zu bleiben? „Natürlich ist das ein Ziel“, nickt Gruev, „wir wollen unsere Linie weiter durchziehen. Ergebnisse sind wichtig, um die harte Arbeit, die wir bisher geleistet haben, entsprechend zu untermauern.“

Keine Experimente mit Verletzten

In der Duisburger Umkleidekabine hängt in Plakatform eine besondere Motivationshilfe. Alle Spieler waren dazu aufgerufen, ihre Punktehochrechnung bis Ende Dezember einzutragen. Gruev, der eher zu gemäßigten Prognosen neigt, registrierte dabei durchaus mutige Zahlenspiele seiner Jungs. „Wenn es so funktioniert, wie die Spieler denken . . .“, muss sich der Zebracoach vermutlich keine großen Sorgen mehr machen.

Für das Spiel in Leipzig sorgt sich der MSV-Kaderchef weiter um Victor Obinna. Der Nigerianer hat zwar nach seinen Kniebeschwerden etwas Fahrt aufgenommen, muss sich aber noch gedulden. Mit Martin Dausch ist trotz leicht verbesserter Adduktorenprobleme nicht zu rechnen. Gruev will ohnehin keinen Versuchsballon starten lassen: „Ich brauche Leute, die zu 100 Prozent fit sind. Auf Experimente verzichten wir. So etwas können wir uns gar nicht leisten.“

 
 

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